Seit der Dorfsanierung war Albstadt-Laufens Ortsdurchfahrt 5,55 Meter breit. Dann kam die Tunnelsanierung auf der B463; die Straßenbreite stieg auf 6,30 Meter. Was wird, wenn der Tunnel wieder frei ist?
Als nach der Inbetriebnahme des Laufener Tunnels der Ortskern saniert wurde, standen die Zeichen auf Verkehrsberuhigung.
Die Balinger Straße wurde auf 5,55 verengt, und wenn fortan der Tunnel wegen Wartungsarbeiten kurzzeitig gesperrt werden musste, dann wurde lediglich der aus Richtung Lautlingen kommende Durchgangsverkehr durch die Balinger Straße gelotst und der ostwärts fahrende durch die Steinstraße – dass dabei Lastverkehr über den Bahnübergang in der Tieringer Straße rollte, nahm die Deutsche Bahn in Kauf. Oder richtiger: Sie drückte ein Auge zu.
Das tat sie nicht mehr, als 2023 die Frage auf die Tagesordnung kam, wie der Verkehr während der mehr als einjährigen Tunnelsanierung umgeleitet werden sollte. Da weigerte sich die Bahn apodiktisch, den Übergang für eine einspurige Umleitung zur Verfügung zu stellen. Zu aufwendig, wenn nicht gar unpraktikabel erschienen ihr die Sicherungsmaßnahmen, die erforderlich gewesen wären, um zu garantieren, dass die Bahnschrank immer geschlossen war, wenn ein Zug kam – und zu hoch das Risiko, dass ein Sattelschlepper auf dem Bahnübergang mit seinem leicht hügeligen Höhenprofil havarieren könnte.
Anfang 2026 soll der Tunnel wieder befahrbar sein
Die Konsequenz: Wenn der Verkehr in Richtung Balingen nicht dauerhaft über Margrethausen, Pfeffingen und Zillhausen umgeleitet werden sollte, musste die Laufener Ortsdurchfahrt wieder für den Begegnungsverkehr gängig gemacht und auf 6,30 Meter verbreitert werden. Das geschah, durchaus zum Leidwesen der Laufener; der Gehsteig auf der Südseite der Balinger Straße wurde dafür geopfert. Des weiteren wurde auf Höhe der ehemaligen Volksbank ein Fußgängerüberweg und auf Höhe der Metzgerei Bitzer ein provisorischer Fußgängersteg geschaffen.
Mittlerweile ist fast ein Jahr seit der Tunnelsperrung vergangen; die Tunnelsanierung wird irgendwann im Februar oder März 2026 abgeschlossen sein, und der Durchgangsverkehr kehrt in die Röhre zurück.
Mit dem Ende der Tunnelsanierung ist noch nicht alles vorbei
Was wird dann aus der Balinger Straße? Erst mal nichts – bereits im Sommer wird zwischen Lautlingen und Laufen der Belag der B 463 saniert; zudem müssen in der Umgebung der neuen Eyachbrücke westlich von Laufen letzte Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten verrichtet werden.
Da erscheint es sinnvoll, die Laufener Ortsdurchfahrt zu belassen, wie sie ist. Auch Fußgängerüberweg und -steg bleiben, wo sie sind.
Bis 2034 bleibt die Ortsdurchfahrt so breit, wie sie ist
Spätestens Ende September 2026 sollen auch diese Bauarbeiten beendet sein. Wird jetzt die Ortsdurchfahrt wieder verschlankt und auf die Bedeutung eines innerörtlichen Verkehrswegs reduziert? Das wird sie nicht – wie die Stadtverwaltung am Dienstag in der jüngsten Sitzung des Technischen und Umweltausschuss des Gemeinderats mitteilte, bleibt die Straße so breit, wie sie ist, und die Betonleitwand, die auf ihrer Südseite den Gehsteig ersetzte, ebenfalls an ihrem Ort. Nur die beiden Querungshilfen werden entfernt beziehungsweise durch einen Verkehrsüberweg auf Höhe der Metzgerei ersetzt.
Wieso? Weil die Deutsche Bahn den Bahnübergang in der Tieringer Straße auch weiterhin nicht für Fahrzeuge freigibt, die länger als zehn Meter sind. Wann immer also der in Zukunft der Tunnel gesperrt wird – was leicht passieren kann, wenn die neue Leittechnik Kinderkrankheiten haben sollte – , muss die jetzige Umleitungsstrecke reaktiviert werden.
Zwei Sattelschlepper sollen Bahnübergang passieren können
Das wird sich erst ändern, wenn der Bahnübergang im Zuge der Elektrifizierung der Zollernbahn verkehrssicher gemacht, konkret: so ausgebaut ist, dass ihn zwei Sattelschlepper im Begegnungsverkehr passieren können.
Die Bahn hatte der Stadt Albstadt als Alternative noch den Begegnungsverkehr von Sattelzug und Personenwagen angeboten, aber die hatte beide Planungen verglichen und dabei festgestellt, dass der Unterschied im Flächenverbrauch lediglich 15 Quadratmeter betrug, sich daher in der Folge für die große Lösung mit zwei Lastern entschieden.
Die wird aber noch auf sich warten lassen – bis 2034 oder 2035. In der Zwischenzeit können sich die Laufener überlegen, ob sie ihre Ortsdurchfahrt danach wieder auf 5,55 Meter zurückbauen lassen wollen. Neun Jahre Bedenkzeit – das müsste genügen.