Den „Iron-Man“ der Bau- und Sanierungskunst hat die Hechinger IT-Firma meaPuna auf der Orangerie-Baustelle absolviert. Bei der Einweihung wurde an Superlativen nicht gespart.
Als im Februar 2024 mit Geothermiebohrungen die Sanierungsarbeiten an der Orangerie begonnen haben, schien es Laien nahezu unmöglich, dass das abbruchreife Gebäude binnen 15 Monaten in eines der modernsten der Stadt verwandelt werden könnte. Die aufstrebende Hechinger IT-Firma meaPuna um die Geschäftsführer Stefan Walter und Sabine Walder-Ulmer hat den ambitionierten Zeitplan eingehalten – und daher am Donnerstagabend mit geladenen Gästen die Einweihung ihrer neuen Firmenheimat gefeiert.
In einem 3D-Video zeigte Stefan Walter, wie die abbruchreife Orangerie in Rekordtempo modernisiert wurde. Nicht mehr tragfähige Dachbalken und ein Anbau, der abgerissen werden musste, waren nur wenige Herausforderungen, die die Bauherren zu bewältigen hatten. Geothermiebohrungen im Februar 2024 folgten der Rückbau und die Bestandssicherung sowie der Wiederaufbau und letztlich der Einzug im März 2025. Im Prozess von der Idee, über den Entwurf bis hin zur Planung, Ausführung und Bauüberwachung war das Architekturbüro Brumme & Team aus Herrenberg federführend tätig. Auch das Tragwerksbüro IB Keller aus Tübingen leistete einen Anteil.
Technikbegeisterung zieht sich durchs Gebäude
Wer das historische Gebäude nun betrachtet, sieht zwar weiterhin Teile des historischen Gemäuers – das hatte das Denkmalamt vorgegeben. Aber: Dominant sind im Innern nun die modernen Holzverkleidungen, hochwertige Böden, sich selbst steuernde Lichtelemente und ganz viel weiterer Technik-Schnickschnack. Zum Beispiel eine LED-Indoorleinwand, eine im Dach integrierte Photovoltaikanlage sowie automatisiert gesteuerte Heizung- und Lüftungsanlagen. „Ja, wir sind technikbegeistert“, sagte Stefan Walter mit einem Schmunzeln auf den Lippen beim offiziellen Teil der Eröffnung. Man hätte es ihm auch ohne diese Bemerkung geglaubt. Voll des Lobes war auch Bürgermeister Philipp Hahn: meaPuna habe mit der Sanierung der Orangerie „Unglaubliches“, gar eine „Meisterleistung“ geschafft. Der „Iron-Man“ der Bau- und Sanierungskunst sei mit Bravour absolviert worden, wollte das Stadtoberhaupt nicht mit Superlativen sparen. Es sei ein „Glücksfall“, dass sich eine vor Ort verwurzelte Firma solch einem Bauprojekt angenommen habe.
Mit den neuen Arbeitsplätzen am Rande des Fürstengartens hofft Hahn, dass so auch mehr Leben in die Stadt kommt. Zumal nicht nur das 2015 gegründete IT-Unternehmen die neu geschaffenen Räume nutzt. meaPuna nutzt für seine Zwecke lediglich das Obergeschoss, im Erdgeschoss ist Platz für sogenannte Co-Working-Spaces, die ab sofort gemietet werden können sowie ein Veranstaltungsraum für Firmen, Vereine und Familien mit Platz für rund 45 Gäste. Das Motto: „Raum zum Arbeiten, Raum zum Denken, Raum zum Wachsen, Raum zum Feiern.“
Gastredner Sebastian Büchert, Geschäftsführer des Medizintechnikunternehmens Bentley Innomed, hob hervor, dass es sich meaPuna mit der Sanierung der Orangerie nicht leicht gemacht habe: „Ihr hättet auch einfach einen Neubau im Nasswasen hinstellen können.“ Aber nein: Das Team um Stefan Walter und Sabine Walder-Ulmer habe das Potenzial im ehemals fürstlichen Gewächshaus gesehen. „Für eine lebenswerte Region braucht es solche Bürger und Firmen, die etwas vorantreiben.“ Die Politik allein könne dies nicht schaffen. meaPuna sei dafür ein leuchtendes Beispiel. Für Büchert ist die Orangerie indes ein weiteres Zeichen, dass es in Hechingen aufwärts gehe. Neubaugebiete am Killberg und in Witzenhart, Arbeitsplätze in der Innenstadt – nicht immer habe er den Eindruck von Fortschritt in Hechingen wahrgenommen.
Und auch Dekan Michael Knaus lobte die Orangerie, Baujahr 1837, als eines der „modernsten Gebäude“ Hechingens. Bei der Haussegnung betonte er, dass auch die katholische Kirche auf die Softwarelösungen von meaPuna für die Gottesdienstplanung von Horb bis Burladingen setze. „Wir können viel“, sagt Walter. In prominenter Lage will meaPuna die Erfolgsgeschichte nun weiterschreiben.
Mehr Informationen zum Angebot: www.orangerie-hechingen.de/