Blick auf die Schramberger Nordstadt mit Kirche St. Maria (links) und Kulturzentrum Schloss (dahinter): Während das Thema Sport und Vereine ganz oben im Schramberger Ranking steht, landet der ÖPNV auf dem letzten Platz. Kreisweit ist Schramberg Schlusslicht in der Sparte Sauberkeit. In der oberen Hälfte liegt die Stadt beim Einkauf. Foto: Wegner

520 Personen aus Schramberg und seinen Stadtteilen haben sich am großen Orts-Check des Schwarzwälder Boten beteiligt – dies sind rund 2,52 Prozent aller Einwohner der Großen Kreisstadt, die ein Stimmungsbild abgegeben haben.

Vier Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern gibt es im Landkreis – neben der Kreisstadt Rottweil und Schramberg die etwas kleineren Kommunen Oberndorf und Sulz. Und so gilt es die Ergebnisse des Orts-Checks vor allem mit diesen drei Kommunen in Beziehung zu setzen, die vor der Struktur zwar nicht gleich, aber doch ähnlicher sind als beispielsweise kleinere Gemeinden wie Hardt oder Schenkenzell.

 

Und vor diesem Hintergrund schneidet Schramberg gar nicht so schlecht ab, wie es auf den ersten Blick der Landkreisübersicht mit insgesamt 20 weiteren Kommunen aussieht.

Schon beim Ranking selbst liegt Schramberg zwar deutlich hinter Rottweil und unter dem Durchschnitt, aber mit 5,84 Punkten (einer Ranking-Skala von eins bis zehn) ziemlich genau zwischen Oberndorf mit 6,0 und Sulz mit 5,78. Dazu kommt, dass der Landkreis Rottweil insgesamt im Vergleich zu anderen Umfragen dieser Art ein sehr gutes Ergebnis eingefahren hat – und so einzelne Orte innerhalb dieses Gesamtresultats schlechter aussehen, als sie eigentlich in einem noch größeren Vergleich aussehen würden.

Im Landkreis-Ranking unter den letzten vier

Und nun zu den Zahlen: Die Stadt Schramberg belegt im Vergleich im Landkreis Rottweil den 17. Platz. Von den abgefragten Kategorien belegen acht von 14 dabei einen Rang über dem Durchschnitt.

Die Themen Sport und Vereine, Familie und Kinder sowie Lebensqualität schneiden am besten ab. Hier kommt Schramberg auf einen guten Wert von 7,71. Indes, auch mit diesem Ergebnis reicht es der Großen Kreisstadt nicht zu einem Platz in der oberen Hälfte der Tabelle, die von der Nachbargemeinde Hardt mit sagenhaften 9,1 Punkten angeführt wird.

Aber auch hier zeigt sich, dass in der Tabelle die Städte des Landkreises in der Einschätzung ihrer Bürger ziemlich nahe beieinander liegen.

Sauberkeit und Müll ein heißes Thema

Ganz unten ist Schramberg beim Thema Sauberkeit und dem Funktionieren der Müllentsorgung angesiedelt: 6,22 Punkte erreichte die Fünf-Täler-Stadt zusammen mit ihren Stadtteilen. Das reichte gerade einmal für den letzten Platz aus. Indes, deutlich wurde auch, dass die untere Hälfte der Tabelle nicht einmal einen Punkt auseinander liegt – bis ganz oben zu dem Hardter Ergebnis mit einem Top-Wert von 8,32 sind es dann aber schon satte 2,1 Punkte Differenz.

Zwar ist Schramberg beim Thema Sauberkeit die Kommune mit den wenigsten Punkten im Landkreis – dabei sind diese 6,22 aber noch eines der besseren Ergebnisse innerhalb der 14 abgefragten Kategorien.

Gesundheitsversorgung deutlich unter Durchschnitt

Unterdurchschnittlich bewertet und auf der viertletzten Tabellenposition gelandet ist mit 5,16 die Gesundheitsversorgung. Da dürfte mit Sicherheit die Schließung des Krankenhauses vor mittlerweile 13 Jahren eine Rolle spielen, aber auch die Tatsache, dass trotz intensiver Suche und mit Unterstützung der Stadtverwaltung für den Stadtteil Tennenbronn noch immer kein Arzt gefunden wurde. „Hausarzt gesucht, Praxis vorhanden“, ist seit drei Jahren an den Ortseingängen von Tennenbronn zu lesen – noch immer ohne Erfolg. Und es ist klar, dass in den nächsten Jahren weitere Ärzte und Zahnärzte altershalber ihre Praxen aufgeben werden – ob sie Nachfolger finden? Noch offen.

Ganz unten rangiert in Schramberg nämlich mit gerade einmal 5,0 der Öffentliche Personennahverkehr – und das, obwohl der Gemeinderat die Kosten für eine Fahrt mit dem Bus seit Jahresbeginn auf gerade einmal einen Euro gesenkt hat.

Fehlende Bahnverbindungals ein Negativ-Punkt?

Wer sich umhört, wieso dieses Ergebnis so schlecht ausfällt, der hört schnell, dass der ÖPNV in der Regel – abgesehen von den Linien nach Schiltach und Rottweil – für den Schülerverkehr ausgelegt sei und dass es eben keinen Bahnhof, sprich keine Eisenbahnverbindung von und nach Schramberg gebe.

Bei GastronomieLuft nach oben

Kein positives Echo findet auch das Thema Gastronomie in der einst von vielen Gastwirtschaften unterschiedlichster Couleur geprägten Stadt. 5,19 von zehn möglichen Punkten haben die Abstimmenden hier vergeben. Bleibt zu hoffen, dass die Gaststätten, die jetzt – wie die „Braustube“ im Herzen der Fußgängerzone – wieder einen Nachfolger gefunden haben, auch so aufgesucht werden, dass sich diese für den neuen Betreiber künftig rechnen wird.

Einen kleinen Lichtblick bietet der Einzelhandel: Da liegt Schramberg mit 6,22 Punkten auf Platz zehn im Landkreis und damit deutlich über dem Durchschnitt.