Das große Leid der Dotternhausener ist die Gesundheitsversorgung im Ort – seit zehn Jahren gibt es keinen Allgemeinmediziner mehr. Doch auch das ehemalige Gasthaus Hirsch fehlt den Dotternhausenern, sie bewerten die Gastronomie recht schlecht.
Mit einem Durchschnittswert von 6,71 Punkten belegt Dotternhausen im Ortscheck den siebten Platz im Zollernalbkreis, wo der Durchschnittswert bei 6,33 liegt. Die Dotternhausener haben die Lebensqualität am Fuße des Plettenbergs in 14 Kategorien bewertet, darunter etwa Gastronomie, Immobilienmarkt, Sicherheit und Sauberkeit. In einigen Kategorien besteht allerdings Nachbesserungsbedarf. Beispielsweise sind die Dotternhausener ganz und gar nicht mit der Gesundheitsversorgung zufrieden.
Gesundheitsversorgung
Wie in allen Kommunen im Oberen Schlichemtal – mit Ausnahme von Schömberg – ist die Unzufriedenheit in Sachen Gesundheitsversorgung auch in Dotternhausen groß. Gerade mal 3,13 Punkte geben die Dotternhausener der ärztlichen Versorgung. Zwar gibt es mit der Praxis von Jürgen Schlör einen Zahnarzt im Ort, doch seit der Praxisschließung von Igor Glasykin vor zehn Jahren gibt es keinen Allgemeinmediziner mehr.
Auch Fachärzte haben sich nicht in Dotternhausen niedergelassen. Wer zum Arzt muss, geht in der Regel nach Schömberg oder Balingen. Ein Teilnehmer des Ortschecks schlägt vor, im Oberen Schlichemtal ein MVZ zu etablieren. Auch eine Apotheke gibt es nicht. Die nächsten befinden sich in Schömberg und Endingen.
Gastronomie
Dass Dotternhausen seit der Schließung des Gasthauses Hirsch eine Wirtschaft im Ort fehlt, zeigt sich an der schlechten Bewertung in der Kategorie Gastronomie (3,14). Seit 2020 ist die traditionsreiche Gaststätte geschlossen, und die Gemeinde hat das Gebäude gekauft. Die Dotternhausener vermissen den „Hirsch“ – oder zumindest ähnliche Einkehrmöglichkeiten im Ortskern – schmerzlich. Ein Arbeitskreis bemühte sich in der Vergangenheit, dass in den „Hirsch“ wieder Leben einkehrt, doch bisher ohne Erfolg. Vor Kurzem wurde der Arbeitskreis aufgelöst und die Zukunft des „Hirsch“ ist weiter offen. Immerhin: Ausflügler können am Wochenende in der Plettenberghütte hoch oben auf dem Berg einkehren.
Immobilienmarkt
Im gesamten Zollernalbkreis kommt der Immobilienmarkt nicht gut weg. Die Dotternhausener bewerten die Situation vor Ort mit 5,5 Punkten. Mietwohnungen gibt es immer nur wenige auf dem Markt, die meisten Häuser sind Einfamilienhäuser, manche vermieten Einliegerwohnungen. Mehrfamilienhäuser gebe es nur wenige. Auch Bauplätze gibt es derzeit keine, „aber Bedarf“, wie die Bürgermeisterin betont. Das innerörtliche Baugebiet Killwiesen, das zwölf Bauplätze umfasst, wurde in letzter Zeit aus verschiedenen Gründen immer wieder ausgebremst. „Es zieht sich leider“, meint Maier dazu. Darüber hinaus steht auch in Dotternhausen wie vielerorts die Innenentwicklung im Vordergrund.
Verkehr
Weniger gut kommt die Kategorie Verkehr in Dotternhausen davon (6,06). Dies mag vor allem der B 27 geschuldet sein, die direkt an Dotternhausen vorbei führt.
Manch einer mag sich darüber freuen, schnell auf der Bundesstraße zu sein, die Rottweil und Balingen verbindet und schließlich bis nach Tübingen und Stuttgart führt.
Doch die viel befahrene Verkehrsader hat auch Nachteile. „Man hört den Verkehr teilweise doch recht deutlich“, erklärt Bürgermeisterin Marion Maier. Vor allem der Ampelknoten auf der B 27, wo zu Stoßzeiten Autos Stoßstange an Stoßstange stehen, belastet die Anwohner.