Von der Stimmzettelausgabe bis zur Auszählung am Abend: Ohne Wahlhelfer läuft am Sonntag nichts. Foto: Helena Dolderer/dpa

Die Wahlhelfer stehen bereits in den Startlöchern für die Landtagswahl. Wie werden sie ausgewählt, wie läuft ihr Einsatz ab? Ein Blick auf die Organisation im Kreis Calw.

Wenn am Sonntag um 8 Uhr die Wahllokale öffnen, stehen sie bereit: die Wahlhelfer. Sie geben Stimmzettel aus, achten auf einen ordnungsgemäßen Ablauf und zählen am Abend jede einzelne Stimme aus. Doch wie wird man eigentlich Wahlhelfer?

 

Wie wird man Wahlhelfer? Grundsätzlich kann jede wahlberechtigte Person dieses Ehrenamt übernehmen. Das teilt das Landratsamt des Kreises Calw mit.

Voraussetzung ist die deutsche Staatsangehörigkeit und ein Mindestalter von 16 Jahren. Die Stadt Calw ergänzt: Wahlberechtigt ist außerdem nur, wer seit mindestens drei Monaten in Baden-Württemberg wohnt und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist. Besondere Vorkenntnisse braucht es demnach nicht. Neben Bürgerinnen und Bürgern können auch städtische Mitarbeitende eingesetzt werden.

Wie viele sind im Einsatz? Wie viele Helfer benötigt werden, entscheidet jede Gemeinde selbst, so das Landratsamt. Für den Kreis arbeiten am Wahltag unter anderem Mitarbeitende der Kommunalaufsicht sowie Auszubildende.

In Calw zeigt sich der organisatorische Aufwand deutlich: 17 Urnenwahlbezirke und sechs Briefwahlbezirke müssen besetzt werden. Dafür wurden 138 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer berufen. Zusätzlich gibt es einen Reservepool für kurzfristige Ausfälle.

Jeder Wahlvorstand besteht gesetzlich aus einem Wahlvorsteher, einer Stellvertretung und mindestens drei Beisitzenden. Die offizielle Berufung übernimmt der Oberbürgermeister, die Einteilung in die Wahllokale das Wahlamt.

Wie werden sie vorbereitet? Damit am Wahltag alles reibungslos läuft, müssen die Wahlvorstände eingewiesen werden. Wie genau, organisiert jede Gemeinde selbst, erklärt das Landratsamt. Häufig gibt es eine kurze Einführung direkt am Wahltag. In Calw werden Wahlvorsteher, Schriftführer und ihre Stellvertretungen zusätzlich geschult: Für sie waren verpflichtende Termine im Februar angesetzt. Beisitzende können freiwillig teilnehmen.

Wie läuft der Wahltag ab? Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. In Calw wird in einer Früh- und einer Spätschicht gearbeitet. Zur Auszählung am Abend müssen jedoch alle Mitglieder des Wahlvorstands anwesend sein. Zwischen 20 und 21 Uhr endet der Einsatz voraussichtlich – wenn alle Stimmen ausgezählt sind.

Was bekommen sie dafür? Für ihren Dienst erhalten Wahlhelfer eine Aufwandsentschädigung, das sogenannte Erfrischungsgeld. Die Höhe regeln die Gemeinden jeweils in eigenen Satzungen, teilt das Landratsamt mit. In Calw richtet sich der Betrag nach dem zeitlichen Aufwand. Städtische Mitarbeitende können sich statt der Auszahlung auch für Freizeitausgleich entscheiden.

Was ist die Grundlage? Grundlage der Arbeit sind das Landtagswahlgesetz und die Landtagswahlordnung. Die Gemeinden stellen den Wahlhelfern die wichtigsten Informationen zur Verfügung. In Calw erhalten alle Beteiligten ein Merkblatt mit ihren konkreten Aufgaben. Die rechtlichen Grundlagen liegen im Wahllokal aus und sind auf Wunsch auch vorab digital verfügbar.