Ortsvorsteher Roland Merz hat in der Ortschaftsratssitzung eine Bilanz zum Jahr 2025 in Pfeffingen gezogen. Er sieht den Albstädter Stadtteil gut aufgestellt – Wünsche gibt es dennoch.
Traditionell blickt Pfeffingens Ortsvorsteher Roland Merz in der ersten Ortschaftsratssitzung eines Jahres auf die prägenden Ereignisse des Vorjahres zurück. Für erhitzte Gemüter habe 2025 unter anderem die Umleitung der B-463-Baustelle über die Albstädter und Balinger Stadtteile, darunter auch Pfeffingen, gesorgt. Über mehrere Monate rollte zumindest in Richtung Balingen der Durchgangsverkehr der Bundesstraße durch den Albstädter Stadtteil, für rund vier Wochen ab Mitte Mai gar in beide Richtungen.
Um den Verkehrsfluss auf der Umleitungsstrecke zu halten, wurde unter anderem die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Margrethauser-/Theodor-Heuss-Straße angepasst. Wer von der Tailfinger Langenwand kam, konnte nicht mehr nach Margrethausen abbiegen. Dazu wurde auf Höhe der Alten Schule eine Fußgängerampel installiert sowie auf der gesamten Ortsdurchfahrt Tempo-30 eingerichtet, das regelmäßig von einem Blitzer in der Zillhauser Straße überwacht wurde. Merz sagte zur Umleitung: „Mit den getroffenen Anpassungen in der Verkehrsführung und der Geschwindigkeitsbegrenzung ist eine akzeptable Lösung geschaffen worden.“
Wieder Arbeiten an der Bundesstraße 463
Wenn er auch zugibt, dass Teile der Pfeffinger Einzelhandelsgeschäfte bis zur Existenzbedrohung unter der hohen Verkehrsdichte litten. Nicht zuletzt auch die Anwohner, die zu großen Teilen Tempo-30 befürwortet hätten. Auch in diesem Jahr werden die Pfeffinger den Durchgangsverkehr für einige Wochen zumindest in eine Richtung erneut ertragen müssen. Das Regierungspräsidium Tübingen will voraussichtlich zwischen Mai und Oktober die Fahrbahndecke der B 463 zwischen Lautlingen und Laufen sanieren, sodass der Verkehr wohl einseitig wieder durch das Obere Eyachtal fließt.
Die Umleitung hinderte 2025 die Pfeffinger auch daran, ihren Maibaum in der Ortsmitte aufzustellen. Kurzerhand wurde dieser am Kleinhölzle in die Höhe gewuchtet, wie Merz weiter berichtet. Er erinnerte auch an die Einweihung der Pump-Track-Anlage im Juni beim Sportplatz – „eine Idee, die 2022 im Ortschaftsrat geboren wurde“, betonte Merz. Verwirklicht wurde sie von Bauherr Holger Blum, Betreiber des Bike-Parks in Tailfingen.
Wunsch nach Metzger im Ort
Weitere Höhepunkte waren 2025 die Dorfweihnacht, die auf Initiative des Ortschaftsrats in die Ortsmitte samt kleinem Weihnachtsmarkt verlegt wurde. Der Albverein habe sich beteiligt, weitere Vereine mehr hätten es gerne sein dürfen, blickte Merz zurück. Gefeiert haben sie in Pfeffingen dazu das 75-jährige Bestehen der DRK-Bereitschaft. Erfreulich im Vereinsleben seien auch der Neubau der Umkleidekabine des FC Pfeffingen sowie das Engagement des Albvereins für den Barfußpfad an der Eyachquelle gewesen. Letzteres Projekt wurde im Rahmen des Stadtjubiläums „50 Jahre Albstadt“ realisiert.
Wermutstropfen habe es wiederum im Pfeffinger Geschäftsleben gegeben: Die Sparkasse-Zollernalb hat zum Jahresende ihre Filiale im Ortskern geschlossen; ein Geldautomat bleibt erhalten. Dazu gab Patricia Rauch ihr Spirituosen-Fachgeschäft „Trinkhorn“ auf. Dennoch sei Pfeffingen mit einem Nahversorger, Friseur, Bäcker und Blumenladen gut aufgestellt, erläuterte Roland Merz. Einzig der Wunsch nach einem Metzger im Ort sei groß; auch eine weitere Einkehrmöglichkeit neben dem Clubheim wäre willkommen.
Einblick in statistische Daten
Der Pfeffinger Ortsvorsteher gab auch einen Einblick in die statistischen Daten des Jahres 2025. Pfeffingen schloss das Jahr mit 1982 Einwohnern ab; Ende 2024 waren es noch 1999. Geburten gab es im vergangenen Jahr lediglich vier, jedoch 19 Sterbefälle. 103 Personalausweise, 48 Reisepässe und 17 Führerscheine haben die Pfeffinger beantragt. Der Ortschaftsrat hat sich zu sechs öffentlichen Sitzungen getroffen. Das Ziel des Gremiums sei es weiter, das Beste für Pfeffingen zu erreichen.
So viel steht schon fest: 2026 dürfen sich die Pfeffinger auf eine neue Veranstaltung freuen. Das städtische Kulturamt plant mit der Konzertkiste, einer mobilen faltbaren Bühne, eine Veranstaltungsreihe in den Stadtteilen. In Pfeffingen vermutlich vor der Alten Schule.
Prisca Hille aus dem Kulturamt erklärte den Ortschaftsräten, dass die Stadt Künstler und Genehmigungen stelle und für Werbung sorge. Gesucht sei in jedem Ort ein Verein, der die Bewirtung übernehme. Roland Merz will nun auf die Pfeffinger Vereine zugehen und auch einen möglichen Termin mit dem Kulturamt abstimmen. Geplant ist die Reihe von Mai bis Juli. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben.