Die Laienspielgruppe der Harmonikafreunde um Regisseurin Renate Spinner zeigte in der Offohalle das humorvolle Theaterstück „Mama, was machst du?“. Foto: Bohnert-Seidel

Die Harmonikafreunde Schutterklänge hielten einen Konzert- und Theaterabend in der Schutterner Offohalle ab. Erst gab es Musik aus den 1970er-Jahren, dann eine Komödie.

Musik und Unterhaltung haben in Schuttern einen hohen Beziehungsstatus, der niemals zum Neujahrsauftakt getrennt wird. Musik gab es aus den 1960er- und 1970er-Jahren und eine Komödie, die die Lachmuskulatur aufs Äußerste strapazierte. Gute 300 Gäste sind in die Offohalle in Schuttern gekommen und feiern die Akteure mit Beifallsstürmen.

 

Das erste Orchester unter der Leitung von Peter Kounis überzeugte mit ansteckender Spiellaune und einem musikalischen Programm, das sein Publikum mit Begeisterung in die 1960er- und 1970er-Jahre holte. Von Supertramp bis Les Humphries bescherten die Harmonikafreunde fast schon ein Wunschkonzert. Das Orchester übernahm eine Regie der Superlative und offenbarte von vielen Gästen die Lieblingsstücke aus der eigenen Jugend. Gedanken wurden wach an Schlaghosen, bunte und farbenfrohe Kleidung und die Sehnsucht nach Freiheit und lässigem Lebensstil.

Das Theaterstück kam sehr gut beim Publikum an

Mit Klaus Doldinger und dessen „Doldinger Movie Hits“ eröffneten die Harmonikafreunde Schutterklänge den Abend. Billy Joel zählte für viele genauso zu den Lieblingsinterpreten wie Supertramp. So manch einer hat mit den Beinen unter dem Tisch den eigenen Takt geführt. Der Ausflug in die unbeschwerte Jugendzeit ist gelungen.

Ein Klassiker wie „Help“ von den Beatles durfte ebenso wenig fehlen, wie „Mama Mia“ und „Money, Money, Money“ von Abba. Mit den Les Humphries wurde das unbeschwerte Lebensgefühl, das Musik überhaupt auszudrücken vermag, komplettiert. Das Orchester zeigte sich in bester Spiellaune. Das Publikum jubelte und war überglücklich.

Ihr besonderes Training erfuhren am Samstagabend die Lachmuskeln. Mit der kurzweiligen und ereignisreichen Komödie „Mama, was machst du?“ hat die Theatergruppe um Renate Spinner den Nerv des Publikums wunderbar getroffen. Komödiantisch ist die Geschichte sehr flüssig gespielt.

Das Stück zeigt eine Familie mit ihren Herausforderungen

Franz (Rainer Amann) ist Abteilungsleiter und feiert sein 25-jähriges Betriebsjubiläum. Schon lange ersehnt er sich seine Beförderung. Die Aufgaben sind klar geteilt. Ehefrau Ilse (Alexandra Metzger) kümmert sich um den Haushalt sowie um Tochter Lisa (Monika Beiser) und Sohn Fredi (Fabian Kopf), der Psychologie studiert.

Ehemann Franz schwärmt von seiner Beliebtheit beim Chef, weil er für Firmenkunden einen Begleitservice organisiert. Ehefrau Ilse überlegt, ob das nicht auch etwas für sie und Freundin Lilo (Nathalie Matuschyk) wäre. Plötzlich steht Oma Agnes (Marita Kopf) vor der Tür, weil sie sich mal wieder von dem Casanova Opa Wilhelm (Armin Zimmer) getrennt hat. Mit Alfonso (Simon Spinner) kommt auch ein Geschäftsmann mit italienischem Akzent ins Spiel.

Das Team hat sich von Anfang an in die Herzen der Zuschauer katapultiert. Geschenkt haben sie eine ideale Komponente von Humor mit badischem Zungenschlag und der Versiertheit, die Laienspieler an den Tag legen, wenn sie gemeinsam ihrem Publikum einen vergnüglichen Abend schenken. Regisseurin Renate Spinner hat mit ihrem Ensemble ein erfrischendes Theaterstück auf die Bühne gebracht, das es in dieser Kontinuität seit so vielen Jahrzehnten eigentlich nur in Schuttern gibt.

Über den Verein

In diesem Jahr feiern die Harmonikafreunde Schutterklänge ihr 60-jähriges Bestehen. Im Jahr 1966 wurde der Verein gegründet. In der Pause wurden Lose verkauft und der Theaterboden für die Komödie bereitet. An Christi Himmelfahrt laden die Harmonikfreunde wieder zum Vatertagshock ein.