Die Laufener sind sauer auf die Stadtverwaltung, wie am Ortschaftstag abermals deutlich wurde – besonders die Umleitung der B 463 ist für sie ein Ärgernis
Die alte Laufener Ortsdurchfahrt soll während der Tunnelsanierung reaktiviert werden und als Umleitungsstrecke für den Durchgangsverkehr dienen – nach wie vor erhitzen sich daran die Gemüter der Bürger. Die Ortsdurchfahrt sei durch Umbau und Verbreiterung zerstört worden, klagte Ortsvorsteher Peter Landenberger und forderte, den Bahnübergang in der Tieringer Straße für künftige Tunnelsperrungen baulich so anzupassen, dass er für eine einspurige Umleitungsstrecke genutzt werden könne.
Bei Baubürgermeister Udo Hollauer rannte er damit offene Türen ein. „Den Bahnübergang benötige wir ganz dringend als Umleitungsmöglichkeit – er ist der Knackpunkt.“ Die Erweiterung der Ortsdurchfahrt könne erst dann wieder rückgebaut werden, wenn eine Umleitung über die Bahnlinie möglich sei. „Wir stehen der Deutschen Bahn hier auf den Füßen.“
Lob für Axel Mayer: Sie geben immer Rückmeldung
Einen Zwischenbericht über ein mögliches Baugebiet im Bereich Bigen- und Hörnleweg erstattete Axel Mayer vom Stadtplanungsamt. „Der Baugrund sei „sehr schwierig“, merkte er an; dennoch werde der Bebauungsplan vorbereitet. Ortschaftsrat Andre Simmack lobte danach den Amtsleiter: „Sie geben immer Rückmeldung und halten den Terminplan ein.“
In der Fragerunde galt eine Nachfrage dem ehemaligen Volksbankgebäude. Hierzu sei derzeit keine abschließende Aussage möglich, antwortete Oberbürgermeister Roland Tralmer.
Tralmer: Kleinstaaterei ist nicht mehr zeitgemäß
Anschließend machte Armin Mann seinem Ärger über die Stadt Albstadt Luft. Die Ortschaften bräuchten mehr Entscheidungsbefugnisse und dürften nicht ständig in die Bittstellerrolle gedrängt werden. Es stelle sich die Frage, ob Laufen nicht auch als eigenständige Gemeinde lebensfähig wäre – und besser dran. Tralmer widersprach nachdrücklich: Die Selbstständigkeit könne im 50. Jahr des Bestehens der Stadt Albstadt doch nicht ernsthaft ein politisches Ziel sein. „Glauben Sie wirklich, dass man mit Kleinstaaterei heutzutage besser fährt?“ Es gebe nur einen Weg: „Wir müssen zueinander finden und ein Albstadt-Bewusstsein entwickeln. Wir kommen aus dieser schwierigen Situation nur gemeinsam heraus.“