Erst nachträglich einen Bauantrag stellen, ist nicht im Sinne des Erfinders. Foto: © Marco2811 – stock.adobe.com

Der Ortschaftsrat Schönenbach musste sich mit gleich drei Bauanträgen befassen, die erst gestellt wurden, nachdem die jeweiligen Vorhaben bereits umgesetzt sind.

Bei den verschiedenen Themen in der Sitzung des Schönenbacher Ortschaftsrates sorgten vor allem drei Bauanträge für Verärgerung.

 

Gleich dreimal standen Baumaßnahmen auf der Tagesordnung, die schon weitgehend ausgeführt sind, der Antrag aber jetzt erst im Nachhinein erfolgt.

Schon kurios ist der Bauantrag bei einem Gerüstlager in der Nähe des Schönenbacher Bahnhofs. Hier wurde auf einem Grundstück ein Lager aus Gerüstelementen errichtet, das nun eine Überdachung anstelle der Abdeckplane erhalten soll. Auf Unverständnis stieß hierbei vor allem die Tatsache, dass schon die Einrichtung dieses Lagers damals nicht genehmigt wurde. Denn es wurde auf einer Fläche errichtet, die als Retentionsfläche für das Hochwasser HQ 100 eigentlich nicht bebaut werden darf.

Der Ortschaftsrat habe dies bereits mehrfach im Lauf der Jahre angemerkt, und auch das Landratsamt wurde informiert – bisher ist es aber noch nicht tätig geworden. Nun bekam der Ortschaftsrat die Mitteilung, dass grundsätzlich nach dem Baurecht die Überdachung zulässig ist, der Ortschaftsrat hier also eigentlich zustimmen muss.

Die Tatsache, dass hier gar nicht gebaut werden darf, spiele dabei keine Rolle. Anja Siedle meinte, dass nach zehn Jahren Untätigkeit des Landratsamtes das ganze wohl schon verjährt sei. Der Bauantrag wurde dann bei zwei Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme knapp genehmigt.

Grundsätzlich zulässig

Der zweite Bauantrag betraf einen Pferdestall, der ebenfalls bereits errichtet ist. Hier habe es zwar einmal eine Baugenehmigung gegeben, die aber abgelaufen war. Nun wurde nachträglich noch einmal ein Bauantrag gestellt. Der Ortschaftsrat stimmte diesem einstimmig zu, beklagt aber einmal mehr die nachträgliche Einreichung solcher Anträge.

Der dritte Bauantrag betraf eine Lagerfläche nahe der Breg, für die eine Stützmauer aus Findlingen errichtet wurde. Auch hier habe es früher schon einmal einen genehmigten Bauantrag gegeben. Bei dem inzwischen dann durchgeführten Bau gab es zuerst einmal einen Baustopp des Landratsamtes. Die Lagerfläche sei aber grundsätzlich genehmigungsfähig, weshalb auch hier der Ortschaftsrat einstimmig zustimmte. Vor allem sei diese Stützmauer optisch ansprechend.

Umwelttag positiv verlaufen

In der Sitzung sprach Ortsvorsteher Ralph Wehrle den Umwelttag in Schönenbach an. Hier gab es eine große Resonanz mit mehr als 50 Teilnehmern aus Vereinen und nicht zuletzt auch vom Kindergarten. Für die Teilnehmer gab es abschließend im Feuerwehrgerätehauses als Dank ein Vesper.

Schließlich war noch der Bahndamm ein Thema. Hier wurde von verschiedenen Seiten gefordert, wieder die Poller aufzustellen, um den zunehmenden Verkehr mit Pkw und gar Lkw zu verhindern, der den beliebten Radweg regelmäßig massiv beschädigt.

Poller sind gefährlich

Bei einem Termin mit dem Landratsamt sei aber deutlich geworden, dass das Landratsamt diese Poller wegen Unfallgefahren nicht noch einmal genehmigen wird. Man entschied sich daher für eine eindeutige Beschilderung am Bahndamm, jeweils an den Stellen, wo Wege dem Bahndamm kreuzen. Dabei wurde deutlich gemacht, dass das Ordnungsamt hier künftig regelmäßig präsent sein und die Nutzung des Bahndamms durch Pkw und Lkw verfolgen wird.