Der Ortschaftsrat in Frommern hat jüngst über den Lärmaktionsplan diskutiert. Einige Räte üben Kritik.
Bei der Ortschaftsratsitzung wurde auch in Frommern über den Lärmaktionsplan diskutiert. Der Plan ist eine Grundlage zur Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der anliegenden Bürgerinnen und Bürger, unter anderem verkehrsrechtliche Maßnahmen oder bauliche Veränderungen. Insbesondere Geschwindigkeitsreduzierungen und der Einbau von sogenanntem „Flüsterasphalt“ seien vorgesehen. Ortschaftsrätin Ingrid Helber führte aus, dass der Hesselberg zu kurz gekommen sei. Der Verkehr habe zugenommen, Schall reflektiere vom Hummelberg, seit dieser erhöht wurde. In den Berechnungen seien einige Häuser am Ortsrand auch mit einer hohen Belastung versehen, aber es würde keine Maßnahmen vorgeschlagen. Ortsvorsteher Stephan Reuß will dies zur weiteren Klärung weiterleiten.
Günther Meinhold kündigt an, den Plan abzulehnen
Ortschaftsrat Günther Meinhold kündigte an, den Plan abzulehnen, da er nicht überzeugt sei. Reuß betonte, man dürfe nicht vergessen, dass dieser Plan, unabhängig von Methodik der Erhebung, die potenzielle Gesundheitsgefährdung der Anwohner darlege. Die Maßnahmen würden dem Schutz der Menschen dienen und man müsse den Aspekt des Gesundheitsschutzes gegen die Einschränkungen im Verkehr abwägen. Dies bedeute aber nicht, dass alle vorgeschlagenen Maßnahmen richtig seien. Rätin Angela Godawa stimmte dem Ortsvorsteher zu. Sie sei viele Jahre an der B 27 wohnhaft gewesen. An den Lärm habe man sich nie gewöhnen können und dieser verursache Stress.
Bei einer Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 würde sich die Lärmbelastung für Anwohner halbieren, warf Roland Rieger ein. Gerhard Lay gab zu bedenken, dass es eine gesetzliche Vorgabe sei, der man sich nicht entziehen könne. Auch hoffe er, durch Regelungen des Verkehrs mehr Sicherheit zu erreichen.
Ausgiebige Diskussion
Nach einer ausgiebigen Diskussion war das Gremium der Meinung, dass die im Lärmaktionsplan dargelegten Maßnahmen zu umfassend seien. Daher formulierte Reuß einen alternativen Beschlussantrag, welchem der Ortschaftsrat einhellig zustimmte: Der Ortschaftsrat stimmt dem Lärmaktionsplan grundsätzlich zu. In Bezug auf die umzusetzenden Maßnahmen verlangt das Gremium: Auf der Ortsdurchfahrt Frommern/Dürrwangen eine zeitliche begrenzte Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Auf der Umgehungsstraße B 463 eine zeitlich begrenzte Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 80 in der Zeit von 22 bis 6 Uhr zwischen dem Gewerbegebiet Gehrn und der Einmündung Dürrwangen. Und: Auf der Ortsdurchfahrt Stockenhausen eine zeitlich begrenzte Reduzierung auf 30 Stundenkilometer in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Im Sinne einer einheitlichen Verkehrsführung wird vorgeschlagen, dies zunächst gesamtstädtisch umzusetzen.