Hohe Auszeichnung für Joachim Wöhrle (Mitte): Zunftmeister Anselm Säger (vorne rechts) und der zweite Zunftmeister Alexander Brüderle (vorne links) überreichten dem Ehrenzunftmeister der Narrozunft den Verdienstorden der Villinger Fasnet. Foto: Mareike Kratt

Mit dem Verdienstorden der Villinger Fasnet hat die Narrozunft Joachim Wöhrle ausgezeichnet. Er hat den Verein über Jahrzehnte mitgeprägt.

Ein gut gehütetes Geheimnis enthüllten der erste und zweite Zunftmeister Anselm Säger und Alexander Brüderle beim Zunftball in der Neuen Tonhalle: Joachim Wöhrle, Ehrenzunftmeister der Historischen Narrozunft, erhielt den Verdienstorden der Villinger Fasnet.

 

Diese Auszeichnung vergeben die Glonki-Gilde, die Hexenzunft, die Katzenmusik und die Narrozunft im jährlichen Wechsel und setzen die von Horst-Werner Schunk initiierte Verleihung des Narrenbechers an engagierte Villinger Fastnachter fort.

Nur sechs Ratsmitglieder hätten gewusst, dass die Ehrung in diesem Jahr an Joachim Wöhrle geht, verriet sein Nachfolger Anselm Säger. Habe er doch zum Glück nicht an der Sitzung teilgenommen, bei der die Entscheidung fiel. Und so trat ein perplexer Wöhrle beim Zunftball ins Rampenlicht.

Die Zunft habe einst das Potenzial des jungen Manns schnell erkannt, ihn 1995 zum Zunftschreiber, schon ein Jahr später zum zweiten Zunftmeister und 2005 dann zum ersten Mann an Spitze gemacht, an der er bis 2017 blieb, ließ Alexander Brüderle seine Karriere Revue passieren. Wöhrle sei ein Kenner der Villinger Fasnet, habe die Initiative zur Einführung der Fasnetkiste ergriffen und eine prägende Rolle bei den Jubiläumsfestivitäten zum 125-jährigen Bestehen der Narrozunft samt Ausstellung und der Herausgabe des Buchs Masquera gespielt.

Motor und Motivator beim Umbau der Zehntscheuer

Einen Meilenstein habe er mit dem Kauf der Zehntscheuer gesetzt, sei über all die Jahre des Umbaus „Motor und Motivator“ gewesen und habe eine Heimat für die Zunft geschaffen. Als Spross einer Fasnetdynastie, aus der inzwischen mit Alina Wöhrle die vierte Generation im Rat sitzt, sei er gerade an der Fasnet in seinem Element. „Er ist ein Narro dur und dur“, erklärte Brüderle, er strähle mit und ohne Scheme, und habe mit seinem ureigenen Witz für Höhepunkte bei der Schlüsselübergabe gesorgt.

Ein besonderer Moment war denn auch die Auszeichnung des Ehrenzunftmeisters: Um zünftig auf den Orden anzustoßen, musste Wöhrle zeigen, was er auf der Baustelle im Riet gelernt hat: das Öffnen einer Bierflasche mit einem kräftigen Tritt auf einen Zollstock.