Der Verkehr auf der Umleitungsstrecke hat bei den Anwohnern für einiges an Unmut gesorgt. Quelle: Unbekannt

Die innerörtliche Umleitung während der Sanierung der Ortsdurchfahrt Loßburg bleibt bestehen. Das ist das Ergebnis eines Abstimmungsgesprächs des Regierungspräsidiums Karlsruhe mit dem Landratsamt Freudenstadt und der Gemeinde Loßburg.

Loßburg - Ende September haben die Bauarbeiten an der Bundesstraße 294 und der Landesstraße 408 in der Ortsdurchfahrt von Loßburg begonnen. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme des Regierungspräsidiums Karlsruhe, der Gemeinde Loßburg und der Stadtwerke Freudenstadt.

Aufgrund von anfänglichen Schwierigkeiten bei der Verkehrsführung der innerörtlichen Umleitungen haben die zuständigen Behörden – das Regierungspräsidium Karlsruhe, das Landratsamt Freudenstadt sowie die Gemeinde Loßburg – die Situation vor Ort nochmals erörtert, heißt es in einer Pressemitteilung, in der das Regierungspräsidium Karlsruhe über das Ergebnis informiert.

Halbseitige Sperrung kommt nicht in Frage

Nach eingehender Diskussion zu eventuellen Verbesserungen haben sich laut der Mitteilung alle Teilnehmer darauf geeinigt, dass die aktuell bestehende innerörtliche Umleitung während der Bauzeit in der Ortsdurchfahrt bestehen bleiben soll, da es dazu keine vertretbare und sicherere Alternative gebe.

Die Ortsdurchfahrt weise in den nicht aufgeweiteten Bereichen Breiten im Mittel von rund 7,20 Metern auf. Aufgrund der in der Arbeitsschutzrichtlinie geforderten Reststraßenbreiten komme daher eine halbseitige Sperrung der Ortsdurchfahrt nicht Frage. Die Gesamtmaßnahme müsse deshalb zwingend unter Vollsperrung ausgeführt werden.

Weitere Optionen für halbseitige Sperrung geprüft

Unabhängig davon hat das Regierungspräsidium trotzdem weitere Optionen für eine halbseitige Sperrung geprüft: Überlegungen, die motorisierten Verkehrsteilnehmer bei einem halbseitigen Bau über die bestehenden Gehwege zu führen, könnten insbesondere aus Sicherheitsgründen nicht weiterverfolgt werden. Durch eine halbseitige Sperrung würde die Möglichkeit entfallen, den Fußgängerverkehr in der Ortsdurchfahrt durch die Baustelle zu führen, da die Gehwege auf der einen Seite vom Verkehr genutzt werden müssten und auf der anderen Seite durch die Arbeiten am und im Gehweg nicht nutzbar wären, so das Regierungspräsidium.

Somit wäre auch die fußläufige Erreichbarkeit der anliegenden Häuser nicht mehr gewährleistet. Die Situation für Fußgänger und Radfahrer wäre damit ungleich schlechter als auf der aktuell bestehenden innerörtlichen Umleitungsstrecke.

Da die Gehwege auf beiden Seiten der Straße erneuert werden müssen und parallel dazu auch Leitungsverlegungen der Telekom stattfinden, müsste außerdem nach Fertigstellung einer Straßenhälfte der Verkehr über einen größeren Zeitraum auf dem neu hergestellten Gehweg geführt werden. Darüber hinaus würde dennoch der Ausweichverkehr über Wassergraben, Obere Schulstraße, Breuningerweg und Äußere Masselstraße ohne Sicherungsmaßnahmen und Ampeln dann für Schulweg und Fußgänger enorme Gefahren bedeuten.

Wasserleitung als weiteres Problem

Ein weiteres Problem stellt laut der Pressemitteilung die in der Mitte der Bundesstraße 294 verlaufende Wasserleitung dar. Diese müsse im Zuge der Arbeiten im Bauabschnitt III (Kinzighaus bis altes Rathaus) ebenfalls erneuert werden. Die halbseitige Führung des Verkehrs auf der B 294 wäre im Bereich der Neuverlegung der Wasserleitung damit schon technisch nicht möglich.

Die Neuverlegung des Kanals im Bereich Autohaus Loßburg (Bauabschnitt II) führe dazu, dass ein großer Straßengraben in der Mitte der Straße notwendig wird. Außerdem würde sich bei einer halbseitigen Sperrung, neben den technischen Schwierigkeiten bei der Bauabwicklung, eine erhebliche Bauzeitverlängerung auf das Doppelte, etwa 28 Monate, ergeben.

Damit würden sich die Überschneidung mit den anstehenden Baustellen der Deutschen Bahn und der Schienenersatzverkehr mit extrem langen Bussen weiter verlängern, so das Regierungspräsidium.

Vor diesem Hintergrund seien das Regierungspräsidium, das Landratsamt sowie die Gemeinde zum Ergebnis gekommen, dass der motorisierte Verkehr, insbesondere auch von Lastwagen, während der Bauzeit in der Ortsdurchfahrt nicht möglich ist. Der Fokus sei daher auf eine Optimierung der bestehenden innerörtlichen Umleitungsstrecke zu richten.

Alternativer Fußweg eingerichtet

Zur Optimierung wurde zwischenzeitlich zur sicheren Führung des Fuß- und Schülerverkehrs auf Initiative der Gemeinde und des Regierungspräsidiums ein alternativer Fußweg inklusive notwendiger Wegbeleuchtung am Waldrand parallel des Breuningerwegs eingerichtet. Durch diese Alternativtrasse sollen vor allem die Schulkinder über eine sichere, vom Hauptverkehr abgerückte Wegführung zur Schule gelangen. Die Absicherung im weiteren Verlauf des Gehwegs Breuningerweg bis Äußere Masselstraße wurde von der Verkehrsbehörde als Scheinsicherheit bewertet, da bei Ausweichmanövern in die Absperrgitter oder Poller diese umkippen und Fußgänger verletzen könnten.

Straßenengstelle konnte beseitigt werden

Weiterhin wurde gemeinsam beschlossen, die innerörtliche Umleitung zu optimieren, indem im Breuningerweg der Grünstreifen zurückgebaut wird. Hier konnte laut der Mitteilung die bestehende Straßenengstelle durch die nachträgliche Befestigung der Grünflächen und der Fällung der bestehenden Baumreihe beseitigt werden. In Zukunft könne hier nun ein Begegnungsverkehr ohne Ampelregelung stattfinden.

Im Bereich der innerörtlichen Umleitung werden zur Steigerung der Sicherheit der Fußgänger und Anwohner außerdem weiterhin Geschwindigkeitskontrollen sowie Kontrollen der Berechtigung zur Nutzung der Strecke als Anlieger stattfinden, kündigt das Regierungspräsidium an.

Das Regierungspräsidium, das Landratsamt sowie die Gemeindeverwaltung seien weiterhin in engem Austausch, mit dem Ziel, die Belastungen für die Verkehrsteilnehmer und insbesondere die Anlieger so gering wie möglich zu halten.