Der Verkehr macht den Umfrageteilnehmern aus Loßburg zu schaffen. Foto: Leana Beck

„Wir waren nicht untätig die letzten Jahre“, sagt Bürgermeister Christoph Enderle. An der Energie- und der Mobilitätswende sei die Kommune dran, die neue Sporthalle werde geplant und der Fachkräftemangel treibe Enderle um. Doch eins nach dem anderen.

Nach dem Motto „heute bestellt, morgen geliefert“ funktioniere die Kommunalpolitik schlichtweg nicht, erklärt Bürgermeister Christoph Enderle im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es dauert alles etwas länger.“ An manchen Projekten sei die Gemeinde Loßburg bereits seit mehr als 20 Jahren dran. Und daher seien ihm die Wünsche aus der Bevölkerung durchaus bekannt, die die Online-Umfrage Orts-Check des Schwarzwälder Boten nochmals an die Oberfläche geholt hat.

 

„Welcher Bürgermeister sieht keinen Verbesserungsbedarf in seiner Kommune?“, wirft Enderle in den Raum. Die Welt drehe sich schließlich weiter. „Sonst würden wir noch immer in einer Höhle sitzen und rohes Fleisch essen“, sagt er scherzhaft.

ÖPNV

Bei der Frage, wie zufrieden die Umfrageteilnehmer mit dem Radwegenetz und dem ÖPNV sind, holt sich Loßburg mit 5,14 Punkten den zehnten von 16 Plätzen im Kreis Freudenstadt. „Es ist dringend notwendig, das Radwegenetz besser auszubauen, insbesondere zwischen Loßburg und Freudenstadt. Es ist lebensgefährlich, auf der Bundesstraße Rad zu fahren, und es ist unmöglich, mit einem normalen Fahrrad durch den Wald zu fahren“, äußert sich ein Bürger in der Umfrage.

Für dieses Thema zeigt sich Enderle äußerst empfänglich: „Wir sind seit acht Jahren an der Planung des Radwegenetzes dran“, seufzt er. „Und wir sind guter Hoffnung, noch in diesem Jahr in die konkrete Planung zu starten.“ Er selbst fahre gerne Rad – besonders mit „Lola“, dem Lastenrad der Gemeinde, sei er oft unterwegs.

Mobilitätsknoten

Im Hinblick auf den ÖPNV wünscht sich ein Umfrageteilnehmer zudem: „Die Busverbindungen sollten verbessert werden. Kleinere Busse wären sinnvoll.“ Ein anderer meint: „Der ÖPNV sollte arbeitnehmerfreundlich ausgerichtet werden.“

Enderle kontert: „Am Mobilitätsknoten am Bahnhof sind wir dran.“ Und auch das ÖPNV-Taxi des Landkreises sieht er als Chance. Bürger über 60 Jahre könnten zudem das „DRK-Seniorenmobil“ nutzen.

Senioren

6,20 Punkte und somit den fünften Platz im Kreis Freudenstadt holt sich Loßburg im Themenfeld „Senioren“. Der Durchschnitt liegt im Kreis bei 5,82 Punkten. Das Seniorenzentrum Gebrüder-Hehl-Stift in Loßburg gibt es seit 1999, erzählt Enderle. „Mit der Bruderhausdiakonie haben wir da einen super Betreiber“, schwärmt er. Es sei einfach schön, wenn man in seiner Heimat alt werden dürfe, findet Enderle, und kann nachvollziehen, wieso seine Kommune in diesem Themenkomplex gut abgeschnitten hat.

Immobilien

Mit dem zwölften Platz im Kreis Freudenstadt und 4,8 Punkten muss sich Loßburg zufrieden geben, wenn es um das Wohnungsangebot und die Höhe der Mieten beziehungsweise der Kaufpreise geht. „Wir leben in einer reizenden Gegend. Leider bluten viele Ortsmitten aus, es gibt viel Leerstand. Die ,besonderen’ Häuser mit Schindelfassade und hohen Giebeln vergammeln oft“, hat ein Bürger ins Freifeld der Umfrage geschrieben. Ein Problem, das nicht nur aus Loßburg bekannt ist.

Boulderwand

Und dass die Teilnahme an der Umfrage tatsächlich eine Auswirkung haben kann, zeigt folgendes: Wie Enderle im Gespräch erzählt, werde aktuell die neue Sporthalle geplant. Darauf angesprochen, ob der Wunsch nach einer Boulderhalle, den ein Umfrageteilnehmer ins Freifeld geschrieben hatte, integriert werden könnte, entgegnete er: „Wir sind auch für eine Boulderwand offen. Die Person, die diesen Wunsch geäußert hat, soll einfach auf mich zukommen.“ Schließlich werde diese Halle für die Bevölkerung gebaut. Beteiligung sei immer erwünscht.