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Ortenaukreis Coronavirus: Klinikum ist vorbereitet

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Die beste Möglichkeit, um sich vor Krankheiten jeder Art zu schützen, ist und bleibt noch immer das Händewaschen. Foto: Klose

Ortenau - Zwei bis drei Menschen melden sich täglich beim Ortenau-Klinikum mit der Befürchtung, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Die aktuellen Fälle in Italien verstärken die Sorgen noch. Für den Kreis hat sich die Bedrohungslage nicht verändert.

Was ist zu tun, wenn man glaubt Husten, Kopfschmerzen und eine erhöhte Körpertemperatur deuten auf eine Infektion mit dem Coronavirus hin? Durchatmen, nachdenken und dann gegebenenfalls beim Arzt oder in einer Klink anrufen. Wer keinen direkten Kontakt zu Personen aus den Risiko-Gebieten, also aus China oder den jetzt betroffenen Regionen in Norditalien hatte, muss auch bei den entsprechenden Symptomen nicht automatisch auf eine Corona-Infektionen schließen. Wenn aber beides der Fall ist, sollte der- oder diejenige auf jeden Fall vorher mit Arzt oder dem Krankenhaus telefonieren, damit sich die Mediziner auf die Untersuchung vorbereiten können und nicht andere Patienten unnötig gefährden.

Wie groß ist die Verunsicherung in der Ortenau?

Dass die Verunsicherung wächst, bestätigt Andreas Schröder, Chefarzt der Klinikhygiene am Ortenau-Klinikum. Das Klinikum habe an allen Standorten im Kreis Isolierzimmer eingerichtet, in denen Menschen mit Symptomen, die Kontakt mit Personen aus den Risiko-Gebieten hatten, untersucht werden. Das ist jedes Mal eine aufwendige Prozedur für die Krankenhausmitarbeiter, die vor der Untersuchung die entsprechende Schutzkleidung anlegen, um sich und andere nicht zu gefährden – ein hoher Zeitaufwand. Mehr als zwei Dutzend Tests sind bis jetzt durchgeführt worden. In allen Fällen wurde eine Corona-Infektion ausgeschlossen.

Wer ist jetzt besonders gefährdet?

Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Personen, die Kontakt mit einer an 2019-nCoV erkrankten Person hatten, und innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten mit ihrer Ärztin oder Arzt Kontakt aufnehmen, erklärt das Landratsamt. Wichtig sei es, vorher anzurufen und den Besuch in der Praxis oder im Krankenhaus anzukündigen, wenn jemand in der betroffenen Region war oder Kontakt mit einer erkrankten Person hatte.

Wie kann es zur Ansteckung kommen?

Zur Ansteckung kann es kommen, wenn erregerhaltige Tröpfchen oder Speichel direkt oder indirekt über die eigenen Hände in Kontakt mit der Nasen-, Rachen- Mund- oder Augenschleimhaut kommen, erklärt Daniel Caroppo von der Krankenkasse DAK auf unsere Anfrage. Schätzungen gehen davon aus, dass – ohne entsprechende Isolierungsmaßnahmen – statistisch jeder Infizierte bis zu zweineinhalb andere Menschen ansteckt. Eine Ansteckungsgefahr geht von Infizierten bereits vor Ausbruch der Erkrankung aus.

Wie äußert sich eine Infektion beim Betroffenen?

Im Vordergrund der Symptome stehen meist Husten, Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Die Rate der Patienten mit deutlichen bis schweren Infekt-Symptomen könnte bei rund 25 Prozent der Infizierten liegen, schätzt die DAK. Eine etablierte Behandlung oder ein Impfstoff stehen bislang noch nicht zur Verfügung.

Wie ist der Ortenaukreis vorbereitet?

Das Gesundheitsamt Ortenaukreis verfügt über Maßnahmenpläne, teilt das Landratsamt mit. Diese werden im Falle einer Seuchen- oder Alarmlage für den jeweiligen Fall angepasst, um verwendet werden zu können. Dies gilt auch für einen Ausbruch mit dem neuen Coronavirus. Im Landratsamt gibt es einen Verwaltungsstab, der jederzeit einberufen werden kann und in dem auch das Gesundheitsamt, speziell bei medizinischen Fragestellungen, vertreten ist.

Wie funktioniert der Pandemieplan?

Notaufnahmen melden, wenn eine Häufung bestimmter Infektionskrankheiten auftritt. Dann werde sich der Arzt an seine Vorgesetzten wenden, die gegebenenfalls eine Reihe von Maßnahmen auslösen und zum Beispiel mehr Ärzte und Pflegepersonal in den Dienst rufen – ein Vorgehen ganz ähnlich wie zum Beispiel bei einem Massenunfall. Da kranke Menschen ins Krankenhaus gehen, besteht natürlich immer die Gefahr der Übertragung von Krankheiten in den Kliniken insbesondere in den Notaufnahmen.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind möglich?

Am wichtigsten ist die persönliche Hygiene, insbesondere richtiges Händewaschen. Empfohlen wird auch das Vermeiden von Kontakten mit Personen, die an Atemwegserkrankungen leiden. Gesichtsmasken der Klassen FFP1 bis FFP3 können das Ansteckungsrisiko bei Personenkontakten verringern.

Mit dem Coronavirus-Ausbruch in Italien mit mehr als 200 Infizierten und mehreren Toten ist die Epidemie nah an Deutschland herangerückt. "Deshalb müssen wir damit rechnen, dass sie sich auch in Deutschland ausbreiten kann", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin.

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