Knapp unter dem Kreisdurchschnitt: Der Orts-Check zeigt, Einzelhandel und Lebensqualität sind gut, doch beim Verkehr liegt die Gemeinde weit zurück. Bürgermeisterin Carmen Merz erklärt, was sich ändern soll und woran bereits gearbeitet wird.
„Wie lebt es sich in Zimmern ob Rottweil?“. Diese Frage stand im Mittelpunkt des Orts-Checks, bei dem auch die Lebensqualität in der Gemeinde anhand verschiedener Kategorien bewertet wurde. Mit 6,23 Punkten liegt Zimmern knapp unter dem Durchschnitt des Landkreises (6,38 Punkte) und belegt Platz 12 von 21. Während Themen wie Sport und Vereine, Lebensqualität und Familie & Kinder überzeugen, fällt insbesondere der Verkehr negativ auf.
Einzelhandel als Vorzeigebereich
Mit 7,1 Punkten erreicht Zimmern in der Kategorie Einzelhandel den vierten Platz im Landkreis Rottweil. Die Gemeinde profitiert dabei insbesondere im Gebiet Steinhäuslebühl von mehreren großen Ketten, die auch Kunden aus umliegenden Gemeinden anziehen.
Schlusslicht: Verkehr
Mit nur 4,47 Punkten ist die Kategorie Verkehr das Sorgenkind und belegt im Orts-Check den letzten Platz. Der Durchgangsverkehr und eine mehrfach bemängelte Verkehrsinfrastruktur, insbesondere für Radfahrer, sorgen für viele kritische Kommentare.
„Der Durchgangsverkehr in der Ortsmitte ist unvorstellbar und ohne Pause“, bemängeln die Teilnehmer. Ältere oder beeinträchtigte Menschen würden sich zudem unsicher fühlen, da Fußgängerampeln abgeschafft wurden, heißt es. Auch fehlenden Radwege erschwerten laut Kommentatoren die Mobilität erheblich. „Radfahrer müssen ihre Wege und Schlupflöcher suchen, wenn sie sicher radeln wollen“, so ein weiterer Kommentar.
Die Teilorte hingegen leiden am aus Sicht vieler Orts-Check-Teilnehmer fehlenden ÖPNV. Diese Kategorie reiht sich, wie der Lebensbereich Immobilienmarkt, in den hinteren Reihen bei den Bewertungen ein. „Die Teilorte der Gemeinde Zimmern werden verkehrstechnisch total abgehängt. Ohne Auto ist man aufgeschmissen“, lautet etwa eine der Beschwerden.
Verkehr als Fluch und Segen
Bürgermeisterin Carmen Merz sieht im Verkehr ebenfalls eine zentrale Herausforderung, aber auch eine Chance: „Die Gemeinde Zimmern ist durch die Autobahn und Bundesstraßen sehr gut angebunden, hält eine hervorragende Infrastruktur bereit und bietet eine große Menge an Arbeitsplätzen. Der dadurch entstehende Verkehr ist zugleich Fluch und Segen.“
Trotzdem erkennt sie Handlungsbedarf: „Wir verfolgen konsequent die Optimierung der Verkehrsstruktur durch Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und konnten durch den Lärmaktionsplan die Ausweitung von Tempo-30-Zonen erreichen.“
Die Herausforderung bestehe darin, Wunsch und Wirklichkeit in Einklang zu bringen. „Eine wichtige Entlastung wäre die Schwerverkehrslenkung und die Verbesserung der Knotenpunkte in Richtung Autobahn, um die Umfahrung attraktiver zu gestalten“, ergänzt Merz. Doch leider seien die Einflussmöglichkeiten bei diesen Punkten gering.
Lösungsansätze in Sicht
Um die Mobilität innerhalb der Gemeinde zu verbessern, versuche man immer wieder, neue Angebote zu schaffen und sich stetig weiterzuentwickeln.
Neben geplanten neuen Radwegeanbindungen und dem im November gestarteten E-Car-Sharing-Angebot ist auch die kostenlose Nutzung der PENDLA-App für die Zimmerner Teil des Prozesses. Zudem erklärt Merz: „Zeitnah wird das Gremium über die Einführung von E-Scooter beraten.“
Was den ÖPNV angeht, verweist die Bürgermeisterin auf den Landkreis. Doch sie gibt auch zur Kenntnis, dass die Firma Stadtbus derzeit an einem Konzept arbeite, um das Nahverkehrsangebot in der Gemeinde zu verbessern.
„Die Erkenntnisse sind für uns ein Ansporn, die begonnenen Prozesse fortzusetzen und die Zufriedenheit unserer Bürgerinnen und Bürger weiter zu steigern“, zeigt sich Merz optimistisch.