Auch in der neuesten Prognose wird der Anteil der Senioren in der Bevölkerung des Kreises immer größer. Foto: Anspach

Regionale Bevölkerungsentwicklung im Land: Zuwächse im Ortenaukreis, allerdings "schrumpft" Offenburg.

Ortenau - Die regionale Bevölkerungsentwicklung im Land bis 2025 ist neu berechnet worden. Im Ortenaukreis sind moderate Zuwächse zu erwarten. Bei den Städten zeichnet sich ein uneinheitliches Bild ab.

Nach den Ergebnissen der Hauptvariante der neuen regionalisierten Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes Baden‑Württemberg könnte die Einwohnerzahl im Kreis bis 2025 von 415 639 im Jahr 2014 auf 425 390 wachsen. Das wäre eine Zunahme von 2,3 Prozent.

Bei der Region Südlicher Oberrhein wird ein Anstieg um 4,3 Prozent von 1 050 299 auf 1 095 684 Einwohner erwartet. Zum Vergleich: Das stärkste Wachstum einer Region wird im Mittleren Oberrhein um 4,9 Prozent erwartet. Bei den Zahlen für das Land wird von einer Steigerung um 4,0 Prozent oder 425 000 Personen auf 11,14 Millionen ausgegangen.

Berücksichtigt man die unterschiedlichen Altersgruppen, fällt bei den prognostizierten Zahlen für den Kreis auf, dass diese trotz der allgemeinen Zunahme bei den unter 20-Jährigen und den 40- bis 60-Jährigen um 2,1 beziehungsweise 12,1 Prozent abnimmt. Die stärksten Zunahmen von mehr als 20 Prozent verzeichnet die Gruppe ab 60 Jahren.

In der Region Südlicher Oberrhein verhält es sich ähnlich. Bei den 40- bis 60-Jährigen gehen die Statistiker von einem Rückgang von 9,6 Prozent aus. Bei den unter 20-Jährigen wird ein leichter Zuwachs vorausgesagt.

Bei den Städten ist die Entwicklung weniger parallel. Exem­plarisch werden hier die Zahlen von Lahr, Offenburg, Kehl und Haslach verglichen.

Lahr erwartet eine Zunahme von 44 195 Einwohnern auf 48 111 und damit einer Rate von 8,9 Prozent. Auch hier liegen die größten Zuwächse bei Menschen ab 60 Jahren. Jedoch soll Lahr 2025 auch mehr Menschen unter 40 Jahren beheimaten. Lediglich bei den 40- bis 60-Jährigen wird von einem leichten Rückgang von 1,25 Prozent ausgegangen.

Für Kehl geht die Statistik ebenfalls von einer Gesamtzunahme aus. Alle Altersklassen betrachtet steigen die Zahlen von 34 513 auf 37 771 Einwohner und damit um 9,4 Prozent. Wie in Lahr ist nur bei den 40- bis 60-Jährigen von einem Rückgang auszugehen.

Entgegen des Trends, dass die Menschen zunehmend von ländlichen Regionen in die Städte ziehen, wird für Offenburg angenommen, dass die Einwohnerzahl bis 2025 zurückgehen wird. Von 57 687 im Jahr 2014 bis 57 083 in zehn Jahren. Dies entspräche einem Anteil von 1,1 Prozent. Die stärksten Verluste werden wiederum für die 40- bis 60- Jährigen angenommen. Zulegen sollen allein die Zahlen für über 60-Jährige.

Die Bevölkerung von Haslach soll von 6909 auf 6673 und damit um 3,5 Prozent zurückgehen. Zuwächse gibt es wiederum nur bei den über 60-Jährigen.

Als Begründung für die Gesamtentwicklung führen die Statistiker an: Das voraussichtliche Bevölkerungswachstum würde entsprechend der Annahmen der Vorausrechnung durch Zuwanderung aus dem Ausland verursacht. Die Wanderungsbilanz mit anderen Bundesländern ist weitgehend ausgeglichen und die Geburten werden auch in Zukunft nicht ausreichen, um die Zahl der Gestorbenen auszugleichen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: