Ginge es nach dem Fischinger Ortschaftsrat, sollten die Kita (rechts) und die Grundschule mit einem Zwischenbau verbunden werden. Foto: Schwind

Ortschaftsrat: Nähe zu Grundschule ist für viele Eltern ein Luxus / Bereits 18 Anmeldungen für 2022/2023

Fischingen hat ein Problem mit der Anzahl der Kindergartenplätze. Für den Ortschaftsrat ist es ein Beweis für den hervorragenden Zustand der Räumlichkeiten und die herausragende Arbeit der Erzieherinnen.

Sulz-Fischingen. Fischingen steht schon in naher Zukunft vor einem massiven Kindergartenplatz-Problem. Derzeit seien in der Regelgruppe (RG) 24 Plätze, in der Verlängerten Öffnungszeit (VÖ) vier Plätze und in der Ganztagsgruppe (GT) zehn Plätze vergeben, erklärte die Fischinger Kindergartenleiterin Laura Edelmann in der jüngsten Ortschaftsratssitzung.

Zum Ende des Kindergartenjahres seien die Plätze mit 26 in der RG, sechs in der VÖ und zwölf Plätzen in der GT alle belegt. "Für das Kindergartenjahr 2022/2023 liegen bereits jetzt schon 18 Anmeldungen vor", informierte Edelmann den Ortschaftsrat. Sieben Kinder würden in die Grundschule wechseln, damit fehlen in der Summe elf Plätze.

Ortsvorsteher Jürgen Huber führte an, dass die Bauplätze im bereits erschlossenen Neubaugebiet "Mühlheimer Feld" bald zur Vermarktung freigegeben werden. Im Geschosswohnungsbau spreche man von 32 neuen Wohnungen, zusätzlich stehen zehn Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser zur Verfügung. Diese seien vornehmlich von jungen Familien gefragt, klärte er auf. Der Fischinger Ortsvorsteher schätzt für die Neubauten einen zusätzlichen Bedarf von mindestens 13 zusätzlichen Kindergartenplätzen.

Seit dem 1. August 2013 gelte ein Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung für jedes Kind zwischen ein und drei Jahren, dem dann auch ein Platz in einer Kindertagesstätte (Kita) verfügbar gemacht werden müsse, ergänzte die Kindergartenleiterin Laura Edelmann. Diese wären in der Bedarfsplanung noch gar nicht mitgerechnet.

Eine weitere Unbekannte sei der Zuwachs an Kindergartenkindern durch Sanierungen älterer Immobilien im Ort. Durch die Bezuschussung aus dem Sanierungsprogramm Mühlheim-Fischingen werden solche Objekte immer beliebter – auch für Bauherren außerhalb von Fischingen, informierte Huber.

Ein weiteres Argument der Eltern, ihr Kind in Fischingen in die Kita zu geben, ist die Nachbarschaft zur Grundschule, wo teilweise schon ein Geschwisterkind zur Schule gehe, weiß die Kindergartenleiterin. Aber auch die Geburtenzahlen in Fischingen mit alleine zwölf Neugeburten im Jahr 2020 verschärften die Lage.

Huber möchte frühzeitig Lösungen finden

Ortsvorsteher Huber ist es wichtig, jetzt schon auf den Missstand hinzuweisen und Handlungsbedarf anzumelden, deshalb sollen auch schon finanzielle Mittel im Haushaltsjahr 2022 zur Verfügung gestellt werden. Huber präsentierte dann auch gleich eine Lösung zur Behebung des Platzproblems. Für ihn macht ein zusätzlicher Raum zwischen Schule und Kindergarten mit einem Verbindungsgang insofern Sinn, da der neue Raum dann bedarfsgerecht der Schule oder dem Kindergarten zugeordnet werden kann. "Die Kinder können später noch lange genug Bus fahren, dann muss es nicht schon im Kindergartenalter sein", erklärte Huber sein Anliegen.

Für die Zwischenbau-Lösung spreche eindeutig, dass die Fischinger Grundschule erst saniert worden ist. Im Kindergarten stünden in den nächsten Jahren keine großen Sanierungen oder Reparaturen an. Ein weiteres Argument für den Erweiterungsbau sei der große Garten, der zum Kindergarten gehöre, so Huber. Es sei auch bereits eine Zuwegung vorhanden, und eine zusätzliche Nasszelle dürfte mit einem Anbau kein Problem sein, um hier eine kostengünstige Lösung zu finden.

Ein schlagkräftiges Argument ist aber zweifelsohne die Nachbarschaft zur Fischinger Grundschule. "Die Vorschüler lernen bereits frühzeitig, was Schule ist", so Huber.

Ortschaftsräte loben Arbeit der Erzieherinnen

Der Ortschaftsrat stellt sich geschlossen hinter den Ortsvorsteher. Thomas Deuringer sieht ebenfalls den Bedarf einer Kindergartenerweiterung. "Mit dem mehrfach nutzbaren Raum können wir bei der Stadt punkten", ist sich Deuringer sicher. Für Tobias Giering ist der Fischinger Kindergarten nicht zuletzt wegen des pädagogischen Konzepts und der tollen Arbeit der Erzieherinnen im Umkreis sehr beliebt. "Es wäre ja nicht richtig, wenn die Fischinger Kinder auswärts müssten." Martin Schellhammer könne das Thema ebenfalls so mittragen. Diese Lösung würde ein stimmiges Bild im ganzen System geben.

Für den Ortschaftsrat liegen die Trümpfe mit der Nähe zur Grundschule und Turnhalle, dem top ausgebildeten Personal mit einem klaren pädagogischen Konzept, dem guten baulichen Zustand beider Immobilien, aber vor allem der Ganztagsbetreuung, die es in der Stadt Sulz nicht flächendeckend gibt, auf der Fischinger Seite.