In der Sitzung des Ortschaftsrats Boll am Montag wurde von Experten die Sanierungsplanung der Zufahrt zu Maria Zell vorgestellt. Die Räte einigten sich am Ende auf eine Sanierungsvariante mit einer Änderung – das ist sie.
In der Sitzung des Ortschaftsrats Boll wurde die Sanierungsplanung der Zufahrt zu Maria Zell durch Michael Werner und Markus Jäschke vom Bautätigkeitsbereich der Stadt Hechingen vorgestellt. Weitere, insbesondere technische Informationen zu den geologischen Gutachten und Baukosten der Maßnahmen gab Diplomingenieur Andreas Lörcher vom Ingenieurbüro Herrmann und Mang aus Pfullingen.
Zu Beginn ging Michael Werner auf die Ursachen des Hangrutsches ein. Diese wären eine Kombination mehrerer Einflüsse sowie vorausgegangener starker Regenfälle und Verstopfung der Verdolung des Zellerbaches (Bröller). Das eingestaute Wasser, welches über das Ufer trat und entlang des Zellerweges in die Böschung abfloss trug ein Weiteres bei.
Instandsetzung des bestehenden Weges (Variante 1)
Grundlage hierzu ist das geologische Gutachten. Hierbei müsste der Untergrund etwa 3,5 Meter unterhalb der Fahrbahnoberfläche abgetragen werden. Bergseitig ist eine Verzahnung mit Drainagen vorgesehen. Das anfallende Oberflächen- und Drainagewasser wird über einen Graben direkt in den Bach abgeleitet. Die Kosten dieser Zufahrt mit einer Breite von 3,5 Meter belaufen sich auf über 600 000 Euro und wurde ausgeschlossen.
Alternative Wegetrasse (Variante 2)
Um den im steilen Hang abgerutschten Streckenabschnitt zu umgehen, wird die Trassenführung auf flacheres Gelände östlich davon gelegt. Die 3,5 Meter breite Fahrbahn erhält beidseitige Bankette mit 0,75 Meter Breite und mündet mitten im Parkplatz des Bollemer Wasen. Die Ortschaftsräte gaben zu bedenken, dass hierbei eine große Gefahr für spielende Kinder bestehe. Das durch die Rutschung beschädigte Wegstück wird zurückgebaut und renaturiert.
Variante 2.1, Ausbau mit Asphaltfahrbahn, hat den Vorteil einer uneingeschränkten Nutzung für Pkw, Lkw sowie für land- und forstwirtschaftlicher Fahrzeuge. Ein Winterdienst und Straßenreinigung ist möglich. Die Kosten belaufen sich auf 250 000 Euro.
Variante 2.2, Ausbau mit nicht asphaltierter wassergebundener Decke, ist nicht zu jeder Jahreszeit uneingeschränkt nutzbar. Kosten: rund 200 000 Euro bis 230 000 Euro.
Begleitmaßnahmen sind notwendig
Unabhängig von den Varianten sind Begleitmaßnahmen notwendig. Zum Hochwasserschutz soll die Fahrbahn zwischen Rohrduchlass Zellerbach und Parkplatz Maria Zell angehoben werden. Die Verdolung zwischen Parkplatz Boller Wasen und Parkplatz Maria Zell wird auf DN 500 aufdimensioniert, wobei eine Stabilisierung des Hangs im Bachbereich zunächst zurückgestellt wird.
Die Verwaltung empfiehlt die Variante 2.1 weiter zu verfolgen. Die Gesamtkosten, einschließlich der erforderlichen Begleitmaßnahmen und Nebenkosten, werden mit 320 000 Euro angegeben.
Grüne Variante wird nicht berücksichtigt
Die „grüne Variante“ wie sie von Gemeinderat Martin Neumaier vorgeschlagen wurde, wurde nicht berücksichtigt, da diese eine komplett neue Planung erfordert und den weiteren Verwaltungsakt mit anschließender Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen lange verhindern würde. Auch eine Kosteneinsparung wird von Verwaltung und Planungsbüro nicht erwartet.
Der Ortschaftsrat folgt im Wesentlichen der Empfehlung der Verwaltung und stimmt der Variante 2.1 mit dem Antrag zu, den östlichen Teil der neuen Trasse in südliche Richtung zu verlegen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.