Den Scheiben an der Nordfassade der Rheinauenhalle. Foto: Vichra

Die Rheinauenhalle in Ottenheim ist in die Jahre gekommen – nun soll auch die Nordfassade saniert werden. Der Ortschaftsrat spricht sich für eine Kompromisslösung aus.

Kurse, Sportwettkämpfe, Konzerte und Empfänge – die Rheinauenhalle bildet seit 50 Jahren das Zentrum des Ottenheimer Gemeindelebens. Immer wieder wurden einzelne Teile saniert, denn das Bauwerk aus dem Jahr 1976 weist inzwischen erhebliche Mängel auf.

 

In der Sitzung des Ortschaftsrates am vergangenen Dienstag stand die Nordfassade im Fokus – denn, wie Ortsvorsteher Patrick Fertig erklärte, befindet sich diese immer noch im Originalzustand und wurde im Kontrast zum Dach, Boden oder zur Decke nie modernisiert. „Jetzt ist es einfach soweit, dass wir das auch mal in die Hand nehmen müssen“, äußerte sich Fertig. „Das Geld im Haushalt ist auch dafür eingeplant.“

Die Ratsmitglieder diskutierten darüber, welches Modell für eine Sanierung der Fassade sie dem Gemeinderat vorschlagen wollen. Bisher schmückt die Wand eine Glasfront, mit allerdings inzwischen teilweise milchigen Scheiben. Um sich aber die Option für einen Anbau offen zu halten, wäre eine Massivwand geeigneter. Im Beschlussvorschlag ist die Rede vom sogenannte Fensterbank-Kompromiss – eine Massivwand mit einem Fensterstreifen in etwa 1,50 Meter Höhe.

Rat erachtet Anbau als unrealistisch

Sebastian Schäfer (FWV) merkte an, dass die Fläche seiner Ansicht nach schon ziemlich zugebaut sei. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo da noch ein Anbau hinkommen soll.“ Nils Schneckenburger (FWV) entgegnete: „Grundsätzlich finde ich es wirklich schade, dass die Glasfassade wegfällt, aber am Ende des Tages ist es unsere einzige Option, uns das mit dem Anbau offen zu halten.“

Die Wiederherstellung der aktuellen Glasfront würde diese Option für die kommenden 40 bis 50 Jahre verbauen, heißt es in der Beschlussvorlage. „So eine Glasfront kostet allein Unmengen an Strom“, argumentierte Tatjana Baumann (FWV). „Mit dieser Lösung hat man ja trotzdem Glas und wir mauern die Halle nicht komplett zu – und kostengünstiger ist es auch.“

Fertig erinnerte im Rat daran, dass sich dieses Projekt schon eine Weile ziehe. „Die Themen Heizung und Sanitärtrakt stehen auch noch an. Wenn wir jetzt mal eine Sache angehen, können wir uns danach um die nächste kümmern.“ Im Fazit der Beschlussvorlage wird aufgeführt, dass eine Kompromisslösung besser für die langfristige Planung sei, denn Ottenheim könne im kommenden Jahrzehnt mit stetigem Zuwachs rechnen – dies mache sich auch bei der Hallennutzung bemerkbar.

„Es gibt inzwischen so viele Anfragen von Gruppen, die in unsere Rheinauenhalle wollen“, erklärt Fertig. „Kindergärten, Musikvereine, besonders Sporttrend wie Yoga oder Fitness bekommen wir zu spüren. Da müssen wir uns einfach besser drauf einstellen.“ Schneckenburger fragte in die Runde, ob nicht eine mögliche Finanzierungsoption auch eine Zusammenarbeit mit dem TuS wäre: „Wenn wir eine Tribüne bauen, könnten wir ja mal anfragen, ob sie etwas dazugeben.“

Die Option mit der Fensterfront bedeute geringere Unterhaltskosten, mit einer dimmbaren LED-Beleuchtung lasse sich die Halle dennoch in einen stimmungsvollen Veranstaltungssaal verwandeln, wie Fertig erklärt. „Ich weiß, in Nonnenweier und Wittenweier haben sie auch Glas – aber in Altenheim steht zum Beispiel auch eine Halle ohne Glas, in der sie schöne Feste feiern.“ Der Ortschaftsrat entschied mit acht Ja-Stimmen und einer Enthaltung, dem Gemeinderat die Sanierung der Nordfassade durch eine Massivwand mit integriertem Fensterband vorzuschlagen.

30.000 Euro für LEDs

Bei vergangenen Sanierungsarbeiten hatte der Gemeinderat 2017 beschlossen, die Rheinauenhalle mit einer LED-Beleuchtung auszustatten. Der Eigenanteil betrug etwa 30.000 Euro. Durch den geringen Energieverbrauch sollten dadurch die Kosten reduziert werden.