Wo man eigentlich innehalten und die Aussicht genießen sollte, lassen Vandalen regelmäßig ihrer Zerstörungswut freien Lauf. Im Ortschaftsrat Münchweier wurde nun vorgestellt, wie man die Situation am Hörd-Pavillon verbessern könnte. (Archivbild) Foto: Masson

Immer wieder wird der Münchweierer Aussichtspunkt Opfer blinder Zerstörungswut. Wie man unliebsamen Besuchern Paroli bieten könnte, war am Montag Thema im Ortschaftsrat. Die Idee: „Alles muss massiver und schwerer werden.“

„Der Pavillon bereitet uns immer wieder Kummer“, erklärte Ortsvorsteherin Charlotte Götz am Montagabend im Münchweierer Rathaus. Der Grund: Regelmäßig kommt es bei dem beliebten Aussichtspunkt auf dem Hörd zu Vandalismus. So oft, dass im April diesen Jahres sogar der Abriss in Frage kam (wir berichteten). Heute – rund sechs Monate später – steht der Pavillon immer noch. Gebessert hat sich die Situation aber offenbar nicht. „Immer wieder liegen zerbrochene Glasflaschen herum, Bretter wurden aus den Sitzbänken gerissen und verbrannt“, beschrieb Götz die blinde Zerstörungswut der unliebsamen Besucher und fügt an: „Es ist eigentlich ein wunderschöner Platz, der jedoch nicht die Bedeutung findet, die er sollte.“

 

Wie sich das ändern könnte, zeigte Ortschaftsrat Max Studer seinen Ratskollegen anhand einer Grafik. Demnach soll ein Teil des Geländes mit Granit- oder Sandsteinblöcken abgezäunt werden. Diese könnten als Sitzmöglichkeit dienen, sollen jedoch vor allem davon abhalten, Autos neben dem Pavillon abzustellen. Zudem soll eine massive Sitzbank her.

Auch ein Spielplatz und eine neue Grillstelle sind geplant

„Alles soll groß und schwer sein, damit man es nicht verschieben oder kaputt machen kann“, erklärte Studer das Konzept seines Vorschlags. Ebenfalls darin enthalten ist ein Spielplatz, um den Aussichtspunkt als Zwischenstopp auf Wanderrouten attraktiver zu machen. Ebenso wie geplante Holzstatuen, wie sie bereits bei der Münchweierer Brudergarten-Hütte zu finden sind. „Zudem sollen verschiedene Abfalleimer für Glas, Plastik und Mischmüll platziert werden“, beschrieb Studer. Darin könne auch Abfall entsorgt werden, der beim Grillen entstehe. Denn auch eine kleine Feuerstelle aus Steinmauern samt Grillrost ist auf dem Plan zu finden. Am Pavillon selbst solle indes nichts gemacht werden. „Es soll sich alles draußen abspielen“, so das Ratsmitglied.

„Prinzipiell ist das eine schöne Idee“, lobte Olaf Denniger, schlug jedoch vor, nicht alle Maßnahmen auf einmal umzusetzen. „Zuerst können die Sandsteinquader platziert werden. Wenn nichts kaputt geht, könnte der Spielplatz nachrücken.“ Dirk Hug sah das Ganze dagegen eher kritisch. So würde besonders die Grillstelle Vandalen anlocken – das hätte die Vergangenheit gezeigt. Denn am Hörd-Pavillon gab es schon einmal eine Feuerstelle, die nach rund einem Jahr jedoch von Krawallmachern zerstört und danach restlos abgebaut wurde. Für Simon Weisbach sei sicher, dass sich das wiederholen werde: „Das wird keine Woche dauern, da ist das Grillrost abgeflext. Da gebe ich die Hand drauf.“ Laut ihm muss man den Platz für Vandalen so unattraktiv wie möglich machen.

Vandalen haben die Brudergarten-Hütte zum „Schandfleck“ gemacht

Das sieht auch Ortsvorsteherin Götz so. „Wir haben dort oben ein Klientel, das nicht aus der Gemeinde, sondern von weiter weg kommt. Die denken, sie können sich am Pavillon austoben.“ Ein gleiches Bild ergebe sich auch bei der Brudergarten-Hütte. „Das ist ein Schandfleck“, war von den Ratsmitgliedern zu hören. Wenn man Geld für den Pavillon in die Hand nehme, sei es schade, wenn es nach kurzer Zeit aussehen würde wie dort.

Apropos: Wer würde das Ganze überhaupt bezahlen? Laut Götz öffnet die Stadt Ettenheim erst den Geldbeutel, wenn sich jemand regelmäßig um den Pavillon kümmert. Dass der Bauhof diese Aufgabe übernimmt, sei ausgeschlossen. „Die sind ohnehin schon überfordert“, erklärte die Ortsvorsteherin. Dabei würde es als Pavillon-Pate bereits reichen, lediglich zwei Mal die Woche auf dem Hörd nach dem Rechten zu sehen, gegebenenfalls Schäden zu melden und Hinterlassenschaften zu beseitigen. Ob sich jemand dieser Aufgabe annimmt, ist noch völlig unklar. Am Ratstisch herrschte am Montagabend Enthaltung. Stephan Tränkle schlug vor, mit Vereinen zusammenzuarbeiten. So könnte der Pavillon als Veranstaltungsort genutzt werden, wenn Vereinsmitglieder dafür ein Auge auf den Aussichtspunkt haben.

Ortsvorsteherin Götz sicherte zu, sich des Themas anzunehmen und sich etwa um die geplanten Holzskulpturen zu kümmern. Außerdem sollen auf Wunsch des Münchweierer Rats die Wallburger Kollegen auf das Ganze angesprochen werden. „Vielleicht wollen sie sich an dem Projekt beteiligten“, war aus dem Ortschaftsrat zu hören.

Info – Polizeistreifen

Der Polizei Ettenheim sei das Thema rund um den Hörd-Pavillon bekannt. „Da die Zufahrt zum Aussichtspunkt für Autos verboten ist, droht denen, die hochfahren, ein Busgeld von 35 Euro“, so Ortsvorsteherin Götz. Allerdings schrecke das nicht jeden Störenfried ab, zumal die Beamten nicht jeden Tag hochfahren könnten.