Schiltach landet im großen Orts-Check des Schwarzwälder Boten auf dem Treppchen: Der dritte Platz von 21 Gemeinden im Kreis Rottweil zeigt, dass die Stadt ein lebenswerter Ort ist – für alle Generationen.
Schiltach erreicht nicht nur in der Gesamtwertung (7,02 von 10 Punkten) das Podest, sondern mit 8,33 Punkten und Platz drei auch in der Kategorie Lebensqualität. Bürgermeister Thomas Haas freut sich über das Ergebnis: „Mit Platz drei bin ich natürlich zufrieden. Dies entspricht auch meiner eigenen Wahrnehmung.“
„Für eine Gemeinde dieser Größe ist vieles über dem Durchschnitt“, merkt auch ein Teilnehmer des Orts-Checks an. Das spiegelt das Zahlenwerk wieder: In vielen Kategorien erzielt Schiltach überdurchschnittliche Ergebnisse – etwa bei Digitalisierung & Klima (Platz fünf), Verkehr (Platz zwei), oder ÖPNV, wo Schiltach sogar den ersten Rang belegt.
Dem Orts-Check zufolge ist das Städtle für alle Generationen ein lebenswerter Ort: Schiltach schneidet nicht nur in der Kategorie Senioren gut ab, sondern hat auch für Familien und Kinder genügend zu bieten (jeweils Platz fünf). Während in vielen anderen Gemeinden Kindergartenplätze Mangelware sind, muss sich Schiltach hier keine Sorgen machen – nicht zuletzt durch die Eröffnung der Klaus-Grohe-Kita im vergangenen Jahr, deren Auslastung noch gering ist. Aber auch in den kirchlichen Kindergärten halten sich die Belegungszahlen in Grenzen, so dass man in Schiltach eher ein Auge auf die zuletzt rückläufigen Kinderzahlen hat. „Wir konnten in den vergangenen zwei Jahrzehnten das Angebot an Kindergartenplätzen immer mehr ausweiten. Dies gilt sowohl für die Betreuungszeiten als auch die Betreuungsart“, betont Bürgermeister Haas.
Ärzteangebot soll ausgeweitet werden
Ein klassisches Mangel-Thema ist eigentlich auch die Ärzteversorgung im ländlichen Raum – doch Schiltach liegt mit 7,59 Punkten hier ebenfalls weit über dem Landkreis-Durchschnitt (6,20). „Ich freue mich, dass das Projekt Fachärzte in Schiltach gute Früchte trägt“, ist Haas stolz. Doch der Bürgermeister weiß, dass sich die Situation schnell ändern kann: „Zurücklehnen können wir uns da nie, da sich dieser Markt in einem ständigen Wandel befindet. Ich hoffe, dass wir im ersten Halbjahr 2025 unser Angebot ausweiten können.“
Bemängelt werden bei der Gesundheitsversorgung von einem Teilnehmer des Orts-Checks lediglich die „weiten Wege“ zu den Krankenhäusern. Während mit der dauerhaften Besetzung der Rettungswache ab Mai 2025 jüngst ein Erfolg in puncto Notfallversorgung erzielt wurde, droht durch die geplante Schließung der Notfallpraxen in Oberndorf und Wolfach der nächste Einschnitt.
Radweg als Wunsch
Ein zwar nicht in Zahlen messbarer, aber von vielen Teilnehmern des Orts-Checks angebrachter Wunsch betrifft den geplanten Radweg zwischen Schiltach und Wolfach. Einigen dauert die Umsetzung hier offenbar zu lange. Erst Ende Oktober diskutierte der Schiltacher Gemeinderat lange über die Planungsvarianten für die Querung der Bundesstraße bei Halbmeil. Da die vom Regierungspräsidium vorgesehene Bedarfsampel von einigen Ratsmitgliedern kritisiert wurde, gab die Stadt Schiltach auf Vorschlag von Thomas Kipp die Planung einer weiteren Variante – diesmal für eine Über- oder Unterführung – in Auftrag. Als nächstes soll nun eine gemeinsame Sitzung der Schiltacher und Wolfacher Räte die Sache voranbringen.
Die Kritik und Wünsche sollen aber nicht über das gute Ergebnis Schiltachs beim Orts-Check hinwegtäuschen: „Wir leben in einer Region, wo andere Urlaub machen. Bei allen Kritikpunkten möchte ich nirgendwo anders leben“, bringt es ein Teilnehmer auf den Punkt.