Mit der Parkplatzerweiterung an der Kastellhalle war der Ortschaftsrat wenig begeistert. Er favorisiert eine solche bei der Kläranlage. Foto: Herzog

Das „Freizeitgelände Weiherwasen“ sorgt wieder einmal für heftige Diskussionen.

Das Freizeitgelände Weiherwasen verfügt mit Sportanlagen, Abenteuerspielplatz, Erlebnisbauernhof und Römerkastell über attraktive Angebote und stellt ein beliebtes Ausflugsziel dar. Weil der starke Besucherverkehr bei schönem Wetter am Wochenende immer wieder zu chaotischer Wildparkerei, Ärger und Verdruss bei den Anliegern führte und in diesem Außenbereich noch kein Planungsrecht bestand, fasste der Gemeinderat im Februar 2024 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Freizeitgelände Weiherwasen“.

 

Gleichzeitig wurde ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben, das keine Überschreitung der Immissionsrichtwerte bei Sport, Freizeit und Verkehr feststellte.

Warum verworfen?

Weil die erforderliche öffentliche Bekanntgabe des Aufstellungsbeschlusses noch nicht erfolgte, soll sie nun mit der Billigung des Vorentwurfs und der frühzeitigen Beteiligung nachgeholt werden. Der von Stadtplaner Joschka Joos dargestellte Entwurf begeisterte den Ortschaftsrat in dessen jüngster Sitzung allerdings nicht; sie sahen damit das Parkproblem keinesfalls gelöst.

Adrian Schmid räumte ein, mit der Parkplatzerweiterung an der Kastellhalle tue er sich schwer. Damit werde die jetzt schon erhebliche Belastung für die Anlieger durch den Fußweg noch zunehmen.

Parkschein

Die Situation wäre entspannter, wenn der Parkplatz bei der Kläranlage erweitert werde. „Warum hat man das verworfen?“, wollte Schmid wissen und warnte davor, jetzt etwas zu beschließen, das einem später auf die Füße falle. Das Angebot gebührenfreier Parkplätze an der Halle dürfe nicht größer werden. „Die Besucher lösen gerne einen Parkschein, und das bringt etwas Geld in die klamme Kasse der Stadt.“

Nach Auskunft von Joos sei vom Ortschaftsrat ein verkehrsberuhigter Bereich gefordert worden. Er habe Zweifel, ob ein Hin- und Herfahren mit Autos die Anlieger weniger belaste. Udo Moser stellte klar, dass Absperrungen ab der Halle nie von den betroffenen Anwohnern gekommen seien, sondern eine Idee der Stadtverwaltung gewesen seien. Die Wendemöglichkeit stelle das Hauptproblem dar. Der Fußweg von der Kastellhalle zum Freizeitgelände sei hoch frequentiert. „Das juckt von der Verwaltung niemanden. Wir Anlieger werden immer nur vertröstet, aber der Strom von Touristen ist da. Ich frage mich, ob das Lärmgutachten an einem Sonntagabend gemacht wurde, denn da ist es ruhig“, erzürnte sich Moser und schob nach: „Da wird mit Geld herumgeworfen für Absperrsysteme, und an der Halle kann kostenlos geparkt werden.“

Tauschflächen

Der Bebauungsplan, konterte Joos, koste die Stadt eine Menge Geld, um nachträglich Gewerke zu sichern, die ohne Genehmigung gebaut worden seien. Die Grundstücke bei der Kläranlage gehörten nicht der Stadt. Ob die Parkplätze gebührenpflichtig seien oder nicht, habe nichts mit dem Bebauungsplan zu tun, so Joos.

Auch Jonas Viereck wollte dem Lärmgutachten wenig Glauben schenken. An der Notwendigkeit eines Bebauungsplans gebe es keine Zweifel, aber mit dem vorgestellten Entwurf werde man nicht zu einer friedlichen Lösung kommen. Auch Martin Kieninger sprach sich für zusätzliche Stellplätze bei der Kläranlage aus. Wenn die Eigentümer nicht verkaufen wollten, müsse die Stadt nach Tauschflächen suchen.

Rundweg?

Gemeinderat Jürgen Kaupp erinnerte an stattgefundene Ortsspaziergänge mit den Einwohnern. Damals sei man sich einig gewesen, dass bis zum Sportheim gefahren werden sollte, damit auch ältere Menschen die Heimspiele des SV Waldmössingen besuchen oder dort einkehren können. Am besten wäre ein Rundweg.

Zuvor hatte Anlieger Bernhard Hess in der Einwohnerfragestunde auf die Absperrungen bei der Einweihung des Winterrasens des Sportvereins hingewiesen. „An diesem Samstag war sehr viel los und alle waren zufrieden. Warum kann man das nicht immer so machen?“, fragte sich Hess.

Einstimmig billigte das Ratsgremium den Vorentwurf mit der Ergänzung, die Parkplatzsituation, das Lärmgutachten und eine mögliche Verbreiterung der Weiherwasenstraße ab der Kastellhalle zu überprüfen.