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Ortenau Erkältungen haben Kreis fest im Griff

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Wenn die Grippe zugeschlagen hat, ist Bettruhe angesagt. Damit es gar nicht dazu kommt, raten Ärzte zur Impfung. Foto: Gambarini

Ortenau - Die Wartezimmer der Ärzte sind voll, Erkältung, Schnupfen und Co. haben die Ortenau fest im Griff. Bereits im Vorjahr wurde in der Region ein großer Zuwachs an Grippeerkrankten registriert.

"Gerade bei nasskaltem Schmuddelwetter fällt eine deutliche Steigerung bei den akuten Infektionen der oberen Atemwege auf", erklärt Frank Kölble, Pressesprecher der AOK Südlicher Oberrhein. Zur Vermeidung eines durch Schnupfenviren ausgelösten Erkältungsschnupfens empfiehlt Kölble gründliches Händewaschen. "Vor allem beim Händeschütteln, beim Umarmen oder nach Kontakt mit Türklinken in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Handläufen an Treppen sollte man sehr konsequent sein." Außerdem sollte darauf geachtet werden, ausreichend zu trinken, viel frisches Obst und Gemüse zu essen und sich regelmäßig an die frische Luft zu gehen. Und: "Wenn Schmerzen beim Atmen auftreten sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen", rät Kölble. "Er wird klären, ob nicht eine Lungenentzündung Grund für das Gesundheitsproblem ist." Auch wer über kurzfristig sehr hohes Fieber oder über Fieber klage, das länger als einen Tag anhält, sollte zum Arzt.

Influenza beginnt oft wie ein grippaler Infekt

"Nicht selten beginnt eine Influenza, eine echte Grippe, mit ähnlichen Symptomen wie ein grippaler Infekt", warnt Kölble. "Man sollte einen grippalen Infekt keinesfalls mit der echten Grippe verwechseln". 2018 zählte die AOK in der Ortenau 2256 an Grippe erkrankte Versicherte. Das waren mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Der Anteil von Männern und Frauen sei etwa gleich groß. Nicht ganz so groß fiel der Zuwachs in Baden-Württemberg aus. Zählte die AOK 2017 im Land 63 300 an Grippe erkrankte Versicherte, so waren es 2018 rund 92 000. Aber auch im benachbarten Landkreis Emmendingen fällt die Steigerung sehr deutlich aus.

Zu den Beschwerden einer echten Grippe gehören unter anderem Fieber zwischen 38 bis 40 Grad oder höher, Muskel- und Gelenkschmerzen im ganzen Körper, Kopfschmerzen, starke Abgeschlagenheit und ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

"Die Schutzimpfung kann das Risiko, eine Grippe zu bekommen, um mehr als die Hälfte senken", berichtet der Offenburger Allgemeinmediziner Ulrich Geiger. Da sich Grippeviren allerdings ständig verändern, sollte man sich jedes Jahr neu impfen lassen. Denn wenn die Grippe einen schweren Verlauf nimmt, kann dies zu Komplikationen führen, etwa zu einer Lungenentzündung. "Sie zählen immer noch zu den häufigsten Todesursachen junger Menschen", so Hausarzt Geiger.

Die AOK rät in ihrer Mitteilung dazu, auch Säuglinge und Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist, impfen zu lassen. Die Krankenkassen übernähmen die Kosten für die Schutzimpfung.

Einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts zufolge sind in der Grippewelle 2017/2018 in Deutschland mehr als 20 000 Menschen durch Influenza gestorben. "Es gibt keine andere Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt", so das Institut.

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