Eine große Vielfalt an hochwertigen Angeboten und besondere Locations, wie die Klosterkirche: Das ist aus Sicht von Bürgermeister Winter ein Alleinstellungsmerkmal für Oberndorf. Foto: Veranstalter

Das Ergebnis des Orts-Checks in Oberndorf zeigt: Da ist in vielen Bereichen noch Luft nach oben. „Verbesserungspotential“ sieht auch Bürgermeister Matthias Winter. Er ist dennoch davon überzeugt: „Oberndorf am Neckar hat viel zu bieten“.

Platz 15 mit einem guten Wert bei Kultur & Freizeit, aber auch „Schelte“ in Form von niedrigen Punktzahlen, etwa im Bereich Gastronomie, und die bittere Pille, im Landkreisvergleich Schlusslicht in Sachen Lebensqualität zu sein – das sagt zumindest das Ergebnis des Orts-Checks. Was sagt Bürgermeister Matthias Winter dazu? In welchen Bereichen stimmt er zu, was sieht er vollkommen anders?

 

Lebensqualität Lebensqualität – darunter verstehen die Abstimmenden verschiedene Dinge. Die einen nennen in der Umfrage die Freizeitmöglichkeiten, die anderen Gastronomie, Verkehr und Mietpreise als Aspekte.

Bürgermeister Winter schätzt das Thema Lebensqualität – wenig überraschend – viel besser ein: „Oberndorf bietet nach meinem Empfinden ein hohes Maß an Lebensqualität.“ Das begründet er mit der günstigen Lage, „umgeben von Grün“ mit „einem hohen Freizeitwert“, aber auch mit einem funktionierenden Gemeinwesen mit vielen Vereinen, Initiativen und Ehrenamtlichen.

Von Kultur bis zu Wirtschaft

Neben der Fasnet als verbindendem Element nennt er zahlreiche Beispiele, mit denen Oberndorf aus seiner Sicht punkten kann: Von Angeboten für alle Altersgruppen über Polizei, Feuerwehr und Krankenhaus bis zu diversen kulturellen Angeboten und hochkarätigen Veranstaltungen sowie besonderen Locations.

Auch sei Oberndorf eine „sehr wirtschaftsstarke Stadt, mit Weltfirmen und ‚Hidden Champions‘, zu uns pendeln mehr Menschen zur Arbeit ein als aus. Unsere Unternehmen investieren am Standort.“

Talplatzsanierung als große Maßnahme

Man arbeite daran, diese Infrastruktur zu erhalten und die Stadt „noch attraktiver zu machen“, sagt er. Hierzu zähle beispielsweise die Sanierung des Talplatzes, der „nach Fertigstellung das Stadtbild der Talstadt deutlich aufwertet und ein hohes Maß an Aufenthaltsqualität bietet.“

Defizite im Marketing Also alles in Butter aus Winters Sicht? Nein: „Wir müssen sicher noch besser darin werden, unsere Stärken nach außen zu transportieren. Momentan erarbeiten wir ein neues Markenerscheinungsbild, das die Stadt entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit selbstbewusst auftreten lässt. Dazu wird auch unsere Homepage neu gestaltet werden.“

Digitale Dienstleistungen

In digitalen Dienstleistungen setze die Stadtverwaltung im Landkreis schon heute die Benchmark, etwa mit der digitalen Wohnsitzanmeldung. Aber auch hier wolle man sich verbessern und Stärken besser kommunizieren. Winter gibt zu: „Die Bereiche Tourismus und Stadtmarketing sind verbesserungswürdig, hieran arbeiten wir bereits. Wir beziehen dabei auch die Bevölkerung mit ein, beispielsweise beim Projekt Oberndorf schafft Stadt oder dem Radverkehrskonzept, dessen Ergebnisse am 12. November vorgestellt werden.“

Kultur & Freizeit Dass Oberndorf beim Orts-Check in Sachen Kultur & Freizeit punktet, ist für Winter nur logisch. „Die Vielfalt unserer Angebote zeichnen Oberndorf ebenso aus wie deren Qualität. Dies ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal für Städte in unserer Größenordnung“, sagt er. Das breitgefächerte Kulturangebot werde aus seiner Sicht unterschiedlichsten Interessen gerecht. Es gebe Heavy Metal beim „Easter Cross“, Top-Acts wie Ray Wilson, „Klassik auf Weltniveau“ mit den Meisterkonzerten und dem Schwarzwald-Musik-Festival, Feste, wie das Biergartenfest und der Mostbesen, Sommernachtskino, Theaterabende, Sportevents wie das U19-Fußballturnier und vieles mehr.

Freizeitangebot wird erweitert

Tolle Freizeiteinrichtungen gebe es mit dem Freibad, Sportplätzen, dem Kino und der Minigolfanlage auch. Und es kommt noch mehr: „Momentan erarbeiten wir mit dem Alpenverein eine Mountainbikestrecke oder wollen den Mauserstollen für geführte Touren öffnen.“

Gastronomie Am schlechtesten bewertet haben die Oberndorfer die Rubrik Gastronomie. Winter sieht das anders: „Das gastronomische Angebot würde ich als gut bezeichnen. Mehr geht sicherlich immer, vor allem gefühlt. Aber man muss sich vergegenwärtigen, was wir alles haben: Es gibt Restaurants für deutsche, italienische, spanische, griechische, türkische oder asiatische Küche“, sagt er.

Nachfolgelösungen und Neuheiten

In mehreren Fällen habe man sehr gute Nachfolgelösungen für bestehende Restaurants gefunden. Neues gebe es auch: Die kürzlich eröffnete Bar Paradox biete eine neue Club-Atmosphäre, das „Krokodil“ wolle ab November neu einen Mittagstisch anbieten. Und das Kino werde momentan erweitert, auch hier soll ein neues gastronomisches Angebot entstehen, so einige der Nennungen Winters.

„Vor dem Hintergrund der schwierigen Lage im gastronomischen Bereich, sind wir ordentlich aufgestellt. Ich denke in Oberndorf ist für jeden Geschmack etwas dabei, und man kann satt werden – ich habe es jedenfalls immer geschafft.“

Der Orts-Check insgesamt Wie schätzt Winter das Ergebnis insgesamt ein? „Der Orts-Check ist eine Momentaufnahme und spiegelt sicher nicht alle Qualitäten und Facetten von Oberndorf wider“, meint er. Aber: „Er hat gezeigt, dass die Teilnehmenden Verbesserungspotenzial für unsere Stadt sehen. Wie dargestellt, sind in einigen Bereichen bereits erste Schritte unternommen worden, um dort, wo es sinnvoll möglich ist, Verbesserungen zu erreichen. Über anderes muss zunächst noch nachgedacht werden.“

Eine Stadt entwickle sich ständig weiter. „Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen an der Stadtentwicklung teilnehmen wollen“. Für Fragen, Vorschläge oder konstruktive Kritik stehe er stets zur Verfügung, betont Winter. Und findet: „Oberndorf hat viel zu bieten. Es gibt wenige Städte unserer Größe, die in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens quantitativ und qualitativ so gut aufgestellt sind wie wir, davon bin ich überzeugt!“

Orts-Check-Analyse geht weiter

Die Orts-Check-Analyse geht weiter: Was der Bürgermeister zu weiteren Rubriken gesagt hat, und welche Kommentare uns erreicht haben, lesen Sie am 19. Dezember.