Pflegevorständin Kathleen Messer (von links), Klinikdirektorin Kornelia Buntru, Edith Chrobok vom Förderverein Ortenau Klinikum Wolfach, Chefarzt Oliver Datz und Bürgermeister Thomas Geppert präsentieren das vom Förderverein finanzierte „Qwiek.Up“. Foto: Springmann

Der Förderverein hat die im Jahr 2022 von seinen Spendengeldern angeschafften Geräte bei einem Ortstermin nun offiziell an das Ortenau-Klinikum Wolfach übergeben. Die Geräte haben zusammen einen Wert von rund 13 000 Euro.

„Die Wünsche kommen direkt aus dem Haus – und umfassen das, was über die Grundausstattung hinausgeht“, erklärt Klinikdirektorin Kornelia Buntru. Zwei Wünsche wurden im vergangenen Jahr erfüllt: Zum einen handelt es sich dabei um ein System, dass Patienten, die sich in einem Unruhezustand befinden, durch Bild und Ton beruhigen kann. Zum anderen wurde für zwei Stationen ein Sicherheitssystem für Patienten mit Hinlauftendenz installiert, das einen Alarm abgibt, sobald der Patient die Station verlässt.

Projektionen und Töne beruhigen die Patienten

Bereits seit einem Jahr sei das „Qwiek.Up“, so der Name des audiovisuellen Systems zur Beruhigung, nun im Einsatz und werde rege genutzt, erklärt Kathleen Messer, pflegerischer Vorstand. Das rund 6500 Euro teure Gerät wurde in Wolfach erfolgreich getestet und steht nun auch auf den Wunschlisten der weiteren Klinikstandorte, erklärt Messer. Wolfach sei in diesem Fall Vorreiter gewesen, betont Chefarzt Oliver Datz.

Auf insgesamt sechs Modulen kann zwischen verschiedenen Bildern gewählt werden: Frühling/Sommer, Herbst/Winter, Waldspaziergang, Österreichische Berge, Sternenhimmel oder ein Aquarium. Ähnlich wie bei einem Beamer werden die Bilder auf Wand oder Decke projiziert, zudem kann beispielsweise Vogelgezwitscher eingespielt werden. Bei Bedarf könnten auch Familienbilder mittels USB-Anschluss gezeigt werden, so Messer. „Das Krankenhaus ist sonst ein Ort der Stille oder der piepsenden Geräte – das hilft das vielen Patienten enorm“, sagt sie.

Das Alarmsystem besteht aus einem unscheinbaren kleinen Kästchen, dass auf den Fluren der internistischen und der chirurgischen Station angebracht ist und mehreren Transpondern, die die jeweiligen Patienten an der Kleidung tragen. Vor allem wird es für Patienten mit einer Hinlauftendenz genutzt – Hinlauftendenz beschreibt das scheinbar planlos und ziellose umherlaufen, dass sich häufig bei Menschen mit einer Demenz zeigt. Sobald sie den Flur verlassen, wird ein Alarm ausgelöst. Seit dem Frühjahr ist sind die beiden Systeme, jeweils im Wert von etwa 3300 Euro, im Einsatz.

Beide Systeme werden beispielsweise auch in Pflegeheimen verwendet, so Klinikdirektorin Kornelia Buntru. Wie wichtig vor allem das Alarmsystem werden kann, weiß sie auch eigener Erfahrung. Vor Corona habe sie ein Frau aufgegabelt, die auf dem Weg ins Städtle war. „Als sie ihre Arme ausstreckte, habe ich ihr Patientenarmband gesehen“, erzählt Buntru.

Alarmsystem vermeidet Suchaktionen

„Ich hätte ihr also fast zur Flucht verholfen“, fügt sie lachend hinzu. Mit dem Alarmsystem könnten also aufwendige Suchaktionen vermieden werden, sind sich alle sicher.

Auch Edith Chrobok vom Förderverein freute sich darüber, dass die Spende über insgesamt 13 000 Euro an der richtigen Stelle eingesetzt wurde. „Ich hoffe, dass wir weiter fleißig Spenden sammeln und somit weitere Wünsche erfüllen können“, sagte sie. Das entspreche schließlich dem Vereinszweck. Das betonte auch Bürgermeister Thomas Geppert, selbst Beisitzer im Förderverein: „Es ist ein Glücksfall, dass wir einen so schlagkräftigen Verein vor Ort haben.“

Die Wünsche 2023

Auch in diesem Jahr hatte das Krankenhaus wieder Wünsche geäußert und bei der Hauptversammlung des Fördervereins vorgestellt (wir haben berichtet). Zu den Wünschen der Klinik gehören in diesem Jahr ein Hochfrequenzgerät für endoskopische Eingriffe und ein Pflegestuhl für Beatmungspatienten.