Althengstetts Bürgermeister Rüdiger Klahm dankt den Bürgern beim Neujahrsempfang für ihr Engagement, blickt auf das vergangene Jahr zurück und stimmt auf ein projektreiches 2026 ein.
Kein Blick auf klamme Kassen, sondern auf viele gute Gründe, „warum Deutschland – und Althengstett – den Bach rauf geht“.
Dank für das vielfältige Engagement der Bürger prägte die Ansprache des Bürgermeisters beim Neujahrsempfang ebenso wie der Rückblick auf gelungene Projekte und der Ausblick auf ambitionierte Vorhaben im neuen Jahr.
„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ Mit diesen Worten von Mahatma Gandhi rief Bürgermeister Rüdiger Klahm die Besucher in der voll besetzten Festhalle auf, 2026 zu einem besonderen Jahr zu machen.
„Mein erster und wichtigster Dank gilt Ihnen, den Menschen, die Althengstett ausmachen. Ihr Zusammenhalt, Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, machen unsere Gemeinde liebens- und lebenswert,“ stellte der Schultes seinem Rückblick voran.
Unbezahlbares Engagement
Dieser Einsatz sei unbezahlbar und er belegte das: Setze man nur den Mindestlohn als Vergütung an für die in der Gemeinde erbrachten ehrenamtlichen Leistungen, käme man „auf einen Gegenwert von vielen, vielen zehntausend Euro im Jahr.“
Veränderung beginnt im Kleinen
Klahm zitierte aus dem Manager Magazin, das 65 gute Gründe gesammelt hat, „warum Deutschland den Bach raufgeht“. Die Lage ist nicht rosig, gab er zu, aber die Stimmung sei durchaus schlechter als die Lage, wie es ein Konjunkturforscher beschreibe. In Althengstett könne man zwar nicht die großen globalen Probleme lösen, aber Veränderung beginne im Kleinen, die Gemeinde „ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man im Kleinen Großes bewirken kann.“
Der Schultes blickte zurück auf traditionelle Feste im Jahreslauf 2025, auf die gelungene Leistungsschau „Guck ond mach“ des Gewerbe- und Handelsvereins GHV Althengstett, die viele Besucher zu den teilnehmenden Firmen zog, auf das 100-jährige Jubiläum des Sportvereins und das 55-Jährige der DLRG Althengstett mit der Taufe des neuen Rettungsbootes, auf die 325-Jahr-Feier im Waldenserortsteil Neuhengstett und zuletzt den Winterzauber mit 40 teilnehmenden Vereinen.
Auch 2026 steht eine Reihe an Projekten an
Der Anbau an die Grundschule werde in diesem Jahr Realität mit Mehrzweckräumen unter anderem für die Schulkindbetreuung. Für das neue Feuerwehrhaus in Ottenbronn wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, in diesem Jahr beginnen die Planungen für die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan. Für das Baugebiet Wasenäcker im kleinsten Ortsteil geht Klahm nach dem Wechsel des Erschließungsträgers von einem Beginn der Erschließungsarbeiten in 2027 aus.
Aktuell laufe ein Anhörungsverfahren der Landesregierung zum beabsichtigten Landerwerbsverfahren für die Kasernen-Erweiterung in Richtung Althengstett, in dem die Gemeinde mit ihren vom Gemeinderat beschlossenen Forderungen gehört wurde, nahm der Bürgermeister Stellung zum Thema. Eine Abwägung der Landesregierung liege noch nicht vor. Klahm bedankte sich beim anwesenden Standortältesten des Kommando Spezialkräfte (KSK), Oberst Peter Küpper, für die Transparenz, den Dialog auf Augenhöhe und „das Verständnis für unsere Position“.
Einen Werbeblock für die seit September 2025 tätige kommunale Energiegesellschaft Althengstett GmbH, die Strom und Gas vertreibt und auch erzeugen will, hatte der Schultes in seine Rede eingebaut. Das Projekt WSA Morof (Werk für Sekundärrohstoffe Althengstett) wurde zum Jahreswechsel öffentlich und wird die Gemeinde in 2026 beschäftigen. Er selbst bekenne sich zu diesem Projekt, sagte Klahm, er sehe die Gemeinde hier als „Ermöglicher“, auch wenn Eingriffe in die Natur, in den Wald, erforderlich werden. Mut sei hier gefragt, nicht nur die Bedenken, sondern vor allem die Chancen eines solchen Projekts zu sehen.
Meilenstein: Althengstett ist jetzt VVS-Gebiet
Breiteren Raum nahm naturgemäß die Hermann Hesse-Bahn (HHB) ein, deren Start am 31. Januar mit einem Bahnhofsmarkt ab 11 Uhr am neugestalteten Haltepunkt gefeiert wird. Vieles sei nicht gut gelaufen, Bund und Land müssten daraus Lehren ziehen, „Deutschland muss bei solchen Planungsprozessen besser, schneller, kostengünstiger, einfach pragmatischer werden“, so der Schultes.
Ins gleiche Horn bliesen Staatssekretär Thomas Blenke und Landrat Helmut Riegger bei ihren Redebeiträgen. Mit Applaus wurde der „echte Meilenstein“ fürs HHB-Projekt bedacht, den der Bürgermeister noch anführte.
Türöffner für Akzeptanz der Bahn
„Althengstett ist jetzt VVS-Gebiet“, wer ein Ticket für Veranstaltungen in der Schleyerhalle oder Porsche-Arena in Stuttgart erwerbe, habe ab Althengstett das ÖPNV-Ticket praktisch inklusive. „Eine absolut pragmatische Lösung, die der Türöffner für die Akzeptanz der Bahn sein wird! Davon bin ich überzeugt“, so der Bürgermeister.
Musikalische Begleitung durch die Bläserklasse
Der Neujahrsempfang wurde von der Bläserklasse 7b der Realschule unter Leitung von Dietmar Peter umrahmt. Für ihre Vorträge erhielten die Schüler viel Beifall.