Lange Zeit leer und ungenutzt soll der frühere Gasthof „Adler“ in Bittelbronn umgebaut und im Inneren sieben Wohnungen untergebracht werden. Foto: Birgit Fechter

Eine gute Nachricht in Sachen Innenorts-Entwicklung hat den Ortschaftsrat Bittelbronn erreicht: Ein Baugesuch für den früheren Gasthof „Adler“ in der Imnauer Straße.

Das ehemalige Gasthaus in der Imnauer Straße soll zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut werden, wie Ortsvorsteher Gerd Klingler am Mittwoch im Ortschaftsrat. Der Bauherr, so Klingler, plane sieben Wohneinheiten. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes soll dabei nur geringfügig verändert werden.

 

Es sollen Dachgauben, Balkone und ein Treppenhaus angebaut werden, sonst bleibe die Hülle erhalten, erläuterte der städtische Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck in der Sitzung. Genügend Stellplätze seien vorhanden, die Dachentwässerung erfolge über den bestehenden Abwasserkanal und eine neu zu bauende Zisterne.

Schluck: „Eine gute Sache für die Innenentwicklung“

Der Bauamtsleiter sprach von einer guten Sache für die Innenentwicklung des Bittelbronner Ortskerns. Es wäre aus seiner Sicht gut, wenn solche Projekt Schule machen würden.

Auch Ortsvorsteher Klingler freute sich über das geplante Projekt, er werde immer wieder von jungen Leuten nach Wohnungen in Bittelbronn gefragt. Der Ortschaftsrat stimmte der Nutzungsänderung zu.

Das Gasthaus „Adler“ ist ein Gebäude mit langer Geschichte, wie ein Blick ins Bittelbronner Heimatbuch offenbart. Von den drei Gasthäusern im Ort – Adler, Krone und Rössle – war es das jüngste.

1866 wurde die Baugenehmigung zur Gaststätte erteilt

Wann es genau eröffnet worden ist, lässt sich laut dieser Quelle nicht sagen, aber am 18. März 1866 erhielt der damals ledige Thomas Hinger die Baugenehmigung zur Errichtung einer Gaststätte.

1869 heiratete er Veronika Strobel aus Boll und in den folgenden Jahren muss die Gaststätte gut floriert haben, den 1878 baute der Gastwirt Hinger gegenüber dem Gebäude einen Keller mit Terrasse.

Am 1. April 1899 übernahm Josef Schäfer die Gaststätte. Es mag Schicksal gewesen sein: kurz nach der Übergabe, am 12. Juli 1899, starb der Adler-Erbauer Thomas Hinger mit 61 Jahren.

Einen Tag nach Beschluss stand schon das Gerüst

Nachfolger Josef Schäfer, ein gebürtige Henstetter war zunächst nach Amerika ausgewandert, dann aber wieder nach Bittelbronn zurückgekehrt. Ab diesem Zeitpunkt bis zur Schließung der Gaststätte war der Gasthof Adler immer mit dem Namen Schäfer verbunden.

1926 veränderten die Schäfers das Aussehen des Gebäudes, indem sie einen Wohnhausaufbau errichteten, wie er heute noch zu sehen ist. 1954 traten Josef und Maria ins zweite Glied und übergaben den „Adler“ ihrer Tochter Dora und deren Ehemann Andreas Strobel, ein gebürtiger Weildorfer.

Mit dem Tod von Anton Strobel endete dann allerdings auch die Tradition des Wirtshauses, weil keines der Kinder es weiterführen wollte. Nach dem Beschluss des Ortschaftsrates übrigens stand schon einen Tag später ein Gerüst am Haus.