Die Hochschwarzwald Tourismus GmbH hat die Übernachtungszahlen für das Jahr 2021 präsentiert – coronabedingt steht ein Minus von 33 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2019 unterm Strich. (Symbolfoto) Foto: HTG

Die Übernachtungszahlen zeigen es: Die Einbrüche infolge der Corona-Krise spüren die Gemeinden der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), zu denen auch St. Georgen gehört, deutlich. Auch wenn man sich nun zuversichtlich präsentiert – die Zukunft steckt voller Fragezeichen.

St. Georgen/Furtwangen/Schonach/Schönwald - 2,95 Millionen Übernachtungen sind im vergangenen Jahr in den Kooperationsgemeinden der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) gemeldet worden. Das teilte das Unternehmen kürzlich mit. Etwa 240 000 Übernachtungen hat der Tourismusverband im vergangenen Jahr für die am 1. Januar 2021 neu hinzugekommen Kommunen St. Georgen, Furtwangen, Schonach und Schönwald gezählt. 659 300 Gäste sind demnach im vergangenen Jahr im gesamten HTG-Gebiet angekommen. Sie blieben im Schnitt 4,5 Tage lang.

 

2019 mehr als vier Millionen Übernachtungen

Im Vergleich zum Vor-Pandemie-Niveau von 2019 war die Zahl der Übernachtungen im damaligen Gebiet der HTG somit im vergangenen durch Corona und den damit verbundenen Lockdown geprägten Jahr um rund 33 Prozent gesunken. Vor Beginn der Pandemie hatte der Hochschwarzwald mit seinen damals 17 Gemeinden erstmals die Vier-Millionen-Marke bei den Übernachtungen geknackt. Auch die zusätzlichen Übernachtungen in St. Georgen, Furtwangen, Schonach und Schönwald konnten dieses relative Übernachtungsminus nur geringfügig abfedern.

Ein Lichtblick für die Übernachtungsbetriebe zeichnete sich 2021, nachdem der Lockdown im Frühjahr alles lahmgelegt hatte, erst später ab: Im August wurden so viele Übernachtungen registriert wie noch nie zuvor. 656 000 Stück waren es in diesem Monat insgesamt – rund 54 500 davon in St. Georgen, Furtwangen, Schonach und Schönwald. Ähnlich erfreulich waren aus Sicht der HTG auch die Monate September und Oktober.

Viele Veränderungen durch Corona

Laut HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolph hat die Corona-Pandemie in der Tourismusbranche vieles verändert. "Viele Auslandsmärkte sind komplett weggebrochen, unterschiedliche Corona-Verordnungen haben das Reiseverhalten beeinflusst und der Fachkräftemangel im Tourismus hat sich weiter verschärft. Gäste aus dem Inland sind anspruchsvoller geworden, sie wollen einen besseren Service, mehr Sicherheit und sie buchen spontaner." Auch wenn die HTG einer Mitteilung zufolge "mit Optimismus aus der Corona-Krise" kommt, birgt die Zukunft einige Herausforderungen. Eine davon: "der grausame Krieg in der Ukraine und die steigenden Preise in beinahe allen Bereichen", sagt HTG-Geschäftsführer Rudolph.

Den kommenden Herausforderungen stellt sich die HTG seit Mitte April mit einer neuen Werbekampagne, bei der unter anderem der kulinarische Genuss in der Ferienregion Hochschwarzwald im Fokus steht – würziger Schwarzwälder Schinken, aromatischer Bergkäse, frische Forellen und cremiger Waldhonig sollen Besucher in die Gemeinden locken. Und auch die Schlagwörter Regionalität und Nachhaltigkeit, auf die Rudolph die Kooperationspartner der HTG bereits beim Jahresauftakt im Januar eingeschworen hatte, sind nicht mehr wegzudenken.

Steuerrückzahlungen von 2,3 Millionen Euro

Ein großes Fragezeichen bleibt in der Zukunft der HTG aber – und dessen Ursache liegt bereits einige Jahre in der Vergangenheit. Weiterhin ist nämlich offen, ob die HTG für die Jahre 2014 bis 2019 noch Steuern, die aus der damals gesetzlich noch nicht eindeutigen Besteuerung von Gästekarten resultieren, nachzahlen muss. Ein entsprechendes Widerspruchsverfahren der HTG gegen die Steuerbescheide der betreffenden Jahre läuft nach wie vor. Im Raum stehen Steuerrückzahlungen in Höhe von insgesamt rund 2,3 Millionen Euro. Diese müsste die HTG bis zum Jahr 2026 geleistet haben.

Einen Teil davon – diesen beziffert die HTG in einer Mitteilung auf 800 000 Euro – könnte das Unternehmen aus eigenen Mitteln bezahlen. Für die verbleibenden 1,5 Millionen Euro besteht ein Kreditvertrag mit dem Hauptgesellschafter der HTG, dem Zweckverband Hochschwarzwald, dem mehrere Kommunen, die auch Kooperationsgemeinden der HTG sind, angehören. St. Georgen, Furtwangen, Schonach und Schönwald sind allerdings nicht Teil des Zweckverbands.

Die Rückzahlung des Kredits vonseiten der HTG kann nach Angaben des Unternehmens durch Gewinne, Einsparpotenzialen und Synergieeffekte erfolgen. Die Anzahl der Arbeitsplätze, die innerhalb der HTG derzeit bei rund 110 liegt, muss demnach nicht verringert werden, um diese Einsparungen zu realisieren.