Eine Freiflächensolaranlage soll auf dem Brogen entstehen. Der Ortschaftsrat Langenschiltach gab in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich grünes Licht für das Vorhaben. (Symbolfoto) Foto: © Stephan Leyk – stock.adobe.com

Eine Freiflächensolaranlage auf dem Brogen war Thema im Langenschiltacher Ortschaftsrat. Ortsvorsteher Hartmut Breithaupt nannte es erfreulich, dass sich ein Investor gefunden hat.

Stadtbaumeister Alexander Tröndle beschrieb die Notwendigkeit für solche Anlagen damit, dass seit dem Beschluss zur Abschaltung der Atomkraftwerke erneuerbare Energien „stiefmütterlich“ vernachlässigt worden seien, da man auf Gas aus Russland gesetzt habe. Auch gebe es Widersprüche zwischen Energieproduktion und Umwelt- beziehungsweise Tierschutz. Zudem komme das völlig veraltete Baurecht nicht nach, alles sei „super-bürokratisch“. Zur Beschleunigung habe St. Georgen eine Potenzialanalyse in Auftrag gegeben, um Positivflächen auszuweisen. Bis die fertig sei, vergingen aber noch eineinhalb Jahre, erklärte er auf Nachfrage von Bettina Oehl.

 

Drei Hektar sollen bebaut werden

Die Pläne für die Anlage am Brogen sind davon unabhängig. Laut Grundstücksbesitzer und Ratsmitglied Rolf Epting sollen drei Hektar bebaut werden, was drei Megawatt installierter Leistung entspreche. Er will sich zu einem Drittel beteiligen, den Rest, die gesamte Betriebsführung sowie Änderungen von Flächennutzungs- und Bebauungsplan werde Solarcomplex übernehmen, ein Unternehmen, das schon lange in diesem Bereich tätig ist. Der Strom soll zwar möglichst vor Ort verkauft werden, aber nicht an Private. Es brauche einen größeren Abnehmer, so Epting.

Er sieht das Projekt als gute Ergänzung zur eher nachtaktiven Windkraft, da die Solaranlage dank Ost-West-Ausrichtung eher morgens und nachmittags Strom liefern werde. Auch sei das ein zusätzliches Standbein für seinen Betrieb. Würde er dort Mais für Bioenergie anbauen, stünde die Fläche auch nicht für Nahrungsmittel zur Verfügung.

Tröndle wies darauf hin, dass wegen zunehmender Trockenheit immer mehr Flächen nicht bewirtschaftet werden könnten.

Keine aktive Bewirtschaftung

Auf Nachfrage von Breithaupt erklärte Epting, dass auf der Fläche nichts versiegelt wird, die Solarmodule auf in den Boden gerammten Stahlpfosten angebracht sind. Die Module sollen von Unter- bis Oberkante etwa 1,25 bis 2,2 Meter hoch sein. Eine aktive Bewirtschaftung finde darunter aber nicht statt, die Fläche werde nur ein- bis zweimal pro Jahr mit Schafen beweidet. Auf der geschützten, eingefriedeten Fläche könnten sich so verschiedene Tierarten ansiedeln.

Auf Nachfrage von Werner Schultheiß erklärte Tröndle, dass es mit Sicherheit weitere Anfragen anderer Landwirte geben werde, mit denen man sich dann beschäftigen müsse. Deshalb gebe es die Potenzialanalyse.

Der Ortschaftsrat erteilte grundsätzlich seine Zustimmung zum Projekt.