Alles übersichtlich: Die Räte lehnten den Antrag zum „verkehrsberuhigten Bereich“ in der Primstraße ab. Foto: Schmidt

Der Ortschaftsrat Göllsdorf spricht sich gegen Schrittgeschwindigkeit in der Primstraße aus. Das würde Anwohner benachteiligen.

Die Geschwindigkeitsreduzierung in der Primstraße ist vom Tisch. Jonas Weber, Anwohner der Primstraße, hat es geahnt. Zur Vor-Ort-Besichtigung mit zuständigen Fachbehörden wurden die Anwohner, entgegen der Zusage, nicht eingeladen. „Bürgerfreundlichkeit ist anders“, monierte Ortschaftsrat Hans Maier in der Sitzung.

Das dem nicht so sei, versuchte Ortsvorsteher Wolfgang Dreher zu verdeutlichen: Vor dem Gang in die Öffentlichkeit müsse der Sachverhalt geklärt werden. Das sei mit einer Vorort-Besichtigung geschehen. Die Einladung zur örtlichen Begehung mit den Anwohnern bestehe noch immer.

30er-Zone muss reichen

Die Entscheidung über das weitere Verfahren ist allerdings bereits gefallen. Bis auf eine Gegenstimme von Hans Maier war der Sachverhalt für die Räte eindeutig: Würde die Primstraße in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewidmet, würde sich die Verkehrssituation für die Anwohner verschlechtern.

Der Grund, warum sich Anwohner an die Verwaltung wendeten, war die Sicherheit ihrer Kinder. Zwar handelt es sich bei der Primstraße um eine Anliegerstraße, deren Geschwindigkeit bereits auf 30 Stundenkilometer reduziert wurde. Aber aufgrund der Verjüngung habe sowohl der Verkehr in der Straße als auch die spielenden Kinder zugenommen, erläuterten sie ihr Anliegen und forderten die Verwaltung mittels Unterschriftenliste auf, in der Primstraße Schrittgeschwindigkeit einzurichten.

Parkplätze könnten wegfallen

Um dies zu erreichen, sei die Einrichtung eines „verkehrsberuhigten Bereiches“ notwendig, erläuterte Dreher in der Sitzung. Mit der Konsequenz, dass Fahrzeugverkehr nicht mehr möglich und Parken nur noch in ausgewiesenen Zonen erlaubt sei. Darüber hinaus wären müssten Schutzstreifen und Gehwege gebaut werden. Die Kosten nannte Dreher „erheblich“ und die Umsetzung, aufgrund der geringen Fahrbahnbreite „schwierig“.

Es bestehe zudem die Gefahr, dass die Kosten auf Anwohner umgelegt würden. Zudem sehe die Verwaltung auch keine Notwendigkeit, die Situation zu verändern. Während der einstündigen Begehung habe lediglich ein Fahrzeug die übersichtliche Straße befahren. Und Anwohnerverjüngung gebe es in vielen Teilen Göllsdorfs. Das rechtfertige keinen Anspruch auf Verkehrsberuhigung.

Straßenaufschrift soll Situation verbessern

Beim Nutzen einer Straße sei eine gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer notwendig. Aufgrund der Ausschilderung werde die Primstraße zudem nur von Anliegern genutzt. Unerlaubtes Befahren könne belangt werden. Werde die Straße in einen „verkehrsberuhigten Bereich“ verändert, entfalle der Anliegerstatus und das Befahren wäre für alle Verkehrsteilnehmer möglich. Dem Antrag könne daher nicht zugestimmt werden.

Verbesserungen würden aber vorgenommen. So werde die Beschilderung Richtung Mahle um ein Verbotsschild ergänzt, und an der Einmündung von der Geroldstraße soll ein Zusatzschild mit der Aufschrift „Keine Durchfahrt zum Neubaugebiet“ angebracht werden. Auch soll in der Einfahrt eine weitere „Tempo 30“-Straßenaufschrift angebracht werden.

Nach der Sitzung brachten die Anwohner die Hoffnung zum Ausdruck, dass zumindest die jetzigen Regeln zukünftig durchgesetzt werden.