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Ortenau Zecken: Die Gefahr lauert im Unterholz

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Zecken sind draußen in der Natur überall anzutreffen – vor allem im Unterholz und im hohen Gras lauert die Gefahr. Foto: Jäger

Ortenau - Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber oder Kopfschmerzen – bei solchen Symptomen liegt derzeit der Gedanke an Covid-19 nahe. Dabei kann der Auslöser ein ganz anderer sein – zum Beispiel von Zecken übertragene Krankheiten.

In den Sommermonaten zieht es viele Menschen in die Natur. Dabei kann es bei Wandern, Sport oder Picknick leicht zu einem Kontakt mit Zecken kommen. Doch: "Nicht die Zecken an sich sind die Gefahr, sondern ihre mögliche Belastung mit Krankheitserregern", sagt Beate Rauscher vom Gesundheitsamt im Landratsamt. Die kleinen Blutsauger können für den Menschen gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen.

Die Ortenau ist Hochrisikogebiet: 164 Land- und Stadtkreise sind 2020 vom Robert-Koch-Institut als Hochrisikogebiete für von FSME-Viren befallene Zecken ausgewiesen worden. Der Ortenaukreis gehört dazu. Circa ein bis fünf Prozent der Zecken sind mit FSME-Viren infiziert, gibt das Gesundheitsamt an. Deshalb wird allen Menschen, die sich in der Region gerne in der freien Natur bewegen, zu einer FSME-Impfung geraten.

"Bei einer Infektion durch ein FSME-Virus kann es zunächst zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber oder Kopfschmerzen kommen", erklärt AOK-Ärztin Ariane Chaudhuri. "Meist heilt die FSME ohne fortdauernde Schäden aus. Ist aber das zentrale Nervensystem oder das Rückenmark betroffen, kann es zu bleibenden Schäden kommen".

 Borreliose-Risiko nicht unterschätzen: Im Gegensatz zur FSME gibt es gegen Borreliose keine schützende Impfung. Die durch Borrelien-Bakterien ausgelöste Krankheit kann nur nachträglich mit Antibiotika behandelt werden. Bleibt eine Infektion unbehandelt, kann es Monate oder gar Jahre danach zu Gelenkentzündungen als Spätfolge kommen. Auch Entzündungen oder Rhythmusstörungen des Herzens oder eine Entzündung des Gehirns und Rückenmarks werden beobachtet.

Wie Frank Kölble, Sprecher der AOK Südlicher Oberrhein mitteilt, ist die Zahl der Borreliose-Erkrankungen in der Ortenau im Fünfjahresvergleich auf dem höchsten Stand. 2014 zählt die AOK 613 Versicherte, die sich in ärztlicher oder stationärer Behandlung befanden, 2018 waren dies 784 Erkrankte. Dies entspricht einem Anstieg um fast fünf Prozent. Am meisten betroffen sind die Altersgruppen der 50- bis 69-Jährigen.

 Sich selber schützen: Gerade Menschen, die sich viel im Wald und auf Wiesen aufhalten, aber auch Menschen mit einem eigenen Garten sollten sich dieses Risikos bewusst sein und sich schützen. So wird empfohlen, bei Wanderungen und Spaziergängen in hohem Gras geschlossene Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel zu tragen – auch wenn es draußen warm ist. "Wer helle Kleidung trägt hat bessere Chancen, darauf eine Zecke zu erkennen", sagt die AOK-Ärztin. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte immer kontrolliert werden, ob sich Zecken an Kleidung oder Körper befinden.

Zecken bevorzugen Körperstellen, an denen die Haut dünn und feucht ist. Stichstellen wie Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeugen, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen lieben sie besonders.

 Zecken sicher entfernen: Das Entfernen einer Zecke funktioniert besonders gut mit einer Zeckenkarte. Der Einsatz einer Zeckenzange oder einer Pinzette sollte geübt sein, sonst besteht die Gefahr, dass das Tier gequetscht wird. "Man fasst die Zecke direkt neben den Mundwerkzeugen und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte nach Möglichkeit nicht gedreht und auf gar keinen Fall mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Das reizt das Tier und führt dazu, dass es besonders viel Speichel und damit eventuell auch Erreger abgibt", rät Rauscher.

Danach sollte die Stichstelle desinfiziert und in der Folgezeit genau beobachtet werden. Im Falle einer kreisförmigen "Wanderröte" sollte umgehend ein Arzt aufgesucht und über den Zeckenstich informiert werden. Dies gilt auch beim Auftreten von Fieber oder grippeähnlichen Symptomen.▪ Weites Verbreitungsgebiet: Ab circa acht Grad Außentemperatur ist mit Zecken zu rechnen. Die Spinnentierchen sind von Frühjahr bis Herbst aktiv, besonders dann, wenn es warm und feucht ist. "In der Vergangenheit ist man davon ausgegangen, dass Zecken nur in tiefen und mittleren Lagen vorkommen, inzwischen sind sie aber auch in Höhen über 1300 Metern zu finden. Das bedeutet, dass der gesamte Ortenaukreis betroffen ist", betont Rauscher.

Die häufigste und bekannteste Zeckenart in Deutschland ist der "Gemeine Holzbock" (Ixodes ricinus). Zecken benötigen Blut zu ihrer Vermehrung. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich nach einer Blutmahlzeit zu winzigen "Nymphen" entwickeln. Auch diese saugen Blut und häuten sich schließlich zu erwachsenen Zecken.

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