Der Bildechinger Ortschaftsrat traf sich zu seiner letzten Sitzung im alten Jahr. Eines der Hauptthemen war wieder einmal der Verkehr, der durch den Ort fließt.
Ortsvorsteher Rüdiger Holderried hatte zuerst Information über durchgeführte Verkehrsmessungen in Bildechingen, die durch stationäre und mobile Blitzer ermittelt wurden.
Folgende Fakten konnte er mitteilen: In der Rottweiler Straße fand am 18. November von 10.45 Uhr bis 13 Uhr eine verdeckte Geschwindigkeitskontrolle statt. Dabei wurden 46 Verstöße gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h festgestellt. Die Messreihe befindet sich derzeit noch in der weiteren Auswertung und Daten können zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitgeteilt werden, so seine Info. In der Eutinger Straße, Höhe Rathaus, fand vom 20. November bis einschließlich 27. November eine Messung statt. Für den genannten Standort geht aus der Gesamtzusammenfassung hervor, dass im betrachteten Zeitraum insgesamt 64.940 Fahrzeuge aus beiden Fahrtrichtungen erfasst wurden.
Rund 1800 Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs
Die Beanstandungsquote der Geschwindigkeitsüberschreitungen liegt dabei im Querschnitt bei lediglich 2,8 Prozent, was ungefähr 1800 Fahrzeugen, darunter vier Lastkraftwagen, entspricht. „Von Seiten der Verkehrsbehörde ist auf Basis dieser Werte derzeit nicht von einer relevanten Verkehrsgefährdung auszugehen“, teilte Ortsvorsteher Holderried den anwesenden Räten mit und schon war man Mitten in einer hitzigen Diskussion.
„Diese Menge an Raser wurde als nicht gefährlich eingestuft? Es reicht schon, wenn einer durch den Flecken rast“, so die Meinung von Rat Rafael Martin. Sein Ratskollege Ivo Vidakovic war anderer Meinung. „2,8 Prozent sind gar nichts. Da lohnt es sich nicht, zu blitzen, da das Aufstellen von einem Blitzer auch Geld kostet“, so seine Einschätzung, die Rüdiger Holderried mit den Worten „Man braucht schon eine gewisse Handlungsgrundlage zum Blitzen“ bestätigte.
Im Laufe der weiteren Diskussion wurden zwar viele Emotionen frei, doch die Debatte machte deutlich, dass die Hintergründe des Tempolimits nicht bei allen Ratsmitgliedern gleichermaßen präsent waren.
So traf die Meinung von Ratsmitglied Rafael Martin, man habe die Tempo 30 km/h-Begrenzung durch den Ort aus Sicherheitsgründen eingeführt und könne sie nun ruhig wieder auf 50 km/h hochsetzen, wenn rund 1800 Verkehrsverstöße in einer Woche zu wenig sind, auf Gegenwehr.
Der Ortsvorsteher, der immer wieder versuchte, Struktur in die Diskussion zu bringen, musste ihn dahingehend korrigieren, dass das Tempolimit aufgrund von Lärmschutzgründen und nicht aus Sicherheitsgründen eingeführt wurde.
Rat sieht seit der Pandemie weniger Straßenverkehr
Rat Bernhard Nestel steuerte noch individuelle Erlebnisse mit anderen Verkehrsteilnehmern bei und Michael Laschinger betonte, dass seit der Pandemie generell weniger Verkehr auf den Straßen allgemein zu beobachten sei.
Es folgte so manche Theorie, die zu diesem Thema zwar angeschnitten, jedoch nicht weiterverfolgt wurde, sodass am Ende dem Gremium nur übrig blieb, diese Informationen zur Kenntnis zu nehmen.