Pfarrer Kaniyodickal segnete die renovierte Orgel. Foto: Graf

Nach vielen Verzögerungen hat die Kirchengemeinde Nusplingen jetzt ihre renovierte Orgel in der Kirche Maria Königin eingeweiht.

Nusplingen - In der Kirchengemeinde Nusplingen ist die Freude groß gewesen. In einem feierlichen Gottesdienst wurde die renovierte Orgel in der Kirche Maria Königin eingeweiht.

Zu Beginn des Gottesdienstes erklärte Pfarrer Kaniyodickal, dass es ihm eine große Freude sei, die Orgel nun ihrem Zweck zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen zu übergeben. Er dankte allen, die an der Sanierung der Orgel beteiligt waren. Sein besonderer Dank galt der Choralschola und dem Kirchenchor, die während des Ausfalls des Instrumentes und durch die gesamte Pandemie hindurch für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste sorgten. Auch dem Vertretungsgremium unter der Leitung von Manfred Mengis sowie Karl Horn, den Kirchenpflegern und den Messnern dankte der Pfarrer für ihr Engagement.

Mit Weihwasser segnete der Seelsorger das Instrument. In seiner Predigt sprach er von der Orgel als Medium für die Begegnung mit Gott. Die vielfältigen Klänge der Orgel machten – so der Pfarrer – besonders empfänglich und hellwach. In keinem anderen Instrument kämen so viele unterschiedliche Stimmen und Töne zusammen. Auch die Kirchengemeinde sei geprägt durch ein Zusammenspiel verschiedener Klangfarben und Tonhöhen. Die Gemeinde lebe davon, dass viele Pfeifen ertönten und in Gemeinschaft harmonisch zusammenklängen.

Musikalisch umrahmte die Choralschola den Gottesdienst. Britta Neher war zudem als Solistin zu hören. Dabei freute sich Organist Marcel Buhl, die Sängerinnen und Sänger auf der neuen Orgel zu begleiten. Beim Abschlussstück "Toccata, Adagio und Chaconne in C" ließen sich die Besucher des Gottesdienstes noch einmal besonders von den Klängen des Instrumentes begeistern.

Bis zu dieser feierlichen Einweihung war es ein langer Weg. Der Startschuss für die umfangreiche Sanierung der Orgel fiel vor vier Jahren. Nach der Expertise eines Orgelsachverständigen stand fest, dass die 1965 eingeweihte Orgel trotz guter Pflege dringend renovierungsbedürftig sei. Die großen und schweren Prospektpfeifen waren teilweise deformiert und in sich zusammengesunken. In der Orgel verbaute Lederteile waren porös und zerfallen. Das mit Abstand größte Problem aber stellte die schwere Traktur dar. Lange Wege und eine zum Teil schlechte Mechanik machten es für die Organisten nahezu unmöglich, das Instrument vernünftig zu spielen.

Als alle Formalitäten wie das Erstellen einer Leistungsbeschreibung und die Auswahl eines Angebotes abgeschlossen waren, wollte die Firma Orgelbau Stehle mit der Renovierung der Orgel beginnen. Jedoch verzögerte sich der Start pandemiebedingt um mehrere Monate. Eine Fertigstellung bis Weihnachten 2020 – wie ursprünglich geplant – war damit ausgeschlossen. Als die Arbeiten im Oktober 2020 dann endlich begannen, wurde schnell klar, dass zusätzlich zu den geplanten Arbeiten noch weitere Sanierungsmaßnahmen nötig waren. Nach Abschluss der mechanischen Arbeiten an der Orgel im April 2021 folgte eine weitere Herausforderung. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten der Ersatzteile verzögerten sich auch die Überholung des Spieltisches und die komplette Elektrifizierung der Pfeifensteuerung. Mitte November wurden die Renovierungsarbeiten dann mit der Abnahme der Orgel durch einen Orgelsachverständigen abgeschlossen.

Die Kosten für die aufwendige Sanierung betragen rund 147 000 Euro. Zuschüsse erhielt die Kirchengemeinde nicht. Dementsprechend finanziert die Gemeinde die Arbeiten eigenständig aus Rücklagen und über Spenden.