In Baden-Württemberg nehmen vor allem illegale Geschäfte im Internet laut Justizminister Rainer Stickelberger zu. Nun setzt die Landesregierung im Kampf gegen Internet-Kriminalität verstärkt auf IT-Spezialisten. (Symbolbild) Foto: dpa

In Baden-Württemberg nehmen organisierte Straftaten zu. Vor allem illegale Geschäfte im Internet bereiten den Behörden laut Justizminister Rainer Stickelberger Kopfzerbrechen. Nun setzt die Landesregierung im Kampf gegen Internet-Kriminalität verstärkt auf IT-Spezialisten.

In Baden-Württemberg nehmen organisierte Straftaten zu. Vor allem illegale Geschäfte im Internet bereiten den Behörden laut Justizminister Rainer Stickelberger Kopfzerbrechen. Nun setzt die Landesregierung im Kampf gegen Internet-Kriminalität verstärkt auf IT-Spezialisten.

Stuttgart - Die Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität haben in Baden-Württemberg zugenommen. 2012 zählten die Ermittler insgesamt 60 Verfahrenskomplexe mit 340 Hauptbeschuldigten, wie Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) am Montag in Stuttgart mitteilte. 2011 waren es noch 56 Verfahrenskomplexe mit 382 Hauptbeschuldigten. Hauptsächlich ging es um Straftaten im Wirtschaftsbereich, hinzu kamen Rauschgifthandel, Eigentumskriminalität und Geldwäsche sowie Korruption.

Stickelberger bereiten vor allem die über das Internet begangenen Straftaten Sorge. In den beiden vergangenen Jahren seien fünf dieser höchst komplexen Verfahren neu hinzu gekommen. Als Beispiel wurde der illegale Handel mit Bankdaten genannt.

Im vergangenen Jahr seien von den Gerichten im Südwesten insgesamt 126 Personen in Verfahren der Organisierten Kriminalität verurteilt worden (2011: 79), eine Mehrzahl von ihnen zu Freiheitsstrafen von zwei und mehr Jahren. 2012 wurden Gewinne aus den Straftaten in Höhe von insgesamt 3,2 Millionen Euro abgeschöpft. 2011 waren es bloß 400.000 Euro. „Diese großen Schwankungen haben erfahrungsgemäß mit einzelnen Verfahren und Ermittlungskomplexen zu tun“, sagte Stickelberger.

Im Kampf gegen Internet-Kriminalität setzt die Landesregierung verstärkt auf IT-Spezialisten. Dafür sollen laut Innenministerium ab dem kommenden Jahr 15 Experten als „Cyberkriminalisten“ ausgebildet werden. „Wir brauchen Expertenwissen, um Straftaten im Bereich der IT aufzuklären und die Täter ausfindig zu machen“, so Innenminister Reinhold Gall (SPD). Eingestellt werden sollen die Experten zum 1. April 2014 und anschließend ein Jahr lang eine Ausbildung zum Polizisten in der Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienstes durchlaufen.

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