Wenn rechts ein Traktor parkt, ist kein Begegnungsverkehr möglich. Foto: Marzell Steinmetz

Ein in der Eyacher Straße in Eckenweiler geplanter Fußweg bereitet Anwohnern Sorgen. Sie befürchten, Erschließungsbeiträge zahlen zu müssen. Der Obstbaubetrieb könnte gefährdet werden.

Bei einer Ortsbegehung an der Einfahrt zum Obstbaubetrieb Däuble am Montagabend diskutierten die Anlieger mit Ortschaftsräten über Lösungsmöglichkeiten, wie die Verkehrssituation entschärft werden könnte.

 

Carola Däuble hatte die Veranstaltung offiziell angemeldet. Die Polizei kam dann auch vorbei, hatte bei der Kontrollfahrt aber nichts zu beanstanden. Auf der linken Fahrbahnseite war der geplante Gehweg aufgezeichnet und mit einem Band sichtbar gemacht. An der Hofeinfahrt parkte zur Demonstration oberhalb am Straßenrand ein größerer Traktor, unterhalb ein weiterer Schlepper mit Anhänger.

Verengung verhindert den Begegnungsverkehr

Sollte der Gehweg tatsächlich gebaut werden, dann würde die damit verbundene Verengung an dem vielbefahrenen Straßenstück keinen Begegnungsverkehr mehr zulassen. Das ist an diesem Abend jedenfalls deutlich geworden. Bis zum Ende der Veranstaltung, nach gut einer Stunde, befuhren fünf Busse die Eyacher Straße. Zuletzt kam es beinahe noch zu einem Verkehrsunfall. Ein Autofahrer musste oben an der unübersichtliche Einmündung der Eyacher Straße in die Weitinger Straße scharf abbremsen, um nicht mit einem Bus zusammenzuprallen.

Gleich kommt der Bus vorbei, dann wird es eng. Foto: Marzell Steinmetz

Der Gehweg würde der Planung zufolge schon vorher durch den alten Friedhof weitergeführt. Ob die Kinder diesen bei Nacht annehmen würden, wird allerdings stark bezweifelt. Sie suchten sich vielmehr den kürzesten Weg, hieß es.

„Wir bekommen den prekären Busverkehr mit“, sagte Gabi Sailer. Es sei zu befürchten, dass durch den Fußweg der fließende Verkehr noch mehr beeinträchtigt werde. Wenn zudem auf der anderen Seite geparkt werde, komme dazu, dass der Gehweg von Autos überfahren werde.

Mit der Fahrbahnverengung könnte aber auch der Obstbaubetrieb, der auf den Anlieferverkehr angewiesen ist, in seiner Existenz gefährdet werden. Während der Saison im September und Oktober werde die ganze Straßenseite zum Be- und Entladen benötigt, erklärte Carola Däuble. Bei ihrem Haus ist die Straße 6,30 Meter breit. Wenn noch ein Gehweg mit 1,5 Meter Breite dazu käme, wäre Parken nicht mehr möglich. Sie würde Kunden verlieren, erklärte Carola Däuble.

Bei einer Ortsbegehung diskutierten Anwohner der Eyacher Straße mit Ortschaftsräten über die Verkehrssituation. Links veranschaulicht ein Band den geplanten Fußweg, der die Fahrbahn verengen würde. Foto: Marzell Steinmetz

Aber nicht nur die Landwirtin hat Existenzsorgen. Für den Gehwegbau stehen Kosten von 280 000 Euro im Raum. 95 Prozent davon sollen auf die Anlieger umgelegt werden. Das sei für diese existenzbedrohend, betonte Gabi Sailer.

Verkehr hat in den vergangenen Jahren zugenommen

„Warum muss man einen Fußweg bauen?“, wollte eine Teilnehmerin wissen. Damit hat sich schon die frühere Ortsvorsteherin Carmen Hess mit ihrem Gremium beschäftigt. Es gebe viele Kinder. Die Eltern sagten, es sei bei dem Busverkehr und den parkenden Schleppern gefährlich. Da könne etwas passieren. Solange dürfe nicht gewartet werden, meinte Ortschaftsrätin Vanessa Dahlhaus. Der Verkehr habe in den vergangenen Jahren durch die Online-Zulieferungen noch zugenommen. Sie versicherte andererseits: „Wir wollen niemanden ruinieren.“

So geht es im Ortschaftsrat weiter

Ortsvorsteher Ralf Essigke fand,
dass die Verkehrssituation „tendenziös“ dargestellt sei, räumte aber ein, dass es tatsächlich eng zugehe. Er verwies auf die Ortschaftsratssitzung am Donnerstag. Hier werde über alles noch informiert. Auch könnten die Besucher bei der Bürgerfragestunde ihre Meinungen äußern. Eines konnte er bereits vorwegnehmen: Der Ortschaftsrat werde den Beschluss fassen, dass Planungen nicht weiter verfolgt würden, wenn die Bürger dafür zahlen müssten. Zudem habe der Fußweg keine Priorität.

Zunächst solle
nach alternativen, verkehrsrechtlichen Lösungen gesucht werden. Er nannte Verkehrsberuhigungen – hier wäre Tempo zehn eine Möglichkeit -, Vorfahrtsregelungen und Halteverbote, um Verkehrssicherheit herzustellen. Essigke: „Wir entscheiden, wie es weitergeht.“ Das Tiefbauamt warte auf Vorschläge.

Die Anwohner
müssten deswegen keine schlaflosen Nächte haben. Mit dieser Aussage gab sich auch Gabi Sailer zufrieden: “Wir haben Schnittmengen. Wenn wir offen kommunizieren, finden wir eine Lösung“, sprach sie das Schlusswort.