Sommerurlaub kennt der Ortschaftsrat Boll nicht: In der jüngsten Sitzung standen die Haushaltsplanung 2026 und die Neuverpachtung landwirtschaftlicher Grundstücke im Fokus.
Zur Haushaltsplanung 2026 haben Ortsvorsteherin Meta Staudt und die Ortschaftsräte in der jüngsten Sitzung ihre Überlegungen eingebracht. Die Beratung ergab folgende Aufstellung: Die letztjährige Streichung der Mittel veranlasste zur Neuaufnahme der Beleuchtungsumrüstung in der Turn- und Festhalle auf LED-Technik. Hierbei kann in Boll mit einer Eigenleistung gerechnet werden. Die Kosten werden aktuell noch ermittelt.
Dazu sollte der Umkleideraum im Feuerwehrhaus neu gestrichen werden. Die Buchsbaumhecken auf dem Friedhof Maria Zell seien zudem vollständig durch den Zünsler zerstört worden und müssen entfernt werden. Ein Termin mit dem Friedhofsamt sei bereits vereinbart. Eventuell müsse für Mehrarbeiten ein höherer Betrag an Mitteln beantragt werden. Ein Vorteil des Entfernens der Hecken soll im neuen Teil des Friedhofes zu sehen sein – dort komme dann die Natursteinmauer wieder besser zur Geltung.
Ein weiterer Posten: Die Straßen innerorts weisen viele Absenkungen auf. Auch sind Schäden auf Gehwegen zu beseitigen. Bemängelt wird, dass die gewünschte Verkehrsschau noch aussteht. Auch hierbei könnte die lange Schadensliste offenkundig gemacht werden. Im Haushalt 2026 werden für Straßenunterhalt daher 40 000 Euro beantragt.
Hochwasserschutz im Haushalt berücksichtigen
Thema im Haushalt 2026 soll auch der Hochwasserschutz sein. Insbesondere für die Projekte „Hang Wingenrain“ in der Eichgasse oder „Verlängerung Zollerbergstraße“ müssen Mittel für Planungen und Maßnahmen im Haushalt eingestellt werden. Hochwasserschutz sei wichtig, da war sich das Gremium einig.
Aufgrund der häufiger auftretenden extremen Wetterlagen sollte das Budget für die Grabenpflege und das Mähen erhöht und entsprechend angepasst werden. Ein zusätzliches Freimachen von Dolen würde die Hochwassergefahr und das Ausschwemmen von Wirtschaftswegen minimieren.
Hinweisschild wird nicht angebracht
Anlass zur Beschwerde gaben in letzter Sitzung wie berichtet die Wasserfontänen am Dorfplatz und der damit verbundene „Kinderlärm“. Ortsvorsteherin Meta Staudt teilte mit, dass die Fontänen morgens abgeschaltet sind. Eine weitere Reaktion auf die Beschwerde veranlasste die Programmierung und Umstellung der Wasserfontänen in der Zeit von 14 bis 18 Uhr. Hier sind die Fontänen im 45-minütigem Wechsel zu Pausen aktiv.
Ein Hinweisschild, welches auf Lärmvermeidung und Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft um den Dorfplatz hinweist, wird nicht installiert. Vielmehr wird nochmals im Stadtspiegel auf die Ruhezeiten hingewiesen. Die Nachbarschaft am Dorfplatz sei über den Beschluss des Ortschaftsrates informiert.
Hallenvergabe an Pfadfinder abgelehnt
Eine Hallenvergabe für eine öffentliche Veranstaltung der Hechinger Pfadfinder vom 19. bis 21. Dezember wurde entsprechend den Statuten einstimmig abgelehnt. Einer Anfrage des OGV für einen „Notfalltermin“ bei schlechtem Wetter am 5. September – ansonsten findet die Geburtstagsfeier in einem Zelt statt – wurde zugestimmt. Einem Antrag, die Hundetoilette von der Eichgasse in den Zellerweg zu platzieren, wurde nicht stattgegeben.
Kompromiss für Neuverpachtung erarbeitet
Die Neuverpachtung landwirtschaftlicher Grundstücke geht nun in die dritte Runde. Die Stadtteile Bechtoldsweiler, Boll und Stetten haben die in zweiter Drucksache, entgegen der ersten Kalkulation erhöhten Pachtpreise abgelehnt. Dies führte dazu, dass eine Entscheidung in der jüngsten Verwaltungsausschuss abgesetzt wurde. Ein tragfähiger Kompromiss dürfte mit dem nunmehr erarbeiteten und nochmals weiter gestaffelten, preislich reduzierten Beschlussvorschlag in dritter Drucksache zur Beratung vorliegen.
Weitere Bedenken und Fragen der Ortschaftsverwaltung Boll in Sachen unterschiedlichen Bodenrichtwerten und eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten bei Grünflächen wurden von Seiten der Verwaltung beantwortet. Es wird ein Pachtzins ab dem 1. November 2025 von 0,80 Euro/ar, ab dem 1. November 2027 von ein Euro/ar und 1,25 Euro/ar ab dem 1. November 2029 vorgeschlagen. In Steillagen wird ein Abschlag von 30 Prozent gewährt. Die Mindestpacht für kleinere landwirtschaftliche Grundstücke beträgt 50 Euro pro Jahr und für Gartengrundstücke 150 Euro pro Jahr.
Pachtpreise resultieren aus Verwaltungsaufwand
Die zuletzt genannten Pachtpreise werden durch einen nicht unerheblichen Verwaltungsaufwands begründet. Die Pachtverträge wurden mit dem Landwirtschaftsamt abgestimmt. Eine Beteiligung des Kreisbauernverbandes habe keine weiteren Notwendigkeiten ergeben. Nach Beratung hat der Ortschaftsrat Boll eine Beschlussfassung auf die nächste Sitzung am 17. September vertagt.