Im sanierten und modern umgestalteten Rathaus in der durchaus belebten Ortsmitte laufen die Fäden zusammen. Foto: Wagner

In Epfendorf weisen die Ergebnisse des Orts-Checks kaum Ausreißer aus. Das heißt: In vielen Bereichen sehen die Teilnehmer die Gemeinde im unteren Mittelfeld.

Viele Teilnehmer des großen Orts-Checks, in dem wir die Kommunen im Landkreis Rottweil unter die Lupe nehmen und Leserinnen und Leser zu Wort kommen lassen, sehen für Epfendorf noch einiges an Potenzial.

 

Im Ranking landet die Neckartalgemeinde mit dem Hauptort Epfendorf und dem Ortsteil Talhausen im Neckartal, und den östlich gelegenen Höhen- Ortsteilen Harthausen und Trichtingen nach der Umfrage auf dem 19. von 21 Plätzen: 5,64 Punkte kamen bei der Bewertung insgesamt heraus.

Ergebnisse im Detail sind spannend

Der Kreisdurchschnitt liegt gut einen Punkt höher, vom Schlusslicht trennen Epfendorf knapp 0,2 Punkte. Das heißt auch: Das Ranking für den Landkreis Rottweil ist als sehr homogen zu interpretieren. Um so spannender wird es, die Ergebnisse im Detail anzuschauen. Denn die Spanne der zu vergebenden Punkte reicht von 1 bis 10. Und tatsächlich gehört Epfendorf zu den Gemeinden mit der höchsten Differenz zwischen Top und Flop.

Auch die Spitzenreiter lassen Luft nach oben

In der Betrachtung des ganzen Landkreises gibt es einen klaren Spitzenreiter: „Sport und Vereine“ werden am positivsten bewertet. Mit deutlichem Vorsprung landen sie auch in Epfendorf auf dem ersten Platz: 7,93 Punkte – gut ein Punkt mehr als „Sauberkeit“ auf dem zweiten Platz – sind ein klares Votum. Es relativiert sich allerdings ein wenig, wenn man die Kreisergebnisse anschaut: Dort landet Epfendorf selbst mit diesem sehr guten Wert erst in der zweiten Hälfte.

Genau so sieht es auch beim Thema „Sauberkeit“ aus: 6,91 Punkte reichen im Ranking für die Gemeinde zwar fast für den Platz ganz oben, und damit auf denselben Rang wie in der kreisweiten Betrachtung, allerdings ist der Wert an sich im kreisweiten Vergleich nur für einen 15. Platz gut.

Übersetzt könnte man daraus lesen: Auch wenn etwas als „gut“ empfunden wird, ist das kein Grund, zu feiern – es geht noch deutlich besser.

Das andere Ende der Skala zeigt keine Scheu

Ein Blick aufs andere Ende der Skala zeigt: Die Teilnehmer der Umfrage scheuen sich nicht, schlechte Noten zu verteilen: 3,69 Punkte vergeben sie für den Einzelhandel in Epfendorf.

Das wiederum ist ein Wert, der sich sehr deutlich vom der Beurteilung des Angebots von „Sport und Vereine“ unterscheidet. Tatsächlich ist die Differenz von 4,24 Punkten vergleichsweise hoch. Das heißt: Die Spitzen werden nicht zurückgenommen oder gedämmt, es gibt keine Tendenz, die Extreme zu meiden, sondern der ganze Rahmen ist etwas „nach unten“ verschoben, könnte man meinen.

Einzelhandel polarisiert

Neben den Bewertungen mit einer Notenskala von 1 bis 10 hatten Teilnehmer auch die Möglichkeit, beispielsweise weitere Themen anzusprechen, oder beschreibende Bewertungen abzugeben. Gerade das Thema Einzelhandel polarisiert hier: „Wir benötigen einen Lebensmittelmarkt“, fordert ein Teilnehmer, ein anderer schreibt: „Mit der ‚Heimatliebe‘ und dem Besinnungsweg sehe ich die Nahversorgung gesichert und den Tourismus gefördert.“

Die Teilorte sehen sich benachteilige

Bei genauerer Betrachtung der Kommentare fällt auf: Tatsächlich werden für die Höhenorte Mängel genannt. Zwar sind die Erhebungen anonym, doch nutzen einige Teilnehmer die Möglichkeit, Missstände ausdrücklich in Harthausen oder Trichtingen zu verorten.