Mit der Verhüllung des Venussockels beteiligten sich Mitglieder des Freudenstädter Clubs von Soroptimist International an den „Orange Days“ und setzten damit ein Zeichen gegen eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit.
Im dichten Schneegestöber, das den offiziellen Part der Verhüllung begleitete, stach der in Orange gehüllte Sockel der Venus, dem Wahrzeichen Freudenstadts, am Freitag besonders ins Auge. Ein orangefarbener Schal wurde dem Freudenstädter Wahrzeichen am Ende auch noch verpasst.
Die Verhüllungsaktion der Soroptimistinnen war deren lokaler Beitrag zur an diesem Montag startenden und jährlich stattfindenden „Orange Days“-Kampagne der Vereinten Nationen, an der sich die Soroptimistinnen in Freudenstadt bereits zum dritten Mal beteiligt haben. Gekommen waren auch Mitglieder der Initiative „Frauen in den Kreistag“ und der „Frauenhilfe“ sowie die Stadtspitze in Person von Oberbürgermeister Adrian Sonder und Bürgermeister Wolfgang Fahrner.
Noch bis zum 10. Dezember – so lange dauern die „Orange Days“ – bleibt der Sockel verhüllt. Darüber hinaus wird über die Thematik auf Tafeln im Schwarzwald-Center informiert. „Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine der am weitest verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit. Geschlechtsspezifische Gewalt ist Resultat der Diskriminierung von Frauen und hat unzählige Gesichter. Sie wirkt sich auf alle Lebensbereiche von Frauen und Mädchen aus“, betonen die Freudenstädter Soroptimistinnen in einem gemeinsam verfassten Statement.
Tempopackungen mit den wichtigsten Notfallnummern
Wichtig ist ihnen auch darauf hinzuweisen, dass Gewalt nicht nur körperlich, sondern auch digital möglich ist und bei den Opfern häufig genauso schlimme Spuren hinterlässt. Über Möglichkeiten, sich im Internet zu schützen, informierten die Soroptimistinnen mit einem kleinen Handzettel. Auf diesem und auf den verteilten Tempopackungen standen auch die wichtigsten Notfallnummern.
Die Farbe Orange steht symbolisch für eine Zukunft, frei von Gewalt gegen Frauen. Wie weit die Gesellschaft davon derzeit noch entfernt ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Im Jahr 2023 wurden im Deliktsfeld der häuslichen Gewalt bundesweit 160.715 weibliche Opfer erfasst. Das waren 5,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 52.330 Frauen wurden Opfer einer Sexualstraftat. Auch diese Zahl ist um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Noch sehr viel dramatischer war der Anstieg bei der digitalen Gewalt. Mit 17.193 betroffenen Frauen lagen die Fallzahlen um 25 Prozent über denjenigen des Vorjahres. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher.