Im Zukunftsfeld Digitalisierung, Energie und Klima liegt Dornstetten im Orts-Check, verglichen mit anderen Kreisgemeinden, weit hinten. Ebenfalls Handlungsbedarf sehen die Umfrageteilnehmer in Verkehrsfragen – vor allem in Hallwangen, aber auch in Aach.
Lediglich Platz 13 unter den 16 Kreisgemeinden, und noch einmal Platz 13 in der Bewertung der 14 Kategorien für Dornstetten selbst: Was das Engagement der Stadt in Sachen Klimaschutz und den Stand der Netzabdeckung für Breitband sowie Mobilfunk angeht, stellen die Umfrageteilnehmer der Stadt Dornstetten mit einer Bewertung von 5,1 (Kreis-Durchschnitt: 5,76) kein gutes Zeugnis aus.
Gut ein Fünftel der Dornstetter Teilnehmer am Orts-Check hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, am Ende Kritik, Anregungen oder Wünsche zu äußern. Einige Kommentare beziehen sich auf die genannten Zukunftsthemen. „Der Ausbau in Sachen ‚schnelles Internet‘ geht viel zu langsam voran!“ ist da zu lesen; „Ich wünsche mir mehr Engagement für klimaneutralen Verkehr und klimaneutrale Energie“, schreibt ein anderer Befragter; „Deutlich mehr tun in Sachen Klimaschutz“ wird ebenso gefordert wie das „Bilden von Genossenschaften für Nahwärme und Windkraft, unter Moderation der Gemeinden oder des Landkreises“.
Das Nahwärmenetz wird „definitiv kommen“
Mit diesen Aussagen konfrontiert, äußert Bürgermeister Bernhard Haas Verständnis für die Ungeduld mancher Einwohner. Er erklärt, woran es hakt, und dass andererseits einiges im Werden ist, was man einfach noch nicht sieht.
Da wäre die Nahwärme. Das längst in der Planung befindliche Netz vom Schulzentrum bis zur Stadthalle (und später bis zum Rathaus), derzeit im Stadium der Vorvertragsabschlüsse mit Hauseigentümern, „wird definitiv so kommen“, sagt Haas. Ziel sei es, 2025 die ersten Gebäude zu versorgen.
Der Gemeinderat habe außerdem beschlossen, einen Zuschussantrag für die Einstellung eines Energiemanagers zu stellen. Der werde sich auch um die öffentlichen Gebäude kümmern. Was Photovoltaik-Anlagen auf diesen angehe, stelle sich dies nicht immer so leicht dar, wie gedacht. Auf einigen Dächern sei die Installation aufgrund der Statik schwierig, und für den neuen Kindergarten in Hallwangen sei erst gar kein Angebot eingegangen. Geplant seien aber zumindest PV-Anlagen auf der Riedsteighalle und der Stadthalle, wenn sie dann saniert und umgebaut ist.
Die Stadt sei in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen, verweist Haas zudem auf den Wärmeverbund zwischen Schulzentrum und Riedsteighalle sowie die komplette Umstellung auf LED bei der Straßenbeleuchtung. Geplant seien nun auch E-Car-Sharing und zwei Ladesäulen im Zuge der entstehenden Parkplatzanlage am ZOB.
„Das Backbone kommt erst jetzt zu uns“, erklärt Haas zum Basisnetz des Landkreises, das alle Städte und Gemeinden mit Glasfaser anbindet. Von Glatten her sei es zum Brunnenberg verlegt worden, jetzt gerade werde Hallwangen von Herzogsweiler her angebunden. Um den innerörtlichen Ausbau soll sich dann die OEW Breitband GmbH kümmern, sämtliche Zuschussbescheide lägen vor. Der Druck, gesteht Haas ein, sei in den Stadtteilen größer, weite Teile der Kernstadt seien schon jetzt gut versorgt.
ÖPNV und Radweg: Stadtteile fühlen sich abgehängt
Eine nähere Betrachtung bei den Orts-Check-Ergebnissen lohnen auch die Kategorien Verkehr und ÖPNV. Mit Bewertungen von 5,90 und 5,73 rangieren beide kreisweit auf den Plätzen sechs und fünf, innerhalb der Stadt aber nur auf neun und zehn.
Zwar liegen Dornstetten und höher gelegene Teile von Aach mit den Haltepunkten an der wichtigen Bahnachse Eutingen – Freudenstadt, doch ein Umfrageteilnehmer dürfte das Problem mit seiner Anmerkung auf den Punkt bringen: „Ohne Auto ist man in den Teilorten verloren.“ Mehrfach gefordert wird die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Konkret geht es um bessere, pünktlichere und häufigere Verbindungen, was sich unter anderem so liest: „Getakteter ÖPNV mit zeitlich passenden Umstiegsmöglichkeit zu den Bahnverbindungen des Freudenstädter Sterns bis in den späteren Abend – und Sonntag früher als 9.30 Uhr, um auch Tagesausflüge mit dem ÖPNV machen zu können.“
Insbesondere die Verbindung von Hallwangen nach Dornstetten sei „nicht so optimal“, weiß auch Bürgermeister Haas. Deshalb habe die Stadt das Bürgermobil eingerichtet. Auch die Beteiligung am Mobilitätsprojekt ÖPNV-Taxi des Landkreises sei bereits beschlossen. Das Bürgermobil soll es dennoch weiterhin geben. Und ja, so Haas, er könne sich vorstellen, darauf hinzuwirken, dass der ÖPNV darüber hinaus weitere Verbindungen nach Hallwangen anbiete.
Ein frommer Wunsch: der Bahnhof für Hallwangen
Auch die Radwegeverbindungen werden moniert. Innerorts will die Stadt jetzt vier Lücken schließen, doch in einem Punkt hat Haas auf kurze bis mittlere Sicht wenig Hoffnung: den Radweg nach Glatten. Der Antrag beim Regierungspräsidium sei gestellt, im Ausbauprogramm des Landes tauche die Trasse jedoch nicht auf, was wohl an diversen Schwierigkeiten entlang der Strecke liege. „Ich fürchte, dass es noch dauern wird, ich sehe es die nächsten Jahre nicht“, sagt Haas. Wohl ganz unerfüllt bleiben wird hingegen ein anderer Wunsch zweier Umfrageteilnehmer: der Bahnhof in Hallwangen.