Schura könnte dieses Jahr 1175 Jahre Ersterwähnung feiern. Statt eines Dorffests wird ein Jubiläumsweg mit Infotafeln an acht Stationen eingerichtet.
Bereits zu Beginn seiner Amtszeit hatte Ortsvorsteher Wolfgang Schoch den Anstoß gemacht, einen Freizeitweg mit historischen Fakten und Hinweisen rund um Schura einzurichten.
Die Resonanz war damals groß, umgesetzt wurde die Maßnahme, nicht zuletzt aufgrund der Pandemie, aber bis heute aber nicht. Für das Jahr 2026 bot sich die Gelegenheit, die Idee neu aufzugreifen, Schura kann den 1175. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung feiern.
Die Ortschaft „Scurheim“ ging mit einer Schenkungsurkunde vom 24. Juni 851 an das Kloster St. Gallen. Der Ortschaftsrat war sich darüber klar, dass aus Kostengründen nicht noch einmal ein großes Dorffest wie vor 25 Jahren zum 1150. Jubiläum gefeiert wird. Damals wurde, so Ortsvorsteher Schoch ein Betrag in hohem fünfstelligem Bereich aufgewendet.
Stattdessen soll einem Erinnerungsprojekt mit größerem Nachhaltigkeitsfaktor der Vorzug gegeben werden, und zwar mit dem „Jubiläumsweg Schura“. Für die Umsetzung konnte die Werbeagentur „Der Hingucker“ aus Deißlingen gewonnen werden. Firmeninhaber ist Bernhard Thomma aus Trossingen, der dem Ortschaftsrat nun die ersten Entwürfe vorgestellt hat.
Fünf Kilometer lang
Start und Ziel des geplanten rund fünf Kilometer langen Jubiläumswegs wird der Parkplatz am Friedhof sein. Der Schwierigkeitsgrad wird eher leicht sein, um ein breites Publikum anzusprechen. Weitere Stationen sind die Ziegelhütte, der Schönbach, die Zehnscheuer, die Mooswiesen, das einst geplante Schwimmbad, die Siegerlinde, möglicherweise auch die Kirche.
Vorzug Aluminium
Drei Materialien für die Tafeln stehen zur Verfügung, wobei man Aluminium den Vorzug gab. Holz ist zu kurzlebig und Edelstahl sehr teuer. Immerhin soll es eine Installation mit langer Ausrichtung werden. Bernhard Thomma schlug vor, die Starttafel am Friedhof in einer Abmessung von 80 auf 120 Zentimeter im Hochformat zu fertigen und die sieben Stationstafeln als sogenannte Pultaufsteller im Querformat in der Größe 84 auf knapp 60 Zentimeter. Die Befestigung der Tafeln erfolgt nicht mit einem Fundament, sondern im Baukastensystem.
Neben Fotos und Infos über die einzelnen Stationen ist das Schuraer Wappen, die Zehntscheuer, zugleich der Wegweiser. Die Idee von Ortschaftsrätin Anna Walter, die Tafeln kinderfreundlich eventuell mit kleinen Aufgaben für die Kinder zu gestalten, stieß auf allgemeinen Zuspruch.
Als Maskottchen könnte der Schuraer Biber mit einbezogen werden. Ortsvorsteher Wolfgang Schoch hat sich bereits mit den Textinhalten befasst. „Die sind aber noch zu lang und müssen überarbeitet werden.“
Textentwürfe erstellt
Für seine ausführlicheren Texte mit vielen spannenden Hintergründen und Anekdoten, aber auch weiteren Fotos könnte es aber auch eine Lösung geben. Über einen QR-Code könnten diese abgerufen werden. Möglich wäre diese Einrichtung eventuell über die Homepage der Stadt Trossingen, was aber noch abgeklärt werden müsste.
Ortschaftsrat Ingo Hohner ging sogar noch einen Schritt weiter: „Man könnte die Text auch als Audiodatei hinterlegen und mit dem QR-Code verlinken.“ Die Produktion, so Bernhard Thomma, könnte Ende August, Anfang September erfolgen, um nach Wunsch von Ortsvorsteher Wolfgang Schoch den Jubiläumsweg im Oktober einzuweihen.
In einer anschließenden nichtöffentlichen Sitzung hat der Ortschaftsrat mit Bernhard Thomma, der mit seiner Firma „Der Hingucker“ als Komplettanbieter aus einer Hand von der Konzeptionierung und Planung bis zum Support bei der Montage (eventuell in Zusammenarbeit mit dem Bauhof Trossingen) zur Verfügung steht, über weitere Details und die entstehenden Kosten gesprochen. Im Haushaltsplan 2026 hatte der Ortschaftsrat 10 000 Euro für den Jubiläumsweg Schura beantragt.