Im größten Bad Dürrheimer Stadtteil Hochemmingen ging es um Freiflächenphotovoltaik und um die Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts.
Im Ortschaftsrat rang man sich nun durch maximal 16 Hektar für eine eventuelle Bestückung mit Freiflächen-Photovoltaik auszuweisen – es war keine einfache Entscheidung, im Ortschaftsrat zerbrach man sich förmlich die Köpfe.
Länger als eine Stunde gingen die Bürgervertreter in sich, diskutierten und lauschten den Ausführungen des zur Sitzung gekommenen Gerhard Bronners vom Gemeindeverwaltungsverband (GVV). Soll man es Biesingen gleichtun und keine Flächen zur Verfügung stellen? Etwas, aber nicht viel ausweisen? Das Thema Freiflächen-Photovoltaik ist natürlich auch in Hochemmingen angekommen, begeistert erwärmen kann man sich vor Ort jedoch nicht.
Ortsvorsteher Helmut Bertsche formulierte es so: „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich persönlich einfach zwischen den Stühlen sitze. Richtig entscheiden kann ich mich nicht.“ Bronners Darlegungen zeigten aber eine gewisse Wirkung, der Umweltberater verwies nicht nur einmal auf die Effizienz von Photovoltaik.
Schließlich wurde stimmte man im Gremium mit 4:3 bezüglich der 16 Hektar zu, ein Mindestabstand von hundert Meter zu den Gehöften soll gelten. Die Zielvorgaben von Landesregierung und Stadt sind bekannt, final entscheidet der Bad Dürrheimer Gemeinderat.
Laut Bertsche hat bislang noch kein Investor Kontakt mit Hochemmingen aufgenommen, ganz anders sieht es in Unterbaldingen aus.
Das als giftig bis hochgiftig eingestufte Jakobskreuzkraut verbreitet sich auch in Hochemmingen, laut Angaben der örtlichen Landwirte jährlich um den Faktor zehn. „Kommt ein einziges Kraut in eine Ladung Heu, kann man alles wegwerfen. Für Pferde und Rinder ist es stark leberschädigend, selbst Großtiere können sogar daran sterben“, war im Ortschaftsrat zu hören. Gerhard Bronner kennt die Problematik mit dem Jakobskreuzkraut, die beste Bekämpfung sei nach wie vor das Ausrupfen: Eine Umweltgruppe etwa sei auf Donaueschinger Gemarkung aktiv und bekämpfe das Kraut von Hand.