Nicht gut bestellt ist es aus Sicht der Leser um Immobilien, ÖPNV und Gastronomie. Bürgermeister Stefan Hammer erläutert, wo die Grenzen des kommunalen Handelns liegen, zeigt aber auch auf, wo es Fortschritte gibt – etwa beim Anrufbus.
Die Zahlen haben es in sich. Beim kreisweiten Orts-Check landet Vöhrigen auf Platz 20 – von 21 Kommunen.
Vor allem die Themenbereiche Immobilienmarkt, Öffentlicher Personennahverkehr und Gastronomie wurden schlecht bewertet.
Überall fehlt Wohnraum
„Fast keine Bauplätze“, lautet beispielsweise in Kommentar. Gefragt wurde etwa nach Wohnungsangeboten, der Höhe der Mieten sowie den Kaufpreisen.
„Die Schaffung von Wohnraum unterliegt – was die eigentliche Bautätigkeit anbelangt – dem freien Markt“, erklärt Bürgermeister Stefan Hammer. Überall in der Bundesrepublik fehle es aktuell an Wohnraum. „Das ist bei uns nicht besser oder schlechter als woanders.“
Neue Mehrfamilienhäuser
Doch habe die Gemeinde 13b-Bebauungspläne für Neubaugebiete aufgestellt. Für diese liefen derzeit die Umlegungsverfahren. „Sie sollen in den kommenden Jahren nach und nach erschlossen werden“, blickt Hammer nach vorne.
Die Baugebiete sehen zudem nicht nur Plätze für Ein-, sondern auch für Mehrfamilienhäuser vor. Und durch den Umzug von Bauinteressenten in die Neubauten würden wiederum an anderer Stelle günstigere Mietwohnungen in Bestandsbauten frei.
Aufgabe des Landkreises
Ein anderer Leser äußert sich zur Mobilität. „Die Themen Optimierung des ÖPNV und Verbesserung des Radwegenetzes müssen forciert werden“, wünscht er sich.
Der Bürgermeister sagt dazu: „Für den ÖPNV ist der Landkreis zuständig.“ Mit den Buslinien 7402 Sulz-Vöhringen-Horb und 7432 Sulz-Vöhringen-Oberndorf sei Vöhringen an die drei Städte und deren Bahnhöfe angebunden.
Ordentliche Bus-Taktung
Per Bahn komme man auch nach Rottweil und Villingen-Schwenningen oder Stuttgart.
Dabei verkehrten die Busse werktäglich im Stundentakt, am Wochenende ebenso als Anrufbus. „Für das verhältnismäßig geringe Fahrgastaufkommen im ländlichen Raum ist das ein ordentliches Angebot“, hält er fest.
Bus nach Balingen
Seitdem der Zuschlag für den Anrufbus vom Landkreis abgeschafft worden sei, habe dieser seine Fahrgastzahlen verdoppelt. „Kürzlich hat der Kreistag daher beschlossen, ein zusätzliches Fahrzeug im nördlichen Landkreis im Anrufbusverkehr einzusetzen“, hat Hammer eine frohe Botschaft parat.
Und es gibt noch eine weitere Idee. „Eine Buslinie in Richtung Balingen wäre sehr sinnvoll; über Oberndorf umzusteigen ist viel zu umständlich“, stellt er klar. Für die neue Linie setzten sich die Kreistagsmitglieder der Raumschaft ein.
Kleine Radnetz-Lücken
Auch bei den Radwegen um Vöhringen sieht Hammer Bewegung. „Die Gemeinde erstellt derzeit ein Radwegekonzept“, erklärt er. Da dies mit dem gleichen Planungsbüro wie zuletzt in Sulz und Oberndorf erfolge, könne eine bestmögliche Verzahnung mit diesen Kommunen erreicht werden.
Dazu müsse das bestehende Feldwegenetz genutzt werden. „Oft sind die fehlenden Lücken kleiner als gedacht, oder es fehlt nur an wenigen Beschilderungen“, skizziert er die Probleme.
Kunden stimmen ab
Kilometerlange Neubauten seien für den Landkreis und die Gemeinden selbst bei Bezuschussung durch das Land nur punktuell finanzierbar. „Aber bei guter Vernetzung ist das vielleicht auch gar nicht notwendig“, überlegt er.
Eine weitere Forderung der Bürger lautet, „das Dorf mit mehr Gastronomie wiederbeleben“. „Gastronomie muss der freie Markt regeln“, ist Hammers Haltung. Letztlich stimmten dabei die Kunden mit den Füßen ab.
„Dorfhüttle“ belebt das Zentrum
In dieser Hinsicht habe das Schnellrestaurant an der Autobahn Kaufkraft aufgesaugt, die anderen Gastronomen fehle. Das andere Restaurant an der Autobahn biete gutbürgerliche Küche zu angemessenen Preisen.„In der Innerortslage fehlt es aber am Angebot“, lautet sein Fazit. Das Kundenpotenzial sei eben nicht künstlich vergrößerbar.
Positiv sieht er hingegen die Aktion zum Advents-„Dorfhüttle“. „Das ist eine Maßnahme, um den Dorfkern zu beleben“, erklärt er das Konzept. Dies werde von der Gemeinde auch voll unterstützt.
Für neue Vorschläge habe man jederzeit in offenes Ohr. „Weitere kreative Ideen sind willkommen“, wendet Hammer sich an die Bürgerschaft.