Beim gemeinsamen Spaziergang vom Standort des geplanten Gartendorfs bis auf den Rosenplatz wurden viele Ideen und Planungen diskutiert. Foto: Braun

Die Ideen zur Gestaltung der Rosenplatzes und zur Entwicklung eines Gartendorfs am Bahnhof in Baiersbronn stießen auf großes Interesse. Die Gemeindeverwaltung hatte zu einem Bürgerspaziergang mit anschließender Dialogveranstaltung in der Schwarzwaldhalle eingeladen.

Baiersbronn - Die Gartenschau im Jahr 2025 ist eine Chance, auch die nachhaltige Ortsentwicklung voranzubringen. Dabei setzen Verwaltung und Planer auf die Beteiligung und die Ideen aus der Bevölkerung.

Bereits zum Treffpunkt am Bahnhof waren viele Interessierte gekommen, um gemeinsam mit Bauamtsleiter Thomas Kuntosch, Tourismusdirektor Patrick Schreib und Planer Johann Senner vom Planungsbüro Planstatt Senner die bisherige Planung zu erörtern. Bürgermeister Michael Ruf fehlte krankheitsbedingt.

Raum für neues undökologisches Wohnen

Bei einem Rundgang wurden die Flächen gegenüber dem Bahnhof begutachtet. Dort soll nach ersten Ideen Raum für neues und ökologisches Wohnen geschaffen werden. Regine Guglielmo vom Planungsbüro Planstatt Senner erklärte die Möglichkeiten –­ vom Minihaus, einem sogenannte Tiny House, bis hin zu einem Mehrgenerationenhaus sei vieles möglich. "Was ist mit den Bäumen, und wie sieht es mit den Parkplätzen aus?", kamen gleich die ersten kritischen Fragen aus den Reihen der Bürger.

Schreib betonte, dass man sich erst einmal über die Gestaltung Gedanken machen sollte, bevor es um die Frage nach gefällten Bäumen und wegfallenden Parkplätzen gehe. "Ich bin Landschaftsarchitekt und setze mich, wo es möglich ist, für den Erhalt von Bäumen ein", fügte Senner hinzu.

Auf dem Weg zum Rosenplatz stellte Senner die Überlegungen für die Umgestaltung des Brunnens auf dem Rosenplatz vor. Es fehlten auch Angebote für kleinere Kinder. "Der Rosenplatz muss attraktiver werden. Schatten und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität sollten wir ins Auge fassen. Wir sind auf Ihre Ideen gespannt", so der Planer. "Das Problem des Rosenplatzes ist, dass er alles können will, aber ziemlich verbaut ist", warf Schreib ein.

In der Schwarzwaldhalle warteten noch weitere interessierte Bürger. Da die Technik eine wenig hakte, gab es zunächst allgemeine Fragen. "Wie sieht es mit der Anbindung ins Sankenbachtal aus?", "Wann kommt ein neuer Sessellift?", "Was passiert mit den Schandflecken alte Krone und Café Klumpp?", lauteten einige davon. "Wir bitten Sie um Geduld. Wir sind in guten Gesprächen, und die Welt ist nicht so einfach", erklärte Bauamtsleiter Thomas Kuntosch.

Als dann die Technik wieder funktionierte, erläuterten Regine Guglielmo und Johann Senner in einem kurzen Überblick die aktuellen Überlegungen. "Wir sind in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Unsere Zielsetzung ist es, dass 2025 zur Gartenschau schon einiges umgesetzt wurde", erklärte Guglielmo. Für das Gartendorf sei die Gemeinde in die erste Stufe des Förderprogramms Holzbau-Offensive BW aufgenommen worden und bewerbe sich für die Umsetzungsphase. "Das ist eine große Chance auch für die Fördergelder. Aktuell prüfen wir, was baurechtlich auf dieser ungenutzten Fläche möglich ist."

Ideen wie ein Willkommensplatz mit anschließender Bebauung und ein Pufferstreifen zu der angrenzenden Papierfabrik stellten die Planier in Visualiserungen dar. "Heute möchten wir von Ihnen erfahren, was wichtig ist, worauf wir achten müssen und was in den Bebauungsplan aufgenommen werden sollte", erklärte die Planerin. Sie schlug einen Ideenwettbewerb für die Bebauung der Minigrundstücke am Bahnhof, die im Besitz der Gemeinde sind, vor. Die Gemeinde hatte diese Fläche mit Blick auf eine mögliche Umgehungsstraße von der Deutschen Bahn vor einiger Zeit erworben. Nun könnte dort Wohnraum entstehen. "Den Zuschlag bekommt das beste Konzept und nicht, wer am meisten bezahlt, so unsere Idee", sagte Guglielmo.

Neuordnungund Umgestaltung

Johann Senner erklärte, dass der Rosenplatz in die Jahre gekommen sei. Er stellte Ideen für eine Neuordnung der Bäume auf dem hinteren Rosenplatz oder die Umgestaltung des Platzes mit Pergolen und Baumgruppen vor. Zentral war auch die Idee, den Brunnen in der Mitte des Platzes zu modernisieren und eine Achse zu den Schelklewiesen mit kleiner Verschwenkung zu schaffen.

"Wird ein Investor für das Gartendorf gesucht?", fragte bei der anschließenden Diskussionsrunde ein Besucher. "Nein, wir suchen einzelne Bauherren mit Ideen oder auch Baugruppen, die gemeinsam etwas entwickeln", antwortete Guglielmo. Sollte es einen Bebauungsplan für das Gartendorf geben, wäre auch die früher geplante Umgehungsstraße vom Tisch, erklärte Thomas Kuntosch auf eine Frage. "Heute geht es darum, Ideen zu sammeln", so der Bauamtsleiter.

In einem Workshop konnte jeder mit den Gemeindemitarbeitern und den Planern diskutieren und seine Ideen auf Notizzetteln aufschreiben. "Wir sammeln alles und werten es am Ende aus. Wir möchten die Meinung der Bevölkerung unbedingt einfließen lassen", betonte Senner.