Die Ortschaftsratssitzung ist gut besucht. Foto: Schwind

Rund zwei Dutzend Bürger aus Renfrizhausen haben am Donnerstag den Weg zur öffentlichen Ortschaftsratsitzung gefunden. Sicher lag es auch daran, dass der Bebauungsplan und die Zufahrt zum neuen, auf 1,53 Hektar 17 Bauplätze umfassenden Baugebiet "Hintergärten" auf der Tagesordnung standen.

Sulz-Renfrizhausen - Die Stadt Sulz hatte bereits am 2. Dezember 2019 beschlossen, den Bebauungsplan "Hintergärten" im beschleunigten Verfahren nach Paragraf 13b des Baugesetzbuches aufzustellen. Vom 16. Januar bis 17. Februar lag der Bebauungsplan öffentlich für die Beteiligung der Bürger, der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange aus, die so ihre Bedenken mit einbringen konnten. Diese Einwände und Stellungnahmen hatte das Gremium nun zu beraten.

Nachdem es in der Bürgerfragestunde keine Wortmeldungen gegeben hatte, meldeten sich beim entsprechenden Tagesordnungspunkt vor allem Siegmar Kimmich und Bernd Ruckenmüller zu Wort und trugen ihre Bedenken vor. Dies ist in einer Ortschaftsratsitzug so eigentlich nicht erlaubt, da sich die Bürger ausschließlich in der Bürgerfragestunde zu Wort melden dürfen.

Ortsvorsteher Reiner Kimmich machte dann der Diskussion ein Ende ("Ich möchte keine Bürgerdiskussion") und ließ den Ortschaftsrat über den geänderten Bebauungsplan und die erneute Auslegung abstimmen, was dann auch einstimmig war.

Der geänderte Bebauungsplan sieht eine Dachbegrünung für Flachdächer und Dachflächen bis zu einer Neigung von 15° vor. Für die Niederschlagsrückhaltung sieht er verpflichtende Retensionsanlagen auf dem eigenen Grundstück vor. Im Vorgriff auf das im Mai 2022 eintretende Klimaschutzgesetz, welches für neue Wohngebäude den Einbau einer Fotovoltaikanlage vorsieht, wurde diese Verpflichtung bereits jetzt in den Bebauungsplan mit aufgenommen.

Auf eine Anfrage, wie hoch das Interesse für die Baugrundstücke sei, informierte Kimmich, dass es für die 17 Baugrundstücke 19 Interessenten gebe. Kimmich rechnet aber nicht mit einer Wohnbebauung vor dem Frühjahr 2023. Der Bebauungsplan wird jetzt ein zweites Mal ausgelegt, anschließend werden die Stellungnahmen mit eingearbeitet.