An sich sind die Obernheimer zufrieden mit ihrer Lebensqualität – und doch landet die Gemeinde auf Platz 18 von 25 im Orts-Check des Schwarzwälder Boten. Was ist gut und was ausbaufähig?
Ob „Oberna“, „Obernen“, „Oberhain“ oder „Oberhan“: Die Obernheimer haben viele Kosenamen für ihre Gemeinde, die im Orts-Check des Schwarzwälder Boten zusammen mit den anderen 24 Kommunen im Kreis kritisch auf den Prüfstand gestellt wurde. Mit einem Durchschnittswert von 5,98 landet die Gemeinde kreisweit auf Platz 16 – und damit unter dem Kreisdurchschnitt von 6,33.
Was sich ebenfalls mit dem kreisweiten Wert deckt, sind die Platzierungen für die Kategorien „ÖPNV“ und „Gesundheitsversorgung“: Beide landen auf den letzten Plätzen; die Obernheimer haben die Kategorien ortsintern mit 4,68 für den Nahverkehr und 4,40 für die Gesundheitsversorgung bewertet. Auf Anfrage bestätigt Bürgermeister Alexander Hofer, dass die einzige Arztpraxis in der Gemeinde die von Imre Szentpeteri ist; der Wehinger Allgemeinmediziner hat die Räume 2018 übernommen und führt sie als Zweigstelle zu der seinen weiter.
Saubere Straßen und Wege
Was das Nahverkehrsnetz – in diesem Fall die Radwege – angeht, verweist die Gemeindeverwaltung auf ihrer Internetseite auf die Meldeplattform „Radar-Online“. Darauf können Verbesserungsvorschläge oder Anregungen gemacht werden, die dann an die jeweilige Kommune weitergeleitet werden.
Zu Obernheim findet sich bislang ein Eintrag vom 29. März, als ein Nutzer Schmutz auf einem Radweg nahe der Hörnlestraße gemeldet hatte. Gemäß dem Eintrag auf der Plattform hat die Gemeindeverwaltung etwaige Verschmutzungen Anfang April beseitigen lassen. Als gleichwohl unzufriedenstellend werden die Angebote für die Oberheimer Senioren wahrgenommen und mit 5,06 auf den drittletzten Platz gesetzt – auf demselben Platz landet die Gemeinde auch im kommunalen Vergleich in dieser Kategorie.
Sport und Vereine: ein Plus
Und doch sind die Obernheimer mit ihrer Lebensqualität im Ort insgesamt zufrieden, die mit einer Bewertung von 6,83 den dritten Platz in der Kommune holt. Noch besser schneidet die Bewertung für das örtliche Sport- und Vereinsangebot mit 6,91 ab: 13 Vereine werden auf der Internetseite der Gemeinde gelistet, was laut Hofer auch dem aktuellen Stand entspricht. Neben der DLRG Ortsgruppe Obernheim und dem Männergesangverein Harmonie werden hier auch der MotorSportClub und der Förderverein der Grund- und Hauptschule gelistet.
Ausbaufähig erscheint auch die Kategorie „Digitalisierung/Energie/Klima“, die die Teilnehmer mit 5,94 eher unterdurchschnittlich bewerten. In der März-Sitzung des Gemeinderates war zu erfahren, dass die geografischen Gegebenheiten keine Nutzung zur Windenergie zulassen. Auch in Sachen Solarenergie sieht es schlecht aus: Theoretisch gebe es eine mögliche Fläche; die befinde sich aber Teils in einem Landschaftsschutzgebiet, teils in Privatbesitz.
Am besten ist es um die Sauberkeit in Obernheim bestellt
Am zufriedensten sind die Befragten mit der Sauberkeit: Mit einem Wert von 7,55 landet die Kategorie, bei der auch die Müllentsorgung abgefragt wurde, bei ihnen auf Platz eins. Im kommunalen Vergleich landet Obernheim auf Platz 18 und damit unter dem Durchschnitt. Die weiteren Noten betreffen die „Sicherheit“ mit einem Wert von 6,75, „Familie & Kinder“ mit 6,37, der Immobilienmarkt mit 6,25, Verkehr mit 6,23, „Kultur & Freizeit“ mit 5,95, die Gastronomie mit 5,55 und der Einzelhandel mit 5,27.