Die Sperrung im Ortskern macht manche Umwege erforderlich. Die Anwohner sind von Baustelle teils sehr genervt. Die Ortsdurchfahrt ist ab 12. Dezember wieder frei.
„Frei bis Baustelle“, heißt es derzeit an der Abfahrt nach Riedöschingen. Braune Reifenspuren von großen Baustellenfahrzeugen führen direkt zur Baustelle im Ortskern.
Dort ist alles ein wenig eng. Bagger, Busse und Anwohner teilen sich schmale, teilweise steile und kurvige Straßen. Mit Handzeichen und Zurufen koordinieren sich die Fahrer, fast schon routiniert. Wer in diesem Gebiet unterwegs ist, sollte mehr Zeit einplanen.
Die Bauarbeiten im Ort erfolgen unter einer Vollsperrung des Abschnitts der Otto-Efferenn-Straße zwischen Hegauer Hof und Geltengasse. Bei dem umfangreichen Projekt an der bestehenden Ortsdurchfahrt erfolgen neben der Fahrbahnerneuerung auch Arbeiten an der Entwässerung und weiteren Versorgungsleitungen. Ziel ist es, die Infrastruktur im betroffenen Bereich grundlegend zu erneuern.
„Anwohnern, die direkt an der Baustelle wohnen, wird die Durchfahrt durch die Baustelle ermöglicht“, sagt Steven Saß. Er ist als Tieflader-Fahrer vor Ort im Einsatz. Diese Zufahrtsregelung bedinge, dass immer wieder Arbeiten pausiert werden und Absperrungen umgestellt werden müssen.
Schulbus muss immer einen Umweg fahren
Die Arbeiten sind wichtig für das Dorfbild, bringen jedoch große Umwege für Anwohner und Pendler mit sich. „Der Schulbus muss immer einen Umweg fahren“, berichtet Ramona Pander. Sie macht die Hausaufgabenbetreuung an der Frobenius-Thomsin-Grundschule in Riedöschingen und begleitet die Kinder an die Bushaltestelle, die direkt neben der großen Baustelle liegt.
Durch die Baustelle fährt der Schulbus von Riedöschingen eine Schleife über Zollhaus zu den umliegenden Dörfern und braucht bis zu 45 Minuten länger. Manche Kinder empfinden das als schönen Umweg, erzählt Ramona Pander.
Doch nicht alle haben so viel Geduld, wie die Schulkinder. Landwirte aus Riedöschingen ärgern sich über fehlgeleitete Lastwagen. Immer wieder fahren die schweren Transporter an den Absperrungen vorbei und verirren sich auf den umliegenden Feldwegen.
So geschehen zum Beispiel am 27. Oktober gegen 19 Uhr. „Ein 40 Tonner bemerkte die Absperrung und wollte das Ganze rund 300 Meter außerorts Richtung Kommingen über einen Schotterweg umfahren. Da der Boden sehr nass war, setzte er sich fest und musste durch einen Abschlepper herausgezogen werden“, berichtet Steffen Weber, Landwirt aus Riedöschingen.
Fehlgeleitete Fahrzeuge
Es komme fast täglich vor, dass die fehlgeleiteten schweren Fahrzeuge versuchen zu wenden und Schäden in Grundstücken hinterlassen, berichtet der Landwirt. Er versteht nicht, warum die Absperrungen nicht eindeutiger installiert werden.
„Beim ersten Bauabschnitt war außerorts eine große offensichtliche Absperrung eingerichtet, an der Lastwagen schon fast nicht vorbeikamen und daneben gab es eine Wendemöglichkeit. Da hatten wir diese Probleme nicht,“ so Weber. Gespräche des Landwirts mit der Baufirma Walter Straßenbau KG aus Trossingen seien bisher erfolglos geblieben.
Verzögerung durch Wetter
Ursprünglich sollte der zweite Bauabschnitt am 28. November fertiggestellt sein. „Tatsache ist, dass wir noch nicht so weit sind, wie wir sein wollten“, erklärt Projektleiter Martin Mundweiler. Die Verzögerungen seien vor allem auf krankheitsbedingte Ausfälle in der Baufirma und wetterbedingte Verschiebungen zurückzuführen, erläutert der Mitarbeiter von Greiner Ingenieure.
Ab dem 8. Dezember soll die Asphalttragschicht eingebaut werden, informiert Nicole Schautzgy von der Stadtverwaltung Blumberg. Wenn das planmäßig über die Bühne geht, kann die Ortsdurchfahrt zum 12. Dezember wieder geöffnet werden. Mit der Beendigung des zweiten Bauabschnitts sei allerdings erst im zweiten Quartal 2026 zu rechnen. Für die zeitliche Planung der Bauabschnitte drei und vier könne derzeit noch keine Auskunft gegeben werden, so Schautzgy.
Das Bauprojekt
Ablauf
Die Ortsdurchfahrt des Blumberger Stadtteils wird in vier Abschnitten gemeinsam durch Stadt, Kreis und Stromversorger saniert. Die Modernisierung umfasst Straßenbauarbeiten, Kanal- und Wasserleitungsbau, Anpassung der bestehenden Entwässerung und Verlegung von Kabeln im Bereich von Gehwegen und Straßenrändern. Mit Einschränkungen durch die Bauarbeiten müssen die Bürger von Riedöschingen bis mindestens Mitte 2026 rechnen. Die Umleitung für den Verkehr führt während dieser Zeit über Blumberg, Randen und Kommingen.