Sparen ist auch im Stadtteil Gruol angesagt – allerdings geht es nicht nur um Pflanzen- und Blumenschmuck, war im Ortschaftsrat zu erfahren.
Denn aus dem Haushalt vorerst gestrichen, ist die neue Zufahrtsstraße von der Landesstraße 390 Richtung Weildorf zu den Baugebieten „Auf Hirschen“.
Um die Zufahrt bauen zu können, ist die Stadt Haigerloch bereits in Gesprächen mit dem Regierungspräsidium Tübingen, es fehlt allerdings noch an Grunderwerb. Wann es der finanzielle Spielraum der Stadt wieder erlaubt, diesen Zubringer ins Auge zu fassen, ist momentan ungewiss.
Gruoler Räte befürchten eine Zunahme des Verkehrs in anderen Straßen
Dass derzeit weder Planung noch Bau vorangetrieben werden können, wird in Gruol mit gemischten Gefühlen betrachtet. Man befürchtet, dass mit jedem neuen Haus „auf Hirschen“ die Verkehrslast auf der Panorama- und Angelstraße in Richtung Ortsmitte steigt – und ein Mehr an Fahrzeugen nicht gerade zuträglich für den Zustand dieser beiden Ortsstraßen ist.
In aller Munde ist derzeit der Verzicht der Stadt auf sommerlichen Pflanzen- und Blumenschmuck. In Gruol würde der Verzicht nach Angaben der Stadtverwaltung ein Einsparpotenzial von jährlich 9810 Euro bieten, wobei nur 810 Euro auf das eigentliche Pflanzmaterial entfallen, 2200 Euro dagegen auf die Bewässerung und 6800 Euro auf den Aufwand für den Bauhof.
Wie anderswo lautet die Strategie der Stadt deshalb auch in ihrem zweitgrößten Ortsteil, pflegeintensive Flächen, Beete oder Baumscheiben mit robusten Bodendeckern zu bepflanzen und auf Blumenkästen an Brunnen zu verzichten.
Die Backküche soll erhalten werden, plädiert der Ortschaftsrat
Was die Kosten für den Betrieb der Backküche betrifft, so fällt Gruol etwas aus dem gesamtstädtischen Rahmen, denn hier werden jährlich laut Ortsvorsteher Reiner Schullian rund 2000 Brote gebacken.
Das Defizit der Stadt ist also nicht so hoch, wie anderswo. Der Ortschaftsrat plädierte dafür, die Backküche zu erhalten, weil sie ja auch „die Funktion eines sozialen Treffpunktes“ (Jochen Wiest) erfülle. Vielleicht, so eine Idee Schullians, lasse sich mit ein oder zwei Beetenfesten im Jahr etwas Geld verdienen, um den Backküchenbetrieb finanziell zu stützen.