Die für Mitte Juni zweitägig in Wolfach vorgesehene „Jack Inn“-Veranstaltung musste nach der Absage komplett abgesagt werden.
„Ein ganz neues Format für Wolfach“ sollte es werden, das „Jack-Inn-Open-Air“ in den Kinziganlagen. Zwei Tage krachende Gitarren unter freiem Himmel hinterm Wolfacher Schloss. Der Vorverkauf war bereits erfolgreich angelaufen. Doch am Montag kam die Hiobsbotschaft für die Organisatoren mit der Absage der tragenden Band James Blast Orchestra („J.B.O.“).
Eine Woche zuvor herrschte statt Krisensitzung noch purer Optimismus. „Im Moment sind wir nur noch an der Feinabstimmung“, hatte Heiko Schneider im Gespräch über das anstehende Festival gesagt. Den erfahrenen Organisator verschiedener Großveranstaltungen hatte sich „Jack-Inn“- Wirtin Marie Hoff für die Realisierung mit ins Boot geholt. Mit Marlene Müllerleile war das Trio, bei dem die Fäden zusammenliefen, komplett. „Ich kann da nur schwärmen davon. Eine ganz neue und positive Erfahrung. Die beiden geben Gas“, lobte Schneider. Die erste Idee für ein eigenes Open-Air hatte Hoff vor rund eineinhalb Jahren. „Das war erst nur so ein Gedanke. Da haben mich alle für verrückt erklärt. Im Endeffekt haben wir es jetzt doch gemacht“, sagte Hoff vergangene Woche. Geplant hat das Trio von Anfang an bewusst im großen Stil: „Wir wollen Wolfach was Gutes tun, dass Wolfach mal wieder lebt.“
Erste Festivalidee entstand vor anderthalb Jahren
Jeweils bis zu 1500 Besucher sollten am 12. und 13. Juni jeweils ab 16 Uhr auf dem Festivalgelände feiern. Vor allem der Freitagabend schlug im Vorverkauf direkt ein: Nach dem Opening durch die Jungnarrenkapelle um 18 Uhr, angelehnt an die Eröffnung des „Wacken-Open-Airs“ durch die dortige Feuerwehrkapelle, sollten die Lokalmatadoren von „Big Mama“ und die Szenegröße „J.B.O.“ einheizen. Für Samstagabend war Coverrock mit „Donnerbalken“ aus Pforzheim und der Kinzigtäler Formation „Wildchild“ geplant.
Für die Umbaupausen war DJ Heinz Ketchup gesetzt – auch das ein geläufiger Name unter Ortenauer Partygängern. „J.B.O. war ein Kampf. Das war nicht so einfach“, verriet Hoff. Doch den besonderen Wunsch ihres Lebensgefährten Dominic Bertschi wollte sie erfüllen und blieb hartnäckig, bis das Booking der Spaß-Metal-Combo aus Erlangen tatsächlich geklappt hatte. Ein Jahr akribischer Vorarbeit steckt in dem Projekt. „Die Herausforderungen wachsen definitiv jedes Jahr“, bilanzierte Schneider. Für die erste Präsentation bei der Stadtverwaltung hatte das Team bereits ein komplettes Sicherheitskonzept parat. Freiburg, Villingen-Schwenningen, Offenburg und Rottweil hatte sich das Team als Einzugsgebiet für seine Werbekampagne gesteckt.
Doch das ist inzwischen alles hinfällig – zumindest, was die Premiere 2026 angeht. Warum „J.B.O.“ den Gig in Wolfach abgesagt hat, obwohl im Tourkalender tags darauf der Auftritt im bayrischen Raindorf noch steht? „Das wissen wir auch nicht“, sagte Heiko Schneider am Dienstag. „Gestern Morgen kam die Nachricht.“
Ersatz war so kurzfristig nicht zu organisieren
Am Mittag folgte eine Krisensitzung des Orga-Teams. Zunächst habe man noch versucht, adäquaten Ersatz zu finden. Doch: „Wir sind jetzt sechs Wochen vor der Veranstaltung. Und die Festivalsaison beginnt im Mai.“ Trotz Gage im mittleren fünfstelligen Bereich sei so kurzfristig keine passende Band mehr zu finden. Die Konsequenz war, das komplette Festival absagen. Vorerst sollte das „Jack-Inn- Open-Air“ eine schöne, aber einmalige Sache bleiben. Eine Neuauflage schloss Marie Hoff im Erfolgsfall zwar nicht aus, geplant war sie aber nicht. Ob es nun mit dem fertigen Konzept in den nächsten Jahren einen neuen Anlauf gibt? „Das ist aktuell noch kein Gesprächsthema“, bilanzierte Schneider. Die Absage sei schwergefallen. „Wir müssen uns erst mal ein bisschen sammeln.“
Abwicklung Absage
Der Vorverkauf lief komplett über die Plattform Eventim. Für bereits gekaufte Tickets bietet Eventim ein Formular zur Rückabwicklung.