Der große Ortscheck für die Schäferlaufstadt Wildberg steht an. Teil 2: Besonders Verkehr und ÖPNV sind große Themen in Wildberg – nicht zuletzt, weil momentan der Lärmaktionsplan evaluiert wird. Doch auf dem letzten Platz in der Stadt landet die Gesundheitsversorgung – besonders für ältere Menschen sei die Situation sehr schwierig.
Auch für die acht verbleibenden Kategorien des Wildberger Orts-Checks haben die 193 Teilnehmer abgestimmt und so die Reihenfolge bestimmt. Wie bereits im ersten Teil sind diese Bewertungen für Bürgermeister Ulrich Bünger nicht repräsentativ. Dementsprechend äußert er sich nicht direkt zu den Bewertungen, sondern informiert im Allgemeinen über die Kategorie aus seiner Sicht.
Mit 5,64 landet die „Gastronomie“ auf Platz sieben in Wildberg, knapp über dem stadteigenen Durchschnitt. Im Kreis landet die Stadt trotz “Krone“ und „Talblick“ nur auf Platz zwölf. Hierfür lässt sich in den Kommentaren der Befragung schnell erkennen: Die Qualität stimmt zwar, doch das Angebot reicht nicht aus. So gibt es Stadtteile ohne jegliche Gastronomie, und andernorts hätten die Restaurants nur noch abends offen.
„Wir haben Gewerbefreiheit“, betont Bünger. Jeder könne eine Gastronomie öffnen. Dies sei keine Pflichtaufgabe der Stadt. Für deren Bestehen müssen die Menschen natürlich aber auch dort essen gehen. Nichtsdestotrotz werde Wildberg oft beneidet, unterstreicht er. „Man sollte auf das schauen, was man hat. Und dafür dankbar sein.“
Die Kategorie „Digitalisierung/Energie/Klima“ landet laut Bewertung von 5,36 auf Platz acht in der Stadt. Kreisweit weit hinten auf Platz 22 von 25.
Die Stadt wolle laut Bünger mehr für die Kommunikation tun. Besonders in Sachen Digitalisierung. Der Bürgerservice sei schon sehr gut aufgestellt – vieles sei online bereits möglich, ohne ständig das Rathaus aufzusuchen. Auch schnelles Internet komme – in Effringen und Schönbronn läuft der Breitbandausbau bereits.
Die Kategorie „Senioren“ landet in der Stadt mit 5,29 auf Platz neun – Platz 17 erreicht Wildberg kreisweit. Die Kommentare zeigen vor allem, dass es gerade in den Stadtteilen schwer sei. „Wenn man hier kein Auto hat oder altersbedingt nicht mehr fährt, wird das Leben sehr beschwerlich“, schreibt ein Teilnehmer. Ohne Auto gebe es „keine Chance zum Arzt, Einkaufen“ oder anderem zu kommen, schreibt ein anderer.
ÖPNV
Platz 18 im kreisweiten Vergleich und mit 4,98 landet die Kategorie „ÖPNV“ in Wildberg auf dem zehnten Platz. Besonders bemängelten die Teilnehmer den „teuren“ ÖPNV, aber auch die Radwege und deren Zustände.
Dazu direkt äußert sich Bünger nicht. Aber: „Wir haben Millionen für Radwege ausgegeben, und müssen jetzt feststellen, dass die Leute auf der Landesstraße fahren“, resümiert Bünger im Allgemeinen. Wenn die geschaffenen Angebote nicht genutzt werden, könne die Stadt dies nicht ändern.
Außerdem müsse klar sein, dass die Topographie Wildbergs Radwege erschwere. Gerade nach Effringen und Schönbronn gebe es keine ideale Ausgangslage. Für den ÖPNV sei ebenfalls nicht die Stadt sondern der Landkreis zuständig.
Immobilienmarkt 4,87
Der „Immobilienmarkt“ landet in der Stadt auf Platz elf mit 4,87 Punkten. Kreisweit liegt Wildberg damit auf Platz 17. Auch hierbei habe die Stadt wenig Einflussmöglichkeiten, betont der Bürgermeister. So werden ordnungspolitische Rahmenbedingungen vom Land und Bund geschaffen.
Mit 4,80 landet die Kategorie „Verkehr“ auf Platz zwölf, kreisweit auf Platz 21. Auch in den Kommentaren der Umfrage das Top-Thema. Besonders Geschwindigkeitskontrollen und -reduzierungen seien gewünscht.
Und genau daran arbeite die Stadt momentan. Der Entwurf des Lärmaktionsplans lag nun bereits zum zweiten Mal im Rathaus aus und Bürger konnten Stellungnahmen dazu abgeben. Diese würden nun einzeln mit dem Gemeinderat abgewogen, ausgewertet und aussortiert werden, erläutert Bünger. Dann werde das Gremium Maßnahmen entscheiden.
Platz 13 in Wildberg: der „Einzelhandel“ mit 4,68 Punkten. Damit landet die Schäferlaufstadt kreisweit auf Platz 16. Besonders in den Stadtteilen sei es schwierig, schreiben die Teilnehmer in der Umfrage.
Nichts Neues für den Bürgermeister. Auch ihn erreichen diese Kommentare immer wieder. Auch hier gelte allerdings die Gewerbefreiheit – wie bei der Gastronomie. Die Stadt habe hier keine Pflichtaufgabe.
Gesundheitsversorgung
Auf dem letzten Platz für die Wildberger landet die Kategorie „Gesundheitsversorgung“ – mit 4,30 im kreisweiten Vergleich auf Platz 18. Die ärztliche Versorgung würde immer schwieriger, schreibt ein Teilnehmer. Nun gehen die beiden Ärzte des MVZ Gültlingen in Rente und noch ist kein Nachfolger in Sicht.
Der Bürger müsse sich klarmachen, betont Bünger im Gespräch: „Wer sind die Handelnden?“ Die Stadt unterstütze in Sachen Gesundheitsversorgung, doch hauptverantwortlich sei die Kassenärztliche Vereinigung des Landes. Natürlich stehe die Stadt im Austausch mit der Mednos eG, die das MVZ in Gültlingen betreibt. Hier laufe die Akquise.