Das Orthozentrum wird am Standort Sulz erweitert – und damit auch das Leistungsspektrum, denn nun ist auch ein Facharzt für Viszeralchirurgie und Proktologie Teil des Teams und schließt damit sozusagen eine „Marktlücke“.
Das Team des Orthozentrums, das neben dem Standort in der Sulzer Neckarstraße einen weiteren in der Oberndorfer Kirchtorstraße hat, wächst stetig.
Als sich da 2021 die Möglichkeit bot, das Nachbargebäude am Standort Sulz, das teils eine bauliche Einheit mit dem bestehenden Praxisgebäude bildet, zu erwerben, war der Kauf quasi unvermeidlich, wie Georg Schrön, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, erzählt.
2010 fing alles an
2010 hat Schrön die chirurgische Praxis von Ulrich Schaible übernommen, 2011 die Räume in der Neckarstraße 3 bezogen und zu einer modernen Praxis für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie mit einem ambulanten OP nebst Aufwachraum mit vier Betten und Sterilisationseinheit umgebaut.
Etwa zehn orthopädische ambulante Operationen – elektive, also nicht notfallmäßige Eingriffe – werden hier täglich an den zwei OP-Tagen in der Woche vorgenommen und rund 1200 bis 1400 Operationen pro Jahr (beide Standorte).
Zum Team am Standort Sulz gehören neben Georg Schrön die Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie Thomas Friedrich (auch Hüft- und Knie-Endoprothetik), Björn Kocher, Fabian Hofmann und Sorin-Nicolae Husar (zu 50 Prozent beim SRH Krankenhaus in Oberndorf angestellt).
Der Standort Oberndorf
2019 wurde der zweite Standort in Oberndorf mit mehr als 500 Quadratmetern eröffnet und das Spektrum um die Gefäßchirurgie erweitert. Dieser Zweig sei stark gewachsen, berichtet Schrön. Seit 2022 ist die Gefäßchirurgie ein zertifiziertes Venenzentrum.
Die Ärzte Berthold Lueg und Roberto Sederino (im Sommer 2023 dazugestoßen) würden dort an vier Tagen in der Woche ambulante Venenoperationen vornehmen, etwa die minimalinvasive und daher komfortablere und kosmetisch ansprechendere Behandlung von Krampfadern, erklärt Schrön.
Umbau fast fertig
Derweil ist der Umbau des Nachbargebäudes in Sulz inzwischen nahezu fertiggestellt. Die Wände zum Bestandsgebäude wurden im Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss durchgebrochen, wie Schrön beim Rundgang zeigt.
Im Keller des neuen Gebäudeteils befindet sich neben den Technikräumen auch die Druckluft- und Sauerstoffanlage für den OP-Betrieb. Das Erdgeschoss ist eine Erweiterung der Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Experte für Proktologie neu im Team
In diesem Teil wird der Facharzt für Viszeralchirurgie und Proktologie Daniel Mertmann tätig sein, der seit Februar dieses Jahres zum Team gehört. Er ist Spezialist für die Behandlung von beispielsweise Bauchwandhernien (Nabelbrüche oder Leistenbrüche etwa) sowie für die Behandlung von Enddarmerkrankungen wie Hämorrhoiden, Fisteln und dergleichen. Zuvor war er auf diesem Gebiet sechs Jahre lang Oberarzt am Schwarzwald-Baar-Klinikum.
Die Ergänzung durch Mertmann ist ein Glücksfall, denn laut Schrön gibt es in der Raumschaft nur sehr wenige Proktologen. „Damit verbessern wir die Versorgung hier vor Ort also enorm“, und das freue ihn als Sulzer besonders. Und man sende das Signal, dass man auch im ländlichen Raum gute Ärzte bekomme, wenn das Angebot entsprechend gut sei.
Diskretion ist wichtig
Da Patienten mit proktologischen Leiden oftmals großen Wert auf Diskretion legen, wurden ein zweiter Eingang und Empfang eingebaut, durch den der Patient direkt in diesen neuen, ruhigeren Bereich der Praxis gelangt.
Im ersten Obergeschoss des neuen Gebäudeteils wurde eine Privatklinik mit zwei Ein-Bett-Zimmern und einem Zwei-Bett-Zimmer eingerichtet. Im zweiten Obergeschoss befinden sich Büroräume.
Manches ist noch nicht fertiggestellt. „In sechs Wochen wird das alles schön aussehen“, ist sich Georg Schrön aber sicher.
Chirurgische Praxen gewinnen an Bedeutung
Das Team des Orthozentrums Sulz operiert auch regelmäßig stationär im SRH Krankenhaus Oberndorf aufgenommene Patienten. Drei OP-Tage pro Woche sind es dort. So habe man zu zweit um die 255 Endoprothesen (Hüfte, Knie und Schulter) in einem Jahr gemacht.
Die Pandemie habe den ambulanten Operationen aber einen Schub gegeben, sagt Georg Schrön. Und chirurgische Praxen würden auch im Zuge der Krankenhausreform, mit der eine Bereinigung des Marktes vollzogen werde, an Bedeutung gewinnen.
Eine Herausforderung bleibe der Fachkräftemangel. Bedarf an Medizinischen Fachangestellten habe man immer. Aktuell sind im Orthozentrum an beiden Standorten rund 40 Mitarbeiter beschäftigt, in zwei Jahren werde man aber deutlich mehr als 50 benötigen, prognostiziert Schrön.